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Klassiker im Wert-Check
KAUFBERATUNG 2026

Porsche 968 Kaufberatung 2026

Coupé, Cabrio und Clubsport, der vergessene Transaxle-Porsche

Porsche 968, der vergessene Transaxle-Porsche
Foto: Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle

Der Porsche 968 ist die letzte Generation der Transaxle-Linie, Nachfolger des 944 S2 und unmittelbarer Vorgänger des wassergekühlten 911 (996). Zwischen 1991 und 1995 baute Porsche nur 12.776 Exemplare in Coupé, Cabrio und der Sport-Variante Clubsport. Der größte 4-Zylinder-Saugmotor seiner Zeit (3,0L mit 240 PS), klassisches Transaxle-Konzept (50:50-Gewichtsverteilung), Klappscheinwerfer. Lange Zeit unterbewertet, heute Sammler-Geheim-Tipp mit Wertentwicklung +20 % (Coupé) bis +24 % (Clubsport, nur 1.715 Stück).

Das Wichtigste in Kürze
Für wen geeignet
Der vergessene Transaxle-Porsche; Coupé und Cabrio bezahlbar, der Clubsport als Sammlerstück.
Preisspanne (Note 2)
Coupé 28.000–42.000 €, Clubsport 55.000–78.000 €.
Größtes Risiko
Zahnriemen-Versäumnis und VarioCam-Sprocket-Bruch.
Inhalt dieser Kaufberatung
  1. Modell-Historie und Bauzeitraum
  2. Karosserie-Varianten im Überblick
  3. Motorisierungen im Überblick
  4. Rost-Hotspots, die kritischen Zonen
  5. Allgemeine Schwachstellen
  6. H-Kennzeichen-Voraussetzungen
  7. Unterhaltskosten pro Jahr
  8. Kauf-Checkliste
  9. Welcher passt zu dir?
  10. Varianten im Wert-Vergleich
  11. Bezugsquellen
  12. Häufige Fragen

Modell-Historie und Bauzeitraum

Der 968 löste 1991 den 944 S2 ab, als Evolution der Transaxle-Linie und gleichzeitig als letztes neues Front-Motor-Porsche-Modell. Designer Harm Lagaay zeichnete eine modernisierte Karosserie mit integrierten Stoßstangen und Klappscheinwerfern, die deutlich zeitgemäßer wirkte als der 944.

Motor: der M44/43, 3,0L 16V Vierzylinder mit VarioCam (variable Nockenwellen-Steuerung, Welt-Premiere bei einem Vierzylinder), 240 PS bei 6.200 1/min, 305 Nm bei 4.100 1/min. Der größte 4-Zylinder-Saugmotor seiner Zeit. Hinzu kamen modernere Bremsen (von der 928 GTS abgeleitet), Sechs-Gang-Getriebe (G50 von Getrag) und das Transaxle-Konzept mit perfekter 50:50-Gewichtsverteilung.

Karosserie-Varianten: Coupé (1991–1995, 5.793 Stück), Cabriolet (1991–1995, 4.665 Stück), und das absolute Sondermodell: Clubsport (1993–1995, 1.715 Stück), abgespeckte Sport-Version mit Festsitzen, ohne Klima, ohne elektrische Fenster, mit härterem Fahrwerk. Plus extrem selten: 968 Turbo S (nur 14 Stück, Renn-Homologation, 305 PS).

Der 968 war kommerziell kein Erfolg, der Markt verlangte nach dem 911 oder dem günstigeren Boxster (ab 1996). Nur 12.776 Stück, dann Produktionsende 1995. Lange Zeit unter dem Sammler-Radar, heute zunehmend gefragt, speziell der Clubsport.

Bauzeitraum
1991–1995
Produktionszahl
12.776 (davon 1.715 Clubsport, 14 Turbo S)
Produktionsstätte
Porsche-Werk Zuffenhausen

Karosserie-Varianten

968 Coupé 1991–1995

Volumen-Variante. 5.793 Stück. M44/43 3,0L 16V mit 240 PS. Klassisches Transaxle-Konzept.

968 Cabriolet 1991–1995

4.665 Stück. Elektrohydraulisches Stoff-Verdeck. Sammler-Status wächst stärker als Coupé.

968 Clubsport (Sondermodell) 1993–1995

1.715 Stück. Sport-Version mit Recaro-Festsitzen, ohne Klima, ohne elektrische Fenster, härteres Fahrwerk. Heute Top-Sammler.

968 Turbo S (Renn-Homologation) 1993

Nur 14 Stück! 3,0L Turbo mit 305 PS, Renn-Homologation für Gruppe-N-Rennen. Heute extreme Auktions-Rarität.

Motorisierungen im Überblick

Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.

M44/43 (3,0L 16V Vierzylinder mit VarioCam)

240 PS bei 6.200 1/min, 305 Nm bei 4.100 1/min. Größter 4-Zylinder-Saugmotor seiner Zeit. VarioCam = Welt-Premiere variable Nockenwellen-Steuerung bei einem Vierzylinder. 6-Gang-G50-Getriebe.

M44/47 (3,0L Turbo, Turbo S)

305 PS, 500 Nm. Renn-Homologations-Motor. Nur 14 968 Turbo S gebaut.

Rost-Hotspots, die kritischen Zonen

Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen. Der Schwere-Indikator zeigt den Reparatur-Aufwand.

Schweller und Wagenheber-Aufnahmen

Kritisch

Wie 944er-Familie. Schweller rosten von innen. Reparatur 1.500–3.000 € pro Seite.

Heckklappen-Rahmen (Coupé)

Mittel

Bei undichter Heckklappen-Dichtung Wasser-Sammelstelle. Reparatur 1.500–2.500 €.

Bodenblech unter Sitzen

Mittel

Wasser-Sammelstelle. Bei vernachlässigten Exemplaren durchgerostet.

Cabrio-Verdeckkasten

Mittel

Cabrio-spezifisch. Wassersack durch verstopfte Ablauf-Öffnungen.

Pop-Up-Klappscheinwerfer-Mechanik

Mittel

968-spezifisch. Motoren schwergängig, Halter brüchig. Reparatur 400–800 € pro Seite.

Türen unten und Türfalz

Niedrig

Verstopfte Ablaufbohrungen.

Allgemeine Schwachstellen

Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.

  • !
    Zahnriemen + Wasserpumpe Werkstatt 8.000–12.000 € (Motorschaden bei Versäumnis)
    Alle 60.000 km zwingend; Motorschaden bei Versäumnis.
  • !
    VarioCam-Sprocket Werkstatt 800–1.500 €
    Magnesium-Antrieb kann brechen.
  • !
    Hardyscheiben (Transaxle) selbst oder Werkstatt 700–1.200 €
    Typischer Verschleißpunkt.
  • !
    Ausgleichswellen-Lager (Lanchester) Werkstatt 1.500–2.500 €
    Verschleiß bei höheren Laufleistungen.
  • !
    Klima (R12) Werkstatt 1.200–2.000 €
    R134a-Umrüstung.
  • !
    Pop-up-Scheinwerfer selbst oder Werkstatt 400–800 € pro Seite
    Motoren und Halter altern.
  • !
    Kühlsystem selbst oder Werkstatt 500–900 €
    Kühlerschläuche werden brüchig, Komplett-Erneuerung.
  • !
    Cabrio-Verdeck-Hydraulik Werkstatt 1.500–2.500 €
    Nach 15 Jahren undicht.
  • !
    Originalradio Becker selbst machbar
    Oft nicht mehr funktionsfähig, Sammler-Aufpreis bei Funktion.
  • !
    Clubsport Sport-Fahrwerk Werkstatt 1.500–2.500 €
    Härteres Fahrwerk verschleißt Dämpfer schneller.

H-Kennzeichen, was du wissen musst

Erste Modelle H-fähig ab
2021
Jährliche Kfz-Steuer
Pauschale Kfz-Steuer 191 €/Jahr. Klassik-Versicherung 400–700 €/Jahr (Standard), 600–1.000 €/Jahr (Clubsport).

Erste 968 (1991) seit 2021 H-Kennzeichen-fähig. Späteste 968 (1995) ab 2025.

Voraussetzungen
  • Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurück
  • Weitgehend originaler Zustand der Karosserie und Technik
  • Originale Motorisierung dokumentiert
  • Original-Auspuff oder zeitgenössische Alternative
  • Positives H-Gutachten durch TÜV/DEKRA/GTÜ

Unterhaltskosten pro Jahr

Realistische jährliche Kosten bei normaler Liebhaber-Nutzung (wenige tausend Kilometer). Spannen statt Punktwerte, je nach Variante, Region und Eigenleistung.

Versicherung (Klassik-Tarif) 400–1.000 € (Clubsport oberes Ende)
Kfz-Steuer 191 € (H-Pauschale)
Wartung und Inspektion 400–800 €
Verschleißteile (anteilig) 250–500 €
Jährliche Schraubereien 400–1.000 €
Summe pro Jahr ca. 1.600–3.500 € pro Jahr

Versicherungs-Spanne über unseren Klassik-Versicherungs-Vergleicher konkretisierbar.

Kauf-Checkliste

Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.

Karosserie

  • Schweller und Wagenheber-Aufnahmen auf Hebebühne
  • Heckklappen-Rahmen + Bodenblech unter Sitzen
  • Pop-Up-Scheinwerfer beide Seiten
  • Bei Cabrio: Verdeckkasten + Karosserie-Versteifungen
  • Lackdickenmessung über alle Karosserieteile

Motor & Antrieb

  • Zahnriemen + Wasserpumpe Wechsel-Nachweis (alle 60.000 km PFLICHT)
  • VarioCam-Sprocket: Geräusche beim Kaltstart?
  • Kompressionsmessung über alle 4 Zylinder
  • Probefahrt: sauber durchziehen bis 6.500 1/min
  • Hardyscheiben-Vibrationen prüfen

AUTHENTIZITÄT bei Clubsport

  • Bei Clubsport (1.715 Stück): Porsche-Datenkarte zwingend
  • Recaro-Festsitze original
  • Kein Klima, keine elektrischen Fenster
  • Original CS-Räder + härteres Fahrwerk

Dokumentation

  • Porsche-Datenkarte vom Werk
  • Scheckheft mit Porsche- oder Spezial-Werkstatt-Stempeln
  • Lückenlose Zahnriemen-Historie
  • Bei Cabrio: Verdeck-Wartung dokumentiert
  • TÜV-Bericht aktuell

Welcher passt zu dir?

Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil: finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Use-Case.

Transaxle-Liebhaber mit Sammler-Geheimtipp

Porsche 968 Coupé

240 PS, 6-Gang, klassisches 50:50-Konzept. Markt 28.000–42.000 €. Wertentwicklung +20 %.

Cabrio-Fan mit Klassiker-Charakter

Porsche 968 Cabrio

Letztes Transaxle-Porsche-Cabrio. Markt 32.000–48.000 €. Wertentwicklung +22 %.

Top-Sammler Sport-Sondermodell

Porsche 968 Clubsport

Nur 1.715 Stück, Sport-Setup. Markt 55.000–78.000 €. Wertentwicklung +24 %. Top-Auktion bis 120.000 €.

Alle Varianten im Wert-Vergleich

Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.

Variante Motor Leistung Verbrauch Eignung Wert (Note 2) 3J-Trend
Porsche 968 Coupé M44/43 (3,0L 16V VarioCam) 240 PS 10–13 l/100km Sportwagen / Sammler 28.000–42.000 € +20.0 %
Porsche 968 Cabrio M44/43 (3,0L 16V VarioCam) 240 PS 10–13 l/100km Saison-Cruiser / Sammler 32.000–48.000 € +22.0 %
Porsche 968 Clubsport (Sondermodell) M44/43 (3,0L 16V VarioCam) 240 PS 10–13 l/100km Sammler / sportlich 55.000–78.000 € +24.0 %

Bezugsquellen, wo du dieses Modell findest

Vier Wege zum Klassiker, jeweils mit typischer Preislage und Risiko. Welcher passt, hängt von Budget, Zeit und gewünschter Absicherung ab.

Händler

Gepflegte Exemplare beim Porsche-Zentrum bzw. Klassiker-Spezialisten mit Historie und Gewährleistung.

Privatkauf

Auf mobile.de, Classic Trader und in der Community; eine Vorkauf-Untersuchung (PPI) beim Porsche-Spezialisten ist Pflicht. Zahnriemen- und VarioCam-Historie prüfen.

Auktion

Für seltene und dokumentierte Exemplare (Bring a Trailer, Classic Trader, RM Sotheby's).

Import

Teils aus dem Ausland (USA); bei Importen Vollabnahme nach §21 StVZO und Euro-Spezifika prüfen.

Häufige Fragen zur Porsche-968-Reihe

Was ist ein Porsche 968 wert? +
Ein 968 Coupé in gutem Zustand (Note 2) liegt im Mai 2026 zwischen 28.000 und 42.000 €. Cabrio etwa 15 % höher. Clubsport (1.715 Stück) deutlich: 55.000–78.000 €, Top-Auktion bis 120.000 €. Restaurationsobjekte ab 6.500 €.
Warum ist der 968 ein Geheim-Tipp? +
Drei Gründe: 1) Nur 12.776 Stück gebaut, extreme Seltenheit unter Porsches. 2) Lange unterbewertet, weil zwischen 944 und Boxster vergessen. 3) Top-Technik: VarioCam, 6-Gang-Getriebe, größter 4-Zylinder-Saugmotor seiner Zeit. Sammler-Aufmerksamkeit wächst stark, Clubsport zeigte +35 % in 5 Jahren.
Was ist der Unterschied zwischen 968 und 944 S2? +
Der 968 hat: VarioCam (variable Nockenwellen-Steuerung), 6-Gang statt 5-Gang, modernere Klappscheinwerfer, neue Stoßstangen-Integration. Technisch ist es eine Evolution des 944 S2, gleicher Transaxle, aber modernisiert. Bauzeit kürzer (nur 5 Jahre vs 11 Jahre 944er-Familie).
Wie viele 968 Clubsport wurden gebaut? +
Genau 1.715 Stück Clubsport zwischen 1993 und 1995. Davon der überwiegende Anteil in Europa, sehr wenige für USA und Japan. Sammler-Faktoren: Original-Recaro-Festsitze, Original-Lack-Code (besonders Sportlinien-Decals), keine nachträglich eingebauten Komfort-Ausstattungen.
Ist der Porsche 968 H-Kennzeichen-fähig? +
Erste 968 (1991) seit 2021 H-Kennzeichen-fähig. Späteste 968 (1995) ab 2025. Voraussetzung: originaler Zustand. Beim Clubsport zusätzlich: originale Sport-Ausstattung.
Lohnt sich der 968 als Investment? +
Ja. Mit +20 % (Coupé) bis +24 % (Clubsport) etablierter wachsender Klassiker. Top-Investment: Clubsport mit dokumentierter Provenance. Bei Standard: Cabrio wegen geringerer Stückzahl. Vermeiden: vernachlässigte Exemplare mit unklarem Zahnriemen-Status.
Was kostet die Wartung eines 968? +
Jährlich 1.500–2.500 €. Größere Posten: Zahnriemen + Wasserpumpe alle 60.000 km (1.500–2.500 €), VarioCam-Sprocket (800–1.500 €), Verdeck-Hydraulik beim Cabrio (1.500–2.500 €), Klima-Umrüstung R134a (1.200–2.000 €). Spezial-Werkstatt empfehlenswert.

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Quellen und weiterführende Informationen
Stand: Juni 2026