MARKTWERT 2026

VW Golf II

CL / GL / Diesel · 1.3 bis 1.8 · 1983–1992

VW Golf II in klassischer 80er-Jahre-Aufnahme
Foto: RoB · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der VW Golf II ist die zweite Generation des Volumen-Bestsellers und gilt heute als robuster, alltagstauglicher Einstieg in die Golf-Klassiker. Zwischen 1983 und 1992 entstanden in Wolfsburg (Halle 54) und weiteren Werken wie Brüssel, Mosel, Sarajevo, Uitenhage, Puebla und Westmoreland rund 6,3 Millionen Golf II inklusive aller Derivate, davon die Volumenvarianten mit 1,3-, 1,6- und 1,8-Liter-Benziner sowie 1,6-Liter-Saugdiesel und Turbodiesel (GTD). Mit dem evolutionären Karosserie-Design von Herbert Schäfer und der ausgereiften Technik des Vorgängers war der Golf II das deutsche Volumenmodell der 80er Jahre. Marktwerte Oktober 2026: 400 bis 9.500 Euro für Standardvarianten.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 8.075 – 10.925 €
Zustand 2 (Gut) 4.250 – 5.750 €
Zustand 3 (Gepflegt) 2.125 – 2.875 €
Zustand 4 (Alltag) 1.020 – 1.380 €
Zustand 5 (Restobjekt) 340 – 459 €
Bauzeitraum
1983 – 1992
Versicherung (Zustand 2)
280–380 €/Jahr
Produktionszahl
ca. 6,3 Mio. (Volkswagen-Angabe, alle Golf II inklusive aller Derivate, 1983 bis 1992)
H-Kennzeichen ab
2013

Über den VW Golf II

Der Golf II (intern Typ 19E) löste 1983 den Golf I ab und brachte mit einer leicht gewachsenen, evolutionär weiterentwickelten Karosserie deutlich mehr Innenraum, modernere Aerodynamik und reifere Mechanik. Herbert Schäfer behielt die Grund-Silhouette und die charakteristischen Rundscheinwerfer des Golf I bei, rundete die Karosserie aber für einen cw-Wert von 0,34 (statt 0,42) deutlich ab. CL und GL hatten Einfachscheinwerfer, der Doppelscheinwerfergrill war serienmäßig dem GTI vorbehalten und für die übrigen Modelle ab Modelljahr 1985 Sonderausstattung. Innen brachte der Golf II ein modernes Armaturenbrett mit klaren Instrumenten.

Motorseitig spannte VW den Golf II vom genügsamen 1.3L (55 PS) über das Volumenmodell 1.6L (70 bis 75 PS), den 1.8L (90 PS) bis zu den 1,6-Liter-Dieseln: Saugdiesel mit 54 PS, Turbodiesel GTD mit 70 PS und ab 1989 mit Ladeluftkühler 80 PS. Der GTI (1,8 Liter 8V mit 112 PS und 16V mit 139 PS) sowie die Sportvarianten GTI G60 und Rallye Golf sind separat dokumentiert.

Karosserievarianten: 3- und 5-türige Schrägheck-Limousine. Ausstattungslinien: C (Basis, bis Modelljahr 1987), CL, GL, Carat (1983 bis 1986), GT (ab 1986) und GTI; dazu ab Februar 1986 der syncro mit Allradantrieb und 1990 bis 1991 der Golf Country (7.735 Stück). Sondermodelle wie Manhattan, Boston, Madison, Fire and Ice, Pasadena oder Function sind heute in originalem Zustand besonders gesucht.

Kulturell ist der Golf II das deutsche Volumen-Auto der 80er und frühen 90er Jahre, das in vielen Familien als Erst- oder Zweitwagen lief. Heute ist der Standard-Golf II als Klassiker-Einstieg ideal: robuste Mechanik, ausgezeichnete Ersatzteilversorgung, eine aktive Clubszene und vergleichsweise niedrige Marktwerte.

Motorisierungen

  • → 1,0 l (GN) 45 PS, 1983 bis 1985, Einstiegsmotor
  • → 1,3 l (HK/MH, ab 1987 NZ mit Einspritzung und Kat) 55 PS, 1983 bis 1992, Basismotor ab 1985
  • → 1,6 l (EZ 75 PS, RF 72 PS, PN 70 PS mit Kat), 1983 bis 1992, Volumenmotor
  • → 1,8 l (GU Vergaser, GX ab 1984 und RP ab 1987 Einspritzer mit geregeltem Kat) 90 PS, 1983 bis 1992, auch im syncro (ab 1989 mit 98 PS)
  • → 1,6 l Saugdiesel (JP) 54 PS, 1983 bis 1991, ab 1989 wahlweise mit Oxidationskatalysator
  • → 1,6 l Turbodiesel GTD (JR) 70 PS, 1983 bis 1991, ab 1989 auch als 60-PS-Turbodiesel mit Katalysator (1V)
  • → 1,6 l Turbodiesel mit Ladeluftkühler (RA/SB) 80 PS, 1989 bis 1991

Karosserie-Varianten

  • → Schrägheck-Limousine 3-türig (1983 bis 1992)
  • → Schrägheck-Limousine 5-türig (1983 bis 1992)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an Türunterkanten, vorderen Schwellern, Scheibenrahmen und Radläufen (vor allem bei GT/GTI mit Kunststoffverbreiterungen); insgesamt gilt der Golf II dank Wachsflutung der Rohkarosse, Radhausschalen und Nahtabdichtung als rostbeständig, Unfallschäden sind oft das größere Problem.
  • ! Verstopfte Türabläufe lassen Wasser in den Türen stehen, Folge sind aufgequollene Türverkleidungen und Rost von innen.
  • ! Radlager, Bremsleitungen, Bremsschläuche und hintere Radbremszylinder verschleißen häufig.
  • ! Gerissene Antriebsmanschetten beschädigen die Antriebswellen; Zündverteiler und Lichtmaschinen fallen gelegentlich aus.
  • ! Zahnriemen der Benziner ist Wartungsteil, Auto Bild nennt 100.000 km als Wechselintervall (Wasserpumpe mit prüfen); bei unklarer Historie sofort erneuern.
  • ! Getriebe sind robust, leiden aber unter schnellen Schaltvorgängen (Synchronringe) und bei Automatik unter versäumten Ölwechseln; Kunststoffbuchsen des Schaltgestänges brechen.
  • ! Innenraum: harte Kunststoffe und Tweed in den Basisversionen, Velours der höheren Linien empfindlich; Wasserschäden an Türverkleidungen prüfen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ 1,6- oder 1,8-Liter-Benziner in CL- oder GL-Ausstattung sind die alltagstauglichste Wahl: ausreichende Leistung, robuste Mechanik, gute Ersatzteilversorgung.
  • ✓ Fahrzeuge mit geregeltem Katalysator (ab 1984 beim Einspritzer, ab 1990 bei allen Benzinern) sind steuerlich und bei Umweltzonen im Vorteil, falls kein H-Kennzeichen geplant ist.
  • ✓ Karosserie-Substanz und Originalität sind entscheidend: Spaltmaße an Türen, Haube und Heckklappe auf Unfallschäden prüfen, Radläufe, Schweller, Türunterkanten und Scheibenrahmen auf Rost.
  • ✓ Sondermodelle wie Manhattan, Boston, Madison, Fire and Ice oder Pasadena und die Allradversionen syncro und Country sind seltener und erzielen höhere Preise als Standardausführungen.
  • ✓ Lückenloses Scheckheft mit Zahnriemen-Nachweis und wenig Vorbesitzer sind im Markt deutlich preisbestimmend; Angebote mit unter 60.000 km liegen bei AutoScout24 oft doppelt so hoch wie vergleichbare Vielfahrer.
  • ✓ Bei Automatik-Fahrzeugen die Ölwechsel-Historie des Getriebes erfragen, bei Schaltern auf sauberes Einrasten des zweiten Gangs achten (Synchronringe) und Antriebsmanschetten auf Risse prüfen.
  • ✓ H-Kennzeichen: Golf II mit Erstzulassung 1983 sind seit 2013 H-fähig, die letzten Exemplare von 1992 seit 2022.

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum VW Golf II

Was ist ein VW Golf II Standard 2026 wert? +
Ein Golf II Standard (1,6-Liter-Benziner, CL- oder GL-Ausstattung) in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 5.000 Euro; ein Golf Boston mit 96.000 km und lückenlosem Scheckheft wurde im Juli 2026 bei Kickdown für 5.500 Euro versteigert. Sehr gute, originale Exemplare mit niedriger Laufleistung werden bei AutoScout24 für 9.000 bis 12.000 Euro angeboten (Note 1 rund 9.500 Euro), 1,3-Liter-Modelle liegen etwas darunter. Brauchbare Alltagsautos mit kleineren Mängeln (Note 3) kosten rund 2.500 Euro, Vielfahrer mit über 200.000 km 1.000 bis 2.000 Euro, Restaurierungsobjekte beginnen bei rund 400 Euro. Gesucht sind vor allem rostfreie, unverbastelte Fahrzeuge in Erstlack.
Welche Golf-II-Variante ist die richtige Wahl? +
Für Alltagsklassiker der 1,6-Liter-Benziner in CL- oder GL-Ausstattung: günstigster Einstieg, beste Verfügbarkeit, robuste Mechanik. Der 1,8-Liter mit 90 PS bietet mehr Reserven auf der Autobahn. Für Sammler sind die Allradversionen syncro (ab 1986) und Golf Country (1990 bis 1991, 7.735 Stück) sowie originale Sondermodelle wie Manhattan, Boston, Madison oder Fire and Ice interessant. Für sportliche Nutzung der GTI (separat dokumentiert) mit 112 oder 139 PS.
Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Golf I und Golf II? +
Der Golf II (1983) brachte gegenüber dem Golf I (1974): 17 cm mehr Länge und 7,5 cm mehr Radstand mit deutlich mehr Innenraum, bessere Aerodynamik (cw 0,34 statt 0,42), eine weichere Linienführung mit hochgesetzten Heckleuchten, ein moderneres Armaturenbrett, erstmals Servolenkung, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung, ABS gegen Aufpreis ab 1987, geregelten Katalysator ab 1984 und Allradantrieb (syncro ab 1986). Das 4+E-Getriebe und den Turbodiesel GTD gab es dagegen schon im Golf I (beim GTI beziehungsweise ab 1982). Die Mechanik blieb evolutionär (gleiche EA827-Motorenfamilie bei 1,6 und 1,8 Liter), aber das ganze Auto wurde reifer und komfortabler. Wertmäßig liegt der Golf I heute klar über dem Golf II.
Welche Sondermodelle gibt es beim Golf II? +
Volkswagen nennt für den Golf II die Sondermodelle Hit und Match (1985), Fun und Flair (1986), Manhattan (1988), Boston (1989), Madison und Moda (1990), Fire and Ice (Modelljahr 1991, Sonderlackierung Dark Violet mit GTI-Optik, auf CL- und GTI-Basis), Pasadena (1991) und Function (1991 bis 1992, gebaut in Wolfsburg, Mosel und Sarajevo) sowie das Jubiläumsmodell zum zehnmillionsten Golf (1988); dazu kommen unter anderem Memphis, Sky, Tour und Champion. Auf dem Golf Country basierten Allround (160 Stück), Chrom Edition (558 Stück) und die werksinterne Wolfsburg Edition (50 Stück). Edition One und Edition Blue (2.100 Stück) sind GTI-Sondermodelle und gehören zum GTI. Gut erhaltene Sondermodelle mit Originallack und vollständiger Ausstattung erzielen im Markt spürbar höhere Preise als Standardmodelle.
Welche Rost-Stellen sind beim Golf II besonders kritisch? +
Der Golf II war ab Werk aufwendig konserviert (Wachsflutung der Rohkarosse, Radhausschalen, Nahtabdichtung) und gilt als vergleichsweise rostbeständig. Kritisch sind laut ADAC Türunterkanten, vordere Schweller und Scheibenrahmen, außerdem die Radläufe, vor allem bei GT und GTI mit Kunststoffverbreiterungen. Verstopfte Türabläufe lassen Wasser in den Türen stehen. Bremsleitungen und Abgasanlage korrodieren. Wichtiger als die Rostsuche ist beim Golf II oft die Prüfung auf verdeckte Unfallschäden an Spaltmaßen von Türen, Haube und Heckklappe.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Golf II? +
Gut, einer der großen Vorteile des Golf II. Volkswagen Classic Parts liefert viele Originalteile, Verschleißteile gibt es reichlich und günstig im freien Handel, und fast jede Werkstatt kann den Golf II reparieren. Originalteile für Sondermodelle (Stoffe, Zierteile, Räder) sind dagegen selten und teuer, ebenso spezielle Teile für syncro, Country und G60.
Ist der Golf II ein guter Alltagsklassiker? +
Ja, ein sehr guter Alltagsklassiker. Mechanisch einfach, robust, gut zu warten. Für den Alltag (Stadt, Mittelstrecke, Autobahn bis 130 km/h) geeignet, vor allem die 1,8-Liter- und Turbodiesel-Varianten. Der Komfort ist für 80er-Jahre-Verhältnisse ordentlich (gegen Aufpreis Klimaanlage, Servolenkung, ab 1987 ABS). Die ausgezeichnete Ersatzteilversorgung und die robuste Mechanik machen den Golf II zum idealen Alltagsklassiker, vor allem für Klassiker-Einsteiger. H-Kennzeichen mit Steuerpauschale und günstiger Versicherung machen den Betrieb wirtschaftlich attraktiv.
Welche Klassik-Versicherung empfiehlt sich für den Golf II? +
Der Golf II ist ein weit verbreiteter Klassiker mit niedrigem Marktwert, entsprechend günstig sind Oldtimer-Tarife mit H-Kennzeichen. Die Prämie hängt vom vereinbarten Marktwert, der Jahresfahrleistung, der Unterbringung und dem Alter des Halters ab; bei Standardversionen liegt sie meist deutlich unter einer normalen Haftpflicht- und Kaskoversicherung. GTI, G60, syncro und Rallye Golf werden höher eingestuft. Konkrete Tarife zeigt der Chromradar-Versicherungsvergleich.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.