KAUFBERATUNG 2026

Mercedes G-Klasse Kaufberatung 2026

W 460/W 461 (puristischer G) und W 463 (Komfort-G), der Mercedes-Geländewagen aus Graz

Mercedes G-Klasse, der unsterbliche Geländewagen
Foto: Alexander Migl · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Die Mercedes G-Klasse ist laut Mercedes-Benz die mit Abstand am längsten gebaute Pkw-Modellreihe der Marke. Seit 1979 entsteht sie in Graz, Österreich, gefertigt von Steyr-Daimler-Puch (heute Magna Steyr) im Auftrag von Mercedes-Benz. Die erste Baureihe W 460 lief bis 1992, ihre Nachfolgerin W 461 für Behörden, Gewerbe und Militär wurde ab 1992 gebaut, zivil bis Ende 2001 als 290 GD Turbodiesel und danach für Berufskunden als Worker und Professional bis 2021. Die komfortorientierte Baureihe W 463 wurde im September 1989 vorgestellt und in dieser Form bis 2018 gebaut; die 2018 eingeführte Neuauflage ist nicht Thema dieser Kaufberatung. Abgedeckt sind die klassischen Sammler-G: W 460/W 461 (puristisch) und der frühe W 463 (Komfort-G der 90er und 2000er).

Das Wichtigste in Kürze
Für wen geeignet
Für Geländewagen-Fans: vom puristischen Diesel (W 460/W 461) bis zum Komfort- und AMG-G (W 463).
Preisspanne (Note 2)
W460/461 32.300–43.700 €, W463 38.250–51.750 €.
Größtes Risiko
Rost an Rahmen und Karosserie, beim G 320 mit M 104 (bis 1997) der Motorkabelbaum.
Inhalt dieser Kaufberatung
  1. Modell-Historie und Bauzeitraum
  2. Karosserie-Varianten im Überblick
  3. Motorisierungen im Überblick
  4. Rost-Hotspots, die kritischen Zonen
  5. Allgemeine Schwachstellen
  6. H-Kennzeichen-Voraussetzungen
  7. Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)
  8. Kauf-Checkliste
  9. Welcher passt zu dir?
  10. Varianten im Wert-Vergleich
  11. Bezugsquellen
  12. Häufige Fragen

Modell-Historie und Bauzeitraum

Die G-Klasse geht auf eine 1972 vereinbarte Zusammenarbeit von Daimler-Benz und dem österreichischen Hersteller Steyr-Daimler-Puch zurück. Als Anstoß gilt der iranische Schah Mohammad Reza Pahlavi, damals großer Daimler-Benz-Aktionär, der einen Geländewagen für Grenzpatrouillen wünschte. Die Bundeswehr entschied sich zunächst aus Kostengründen für den VW Iltis. Steyr-Daimler-Puch baute das Werk Graz-Thondorf für die Serienfertigung aus; der Großteil der Entwicklungsarbeit fand in Graz statt. Im Februar 1979 wurde das G-Modell vorgestellt. Die Produktion lag zunächst bei der gemeinsamen Geländefahrzeug GmbH (GFG), seit August 1981 fertigt Steyr-Daimler-Puch (heute Magna Steyr) im Auftrag von Mercedes-Benz. In Österreich, der Schweiz und den damaligen COMECON-Ländern wurde das Fahrzeug unter dem Namen Puch verkauft, in der Schweiz und Österreich bis Ende 1999.

Die erste Baureihe (W 460, 1979–1992) war ein nüchternes Arbeitsgerät: Leiterrahmen, Starrachsen vorn und hinten, permanenter Hinterradantrieb mit während der Fahrt zuschaltbarem Vorderradantrieb, aber ohne Mitteldifferenzial. Die Motoren stammten aus dem Pkw-Baukasten: 240 GD, 300 GD, 230 G und 280 GE (156 PS), ab 1982 der 230 GE, ab 1987 der 250 GD. Meistverkauftes Modell war laut Mercedes-Benz der 300 GD mit mehr als 20.000 zivilen Exemplaren; insgesamt liefen knapp 52.000 zivile W 460 vom Band. Ab 1992 übernahm die Baureihe W 461 (230 GE, 290 GD, ab 1997 290 GD Turbodiesel) das Geschäft mit Behörden, Gewerbekunden und Streitkräften.

Die im September 1989 vorgestellte Baureihe W 463 brachte permanenten Allradantrieb, drei serienmäßige, per Schalter zuschaltbare Differenzialsperren und abschaltbares ABS sowie einen deutlich wohnlicheren Innenraum. Wichtige Modelle: 300 GE (M 103, 170 PS), 350 GD Turbo (1992, 136 PS), 500 GE (M 117, 241 PS, 446 Exemplare 1993–1994), G 320 (M 104, 210 PS, ab Ende 1993; ab Ende 1997 V6 M 112 mit 215 PS), G 300 Turbodiesel (OM 606, 177 PS, ab 1996), G 500 (M 113, 296 PS, ab 1998) und G 55 AMG (354 PS ab 1999, als Kompressor ab 2004 mit 476 PS, später 500 und ab 2008 507 PS).

2018 löste eine weitgehend neu konstruierte G-Klasse den klassischen W 463 ab, die Grundform blieb erhalten. Die frühen Baureihen sind heute als Klassiker gefragt, besonders der W 460 und der frühe W 463.

Bauzeitraum
1979–2018
Produktionszahl
über 300.000 (die 300.000. G-Klasse lief am 19. Juli 2017 in Graz vom Band, gezählt über alle Baureihen; davon knapp 52.000 zivile W 460)
Produktionsstätte
Graz, Österreich: Steyr-Daimler-Puch (heute Magna Steyr) im Auftrag von Mercedes-Benz

Karosserie-Varianten

W 460 (1979–1992) 1979–1992

Erste Baureihe. Offener Wagen (Cabrio) mit kurzem Radstand, Station Wagon und Kastenwagen jeweils kurz oder lang. 230 G, 230 GE, 280 GE, 240 GD, 250 GD, 300 GD. Für professionelle Kunden bis 1992 im Programm.

W 461 (ab 1992) 1992–2021

Nachfolger des W 460 für Behörden, Kommunen, Gewerbe und Militär, bis 2001 mit zuschaltbarem Vorderradantrieb. 230 GE (nur 331 Stück, bis 1996), 290 GD, ab 1997 290 GD Turbodiesel (zivil bis Ende 2001). Danach für Berufskunden als G 270 CDI Worker, G 280 CDI Worker/Professional und G 300 CDI Professional bis 2021, mit permanentem Allrad. Für Sammler relevant sind vor allem die Jahrgänge bis 2001.

W 463 Komfort-G (1989/1990–2018) 1990–2018

Vorgestellt im September 1989. Cabrio, Station Wagon kurz und lang, kein Kastenwagen mehr. 250 GD, 300 GD, 350 GD Turbo, 230 GE, 300 GE, G 320, G 300 Turbodiesel, G 500, G 55 AMG und spätere CDI-Diesel.

Motorisierungen im Überblick

Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.

OM 616 / OM 617 / OM 602 (Vorkammer-Diesel W 460/W 461)

240 GD (OM 616, 2,4 Liter Vierzylinder, 72 PS), 300 GD (OM 617, 3,0 Liter Fünfzylinder, 80 PS, ab September 1979 88 PS), 250 GD (OM 602, 2,5 Liter, 84 PS, ab 1987). W 461: 290 GD (2,9 Liter, 95 PS), ab 1997 290 GD Turbodiesel (120 PS).

M 115 / M 102 / M 110 (Benziner W 460)

230 G (M 115, 90 oder 102 PS), 230 GE (M 102, 125 PS, mit Kat 122 PS, ab 1982), 280 GE (M 110 Sechszylinder, 156 PS).

OM 603 / OM 606 (Sechszylinder-Diesel W 463)

300 GD (OM 603, 3,0 Liter, 113 PS), 350 GD Turbo (OM 603, 3,5 Liter, 136 PS, ab 1992, erster Turbodiesel im G), G 300 Turbodiesel (OM 606, 177 PS, ab 1996).

M 103 / M 104 / M 112 (Sechszylinder-Benziner W 463)

300 GE (M 103, 3,0 Liter, 170 PS), G 320 (M 104, 3,2 Liter Reihensechszylinder, 210 PS, ab Ende 1993), ab Ende 1997 G 320 mit V6 M 112 (215 PS).

M 117 / M 113 (V8 W 463)

500 GE (M 117, 241 PS, 1993–1994, 446 Stück), G 500 (M 113, 5,0 Liter, 296 PS, ab 1998), G 55 AMG (M 113, 5,4 Liter, 354 PS ab 1999; Kompressor ab 2004 mit 476 PS, später 500 PS, ab 2008 507 PS).

Rost-Hotspots, die kritischen Zonen

Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen. Der Schwere-Indikator zeigt den Reparatur-Aufwand.

Schweller und Trittbretter

Kritisch

Klassischer G-Klasse-Rost. Schweller rosten von innen. Beim W460/461 besonders kritisch. Reparaturkosten hängen stark vom Umfang ab, vorab Angebot einholen.

Hintere Radläufe und Heckabschluss

Kritisch

Typischer Rost-Hotspot. Beim Cabriolet und 5-Türer-Kombi zusätzlich problematisch.

Tür-Unterkante und Tür-Innen

Kritisch

Bei verstopften Ablaufbohrungen. Beim 5-Türer (4 Türen) alle 4 prüfen.

Leiter-Rahmen und Quer-Träger

Kritisch

Bei alten W 460/W 461 Rost am Rahmen möglich. KO-Kriterium, Reparatur sehr aufwendig.

Hecktür und Spritzwasserbereich

Mittel

Innenseite der Hecktür, Türfalz unten.

Bei Cabriolet: Verdeck-Kasten

Mittel

Cabriolet-spezifisch. Wassersack durch verstopfte Ablauf-Öffnungen.

Scheibenrahmen, Heckleuchten und Karosserieaufnahmen

Kritisch

Laut Auto Bild Klassik ist Korrosion am Scheibenrahmen und rund um die Heckleuchten häufig, ebenso an den hinteren Federbein- und vorderen Karosserieaufnahmen; beim W 463 tritt Rost an Scheibenrahmen und Heck oft schon früh auf.

Allgemeine Schwachstellen

Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.

  • !
    Vorkammer-Diesel (OM 616, OM 617, OM 602, OM 603) Werkstatt
    Einspritzdüsen und Vorglühanlage verschleißen mit der Laufleistung; Startverhalten, Schwarzrauch und Kompression prüfen.
  • !
    M 104 Motorkabelbaum (G 320, bis 1997) Werkstatt
    Bei Mercedes-Motoren M 104 der Baujahre 1992–1997 zerfällt die Isolierung des Motorkabelbaums; Tausch gegen neuen oder neu aufgebauten Kabelbaum nötig, wenn nicht schon erledigt.
  • !
    V6 M 112 (G 320 ab Ende 1997) Werkstatt
    Bei hohen Laufleistungen auf Ölverlust und Ölverbrauch achten, Wartungshistorie prüfen.
  • !
    V8 M 113 (G 500, G 55 AMG) Werkstatt
    Auf Ölverlust, Ölverbrauch und Laufgeräusche achten, lückenlose Wartung ist beim V8 wichtiger als die Laufleistung.
  • !
    G 55 AMG Kompressor (ab 2004) Werkstatt
    Kompressor, Bremsen und Fahrwerk stark belastet; Wartung bei einer AMG-erfahrenen Werkstatt und Nachweise prüfen.
  • !
    Automatikgetriebe Werkstatt
    Bis Mitte der 90er Viergang-Automatik, ab G 300 Turbodiesel (1996) und G 320 V6 (1997) elektronisch gesteuerte Fünfgang-Automatik. Bei hohen Laufleistungen auf Schaltruck und Schlupf achten, Ölwechsel-Historie prüfen.
  • !
    Verteilergetriebe und Sperren Werkstatt
    Bei vernachlässigtem Gelände-Einsatz Verschleiß; Funktion aller Sperren und der Untersetzung prüfen.
  • !
    Innenausstattung Werkstatt
    Stoff und Leder werden bei UV-Belastung rissig, Aufarbeitung je nach Umfang teuer.
  • !
    Sonderschutz und Umbauten selbst oder Werkstatt
    Gepanzerte G 500 Guard (ab 1999) und nachträgliche Umbauten bringen Mehrgewicht und Eintragungsfragen; Papiere und Eintragungen genau prüfen.

H-Kennzeichen, was du wissen musst

Erste Modelle H-fähig ab
2009
Jährliche Kfz-Steuer
Pauschale Kfz-Steuer 191,73 €/Jahr bei H-Zulassung. Die Prämie der Klassik-Versicherung hängt von Wert, Tarif und Saisonkennzeichen ab; im Versicherungsvergleich prüfen.

Alle W 460 sind H-Kennzeichen-fähig, frühe Exemplare (1979) seit 2009. Beim W 461 und W 463 gilt die Erstzulassung plus 30 Jahre: Stand Oktober 2026 sind Fahrzeuge bis Erstzulassung 1996 H-fähig; erste W 463 (ab Ende 1989/1990) seit 2019/2020.

Voraussetzungen
  • ✓ Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurück
  • ✓ Weitgehend originaler Zustand der Karosserie und Technik
  • ✓ Originale Motorisierung mit dokumentierter Historie
  • ✓ Original-Auspuff oder zeitgenössische Alternative mit Eintragung
  • ✓ Positives H-Gutachten durch TÜV, DEKRA oder GTÜ
  • ✓ Bei militärischen Konversionen: zivile Umbau-Eintragung erforderlich

Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)

Richtwerte, keine Einzelbelege: grobe Orientierung für die jährlichen Kosten bei Liebhaber-Nutzung mit wenigen tausend Kilometern. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Zustand, Variante, Werkstatt und Eigenleistung ab. Fest steht nur die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen (pauschal 191,73 € für Pkw).

Versicherung (Klassik-Tarif) 350–1.200 € (G 500/G 55 oberes Ende)
Kfz-Steuer 191,73 € (H-Pauschale, nur bei H-Zulassung)
Wartung und Inspektion 400–900 €
Verschleißteile (anteilig) 300–600 €
Jährliche Schraubereien 400–1.000 €
Summe pro Jahr (Richtwert) ca. 1.640–3.890 € pro Jahr (V8/AMG deutlich höher)

Versicherungs-Spanne über unseren Klassik-Versicherungs-Vergleicher konkretisierbar.

Kauf-Checkliste

Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.

Karosserie & Rahmen, KRITISCH

  • Leiter-Rahmen komplett auf Hebebühne, KO-Kriterium
  • Schweller und Trittbretter einzeln drücken
  • Hintere Radläufe / Bördelkanten
  • Türen unten, alle (3- oder 5-Türer)
  • Hecktür und Heckabschluss
  • Bei Cabriolet: Verdeck-Kasten und Karosserie-Verwindung
  • Stoßstangen-Halter und Stoßfänger
  • Lackdickenmessung über alle Karosserieteile

Geländewagen-Technik (entscheidend!)

  • Differenzialsperren funktional (W 463: drei Sperren vorn, Mitte, hinten; W 460/W 461: Achssperren, kein Mitteldifferenzial)
  • Untersetzung (Low-Range) schaltbar?
  • Verteilergetriebe: Geräusche bei Lastwechsel?
  • Starrachsen-Federung: keine ausgeschlagenen Gelenke
  • Lenkung: Servolenkung (W463) funktional, ohne Spiel
  • Probefahrt: Gelände-tauglich? Idealerweise Test im Gelände

Motor & Antrieb

  • Bei Diesel: Düsenstöcke (Schwarzrauch beim Beschleunigen)
  • Bei M 104 (G 320 bis 1997): Kabelbaum-Status
  • Bei V8 (G 500, G 55 AMG): lückenlose Wartungshistorie, Ölverlust und Laufgeräusche prüfen
  • Bei G 55 AMG Kompressor: Service-Historie bei AMG-erfahrener Werkstatt
  • Kompressionsmessung über alle Zylinder
  • Automatik: kein Schlupf, saubere Schaltungen

Dokumentation

  • Mercedes-Scheckheft mit MB-Stempeln (sehr wichtig)
  • Mercedes-Classic-Datenkarte
  • Erstzulassungs-Nachweis und vollständige Halterhistorie
  • Bei G 55 AMG: Datenkarte von Mercedes-Benz Classic mit der AMG-Ausstattung abgleichen
  • Bei Militär-Konversion: zivile Umbau-Eintragung
  • TÜV-Bericht aktuell und nachvollziehbar

Welcher passt zu dir?

Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil: finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Use-Case.

Klassischer G-Wagen-Liebhaber

Mercedes 300 GD (W 460)

Fünfzylinder-Saugdiesel OM 617 mit 88 PS, laut Mercedes-Benz mit mehr als 20.000 zivilen Exemplaren das meistverkaufte Modell der Baureihe 460. Klassisches G-Erlebnis. Markt 38.000–55.000 € für gute Exemplare.

Komfort-G mit klassischer Anmutung

Mercedes G 320 (W463, M104 oder M112)

M 104 Reihensechszylinder mit 210 PS (Ende 1993 bis 1997) oder ab Ende 1997 V6 M 112 mit 215 PS. Komfort der späten 90er, klassisches G-Design. Markt etwa 30.000–45.000 € (Note 3 bis 2 der W 463-Leiter).

V8-Fan mit Status-Anspruch

Mercedes G 500 (W463)

M 113-V8 mit 296 PS, ab 1998. Der lange G 500 war laut Mercedes-Benz bis 2000 mit über 4.400 Stück das meistgebaute Einzelmodell des W 463. Gute Exemplare liegen meist um 30.000–45.000 €, Spitzenfahrzeuge bis etwa 65.000 € (W 463-Leiter).

AMG-Fan mit Sammlerblick

Mercedes G 55 AMG (W463)

Ab 1999 als Saugmotor mit 354 PS, ab 2004 als Kompressor mit 476 PS, später 500 und ab 2008 507 PS. Der frühe G 55 AMG wurde als G 500 mit AMG-Technikpaket (Motor, seitlich austretende Auspuffanlage) bestellt. Der Markt streut stark: classic.com nennt für den G 55 AMG Baujahr 2005 einen Benchmark von rund 55.000 US-Dollar bei Zuschlägen zwischen etwa 37.000 und 150.000 US-Dollar. Liegt über der Basisleiter, Einzelbewertung nötig.

Alle Varianten im Wert-Vergleich

Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.

Variante Motor Leistung Verbrauch Eignung Wert (Note 2)
G-Klasse W460/W461 OM 616, OM 617, OM 602, M 115, M 102, M 110 72–156 PS ca. 13,5–14 l/100 km (Diesel, Werksangabe), Benziner 17–22 l Geländewagen / Sammler 32.300–43.700 €
G-Klasse W463 (Komfort-G) OM 602, OM 603, OM 606, M 102, M 103, M 104, M 112, M 117, M 113 94–507 (AMG) PS ca. 10–17 l/100 km (Werksangaben je nach Motor) Geländewagen / Sammler 38.250–51.750 €

Bezugsquellen, wo du dieses Modell findest

Vier Wege zum Klassiker, jeweils mit typischer Preislage und Risiko. Welcher passt, hängt von Budget, Zeit und gewünschter Absicherung ab.

Händler

Gepflegte Exemplare beim Mercedes-Klassiker-Spezialisten bzw. im Markencenter mit Historie und Gewährleistung.

Privatkauf

Großer Markt auf mobile.de, Classic Trader und Kleinanzeigen; Rost und Servicehistorie zwingend prüfen. Allrad-Technik (Sperren, Verteilergetriebe), Rost und beim G 320 den Kabelbaum prüfen.

Auktion

Für seltene und dokumentierte Exemplare (Sondermodelle, AMG, Cabrio).

Import

Teils aus dem Ausland (USA, trockene Klimazonen); Euro-Spec-Umbau und Vollabnahme nach §21 StVZO einplanen.

Häufige Fragen zur Mercedes-Benz-G-KLASSE-Reihe

Was ist eine Mercedes G-Klasse wert? +
Eine W 460/W 461 G-Klasse in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 zwischen 32.300 und 43.700 €. Topzustand bis etwa 55.000 €, Restaurierungsobjekte ab 5.500 €. Beim W 463 (Komfort-G) sind es in Note 2 38.250–51.750 €, im Topzustand bis etwa 65.000 €. AMG-Versionen und Sondermodelle liegen je nach Ausführung darüber: classic.com nennt für den G 55 AMG Baujahr 2005 einen Benchmark von rund 55.000 US-Dollar bei großer Streuung.
Was ist der Unterschied zwischen W460/W461 und W463? +
Der W 460 (1979–1992) und sein Nachfolger W 461 (ab 1992) sind die puristischen Arbeitsgeräte: permanenter Hinterradantrieb mit zuschaltbarem Vorderradantrieb, kein Mitteldifferenzial, kein ABS, einfache Innenausstattung. Der W 463 (vorgestellt 1989, bis 2018) ist die Komfort-Version: permanenter Allradantrieb mit drei serienmäßigen Differenzialsperren, abschaltbares ABS, wohnlicherer Innenraum und stärkere Motoren. Leiterrahmen und Starrachsen haben beide.
Sind die drei Differenzialsperren das Besondere an der G-Klasse? +
Zum Teil. Seit dem W 463 (1989/1990) hat die G-Klasse permanenten Allradantrieb mit drei serienmäßigen, per Schalter zuschaltbaren Differenzialsperren vorn, in der Mitte und hinten. Damit kommt der G auch dann voran, wenn einzelne Räder kaum Traktion haben. Der W 460 und der W 461 haben zuschaltbaren Vorderradantrieb ohne Mitteldifferenzial. Hinzu kommen Leiterrahmen, Starrachsen und Untersetzung.
Welche G-Klasse-Variante ist am haltbarsten? +
Als besonders robust gelten die einfachen Vorkammer-Diesel, allen voran der 300 GD (W 460, OM 617), den Mercedes-Benz mit mehr als 20.000 zivilen Exemplaren als Bestseller der Baureihe nennt. Bei den Benzinern sind die Reihensechszylinder M 103 (300 GE) und M 104 (G 320, Kabelbaum beachten) bewährte Mercedes-Motoren, beim V8 der M 113 (G 500). Der Kompressor-V8 im G 55 AMG verlangt aufwendigere Wartung. Entscheidend ist bei allen der Zustand von Rahmen und Karosserie.
Lohnt sich ein G 55 AMG als Investment? +
Eine Wertentwicklung lässt sich nicht zusichern. Der G 55 AMG ist unter Sammlern gefragt, der Markt streut aber stark: classic.com nennt für Baujahr 2005 einen Benchmark von rund 55.000 US-Dollar bei Zuschlägen zwischen etwa 37.000 und 150.000 US-Dollar. Wichtig sind eine zur Datenkarte passende AMG-Ausstattung, originale Anbauteile und eine lückenlose Wartungshistorie. Vorsicht bei Optik-Umbauten auf G 55 AMG, die nicht ab Werk so ausgeliefert wurden.
Wie viele G-Klassen wurden gebaut? +
Bis Juli 2017 liefen in Graz 300.000 G-Klassen vom Band, gezählt über alle Baureihen; die 400.000. folgte im Dezember 2020 bereits mit der neuen Generation. Für den W 460 nennt Mercedes-Benz knapp 52.000 zivile Fahrzeuge, davon mehr als 20.000 300 GD. Beim W 463 der ersten Jahre: 350 GD Turbo knapp 4.300 Stück, 500 GE V8 446 Stück (1993–1994), G 500 lang bis 2000 über 4.400 Stück. Belastbare Gesamtzahlen je Baureihe veröffentlicht Mercedes-Benz nicht.
Was kostet die Wartung einer G-Klasse? +
Die Richtwerte oben gehen von 400–900 € Wartung und 300–600 € Verschleiß pro Jahr aus; V8 und G 55 AMG liegen spürbar darüber. Größte Kostentreiber sind Rostsanierung am Rahmen und an der Karosserie, Arbeiten an Sperren und Verteilergetriebe sowie beim G 320 mit M 104 ein neuer Motorkabelbaum. Vor dem Kauf Angebote einer G-erfahrenen Werkstatt einholen.
Welcher G ist als Einsteiger empfehlenswert? +
Der 300 GD (W 460) mit dem Saugdiesel OM 617, der klassische puristische G. Markt 38.000–55.000 € für gute Exemplare (Note 2 bis 1). Beim Komfort-G: G 320 (M 104 oder M 112), Markt etwa 30.000–45.000 € (Note 3 bis 2). Wichtig: vor Kauf auf Hebebühne Rahmen prüfen, ein durchgerosteter Rahmen ist KO-Kriterium. Lieber mehr für ein rostfreies Exemplar ausgeben.

Konkreten Wert berechnen

Nutze den Marktwert-Check mit allen 9 Bewertungs-Faktoren für dein konkretes Modell, inklusive Laufleistung, Historie und Originalität.

Zum Marktwert-Check
Quellen und weiterführende Informationen
Stand: Oktober 2026