Mercedes G-Klasse W460/W461
W 460 und W 461 · 1979–2001
Die Mercedes G-Klasse W460/W461 ist die puristische erste Generation des Mercedes-Geländewagens. Ab 1979 bei Steyr-Daimler-Puch in Graz gebaut (heute Magna Steyr). Typen 230 G/230 GE, 240 GD, 250 GD, 280 GE und 300 GD, Letzterer mit über 20.000 zivilen Exemplaren der meistverkaufte. Leiterrahmen, Starrachsen und zuschaltbarer Vorderradantrieb ohne Mitteldifferenzial.
Marktwerte nach Zustand
Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.
| Zustand | Marktwert-Range |
|---|---|
| Zustand 1 (Topzustand) | 46.750 – 63.249 € |
| Zustand 2 (Gut) | 32.300 – 43.700 € |
| Zustand 3 (Gepflegt) | 21.250 – 28.749 € |
| Zustand 4 (Alltag) | 11.900 – 16.099 € |
| Zustand 5 (Restobjekt) | 4.675 – 6.324 € |
Über den Mercedes G-Klasse W460/W461
Die G-Klasse W460 wurde im Februar 1979 vorgestellt. Entwickelt hat sie Daimler-Benz gemeinsam mit der Steyr-Daimler-Puch AG, die dafür das Puch-Werk in Graz-Thondorf ausbaute. Gefertigt wurde zunächst von der Gelände-Fahrzeug GmbH, an der beide Partner je zur Hälfte beteiligt waren; seit August 1981 baut Steyr-Daimler-Puch die Fahrzeuge im Auftrag von Mercedes-Benz. In Österreich, der Schweiz und den damaligen COMECON-Ländern wurde das ansonsten identische Fahrzeug als Puch G verkauft. Als Anstoß für das Projekt gilt eine Anfrage des Schahs von Persien, damals Großaktionär bei Daimler-Benz.
Technik: gekröpfter Vierkantrohr-Leiterrahmen, Starrachsen vorn und hinten an Längslenkern und Panhardstab, Schraubenfedern. Angetrieben wird permanent die Hinterachse, der Vorderradantrieb lässt sich während der Fahrt zuschalten. Ein Mitteldifferenzial fehlt, der starre Durchtrieb verspannt auf festem Untergrund den Antriebsstrang. Karosserien: Offener Wagen (kurzer Radstand) sowie Stationswagen und Kastenwagen mit kurzem oder langem Radstand.
Ab September 1989 stand mit dem W463 eine komfortbetonte Baureihe mit permanentem Allradantrieb und drei Differenzialsperren daneben; der W460 blieb für gewerbliche Kunden bis 1992 im Programm. Bis dahin entstanden knapp 52.000 zivile W460. Anfang 1992 löste der W461 mit 230 GE und dem neuen 290 GD (95 PS) den W460 ab, ab 1997 folgte der 290 GD Turbodiesel mit 120 PS. Die Zivilversion dieses Typs lief Ende 2001 aus.
Für Berufskunden blieb die Baureihe 461 danach im Programm, ab Ende 2001 als G 270 CDI Worker, später als G 280 CDI Worker/Professional und G 300 CDI Professional mit permanentem Allradantrieb, bis 2021. Diese späten Fahrzeuge sind nicht Teil dieser Seite.
Motorisierungen
- → OM 616 2,4 l Vierzylinder-Diesel, 72 PS (240 GD, 1979–1987)
- → OM 617 3,0 l Fünfzylinder-Diesel aus dem W 123, 80 PS, ab 09/1979 88 PS (300 GD)
- → OM 602 2,5 l Fünfzylinder-Diesel, 84 PS (250 GD, ab 10/1987)
- → M 115 2,3 l Vierzylinder-Vergaser, 90 oder 102 PS (230 G, Inland bis 1982); ab 1986 Export mit M 102-Vergasermotor, 109 PS
- → M 102 2,3 l Vierzylinder-Einspritzer, 125 PS, mit Kat 122 PS (230 GE, ab 04/1982)
- → M 110 2,8 l Sechszylinder-Einspritzer (Doppelnockenwelle) aus dem 280 E, 156 PS (280 GE)
- → M 102 2,0 l, 122 PS bzw. 118 PS mit Kat (200 GE, 1986–1991, nur Italien)
- → W461 ab 1992: 2,9 l Fünfzylinder-Diesel, 95 PS (290 GD, bis 1997); 3,0 l Fünfzylinder-Turbodiesel, 120 PS (290 GD Turbodiesel, 1997–2001)
Karosserie-Varianten
- → Offener Wagen (kurzer Radstand)
- → Stationswagen kurz (3 Türen)
- → Stationswagen lang (5 Türen)
- → Kastenwagen kurz und lang
- → Pick-up (W461 290 GD, langer Radstand)
Typische Schwachstellen
Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:
- ! Rost am Rahmen und an den Federaufnahmen, bei Arbeitsfahrzeugen oft stark
- ! Rost an Stehblechen, unter der Windschutzscheibe, im Heckbereich und am Tank
- ! Frühe Fahrzeuge ohne Hohlraumversiegelung, daher besonders rostgefährdet
- ! Tür-Unterkanten und Trittbretter prüfen
- ! Vorkammer-Diesel (240 GD, 250 GD, 300 GD): Kompression und Vorglühanlage prüfen, Leistung ab Werk knapp
- ! Vorderradantrieb und Differenzialsperren: Schaltzylinder und Gestänge auf Funktion prüfen
- ! Verspannungsschäden im Antriebsstrang durch Allradfahrt auf festem Untergrund möglich (kein Mitteldifferenzial)
- ! Original-Stoffinnenausstattung oft verschlissen
Worauf beim Kauf achten
- ✓ Rahmen und Federaufnahmen auf der Hebebühne prüfen, starker Rahmenrost ist ein Ausschlusskriterium
- ✓ Zuschaltung des Vorderradantriebs, Geländeuntersetzung und vorhandene Differenzialsperren testen
- ✓ Wartungsnachweise und Scheckheft
- ✓ 300 GD als meistgebaute Variante; Inserate auf Classic Trader im Oktober 2026 rund 23.000–58.000 €
- ✓ 280 GE kurz mit gutem Zustand selten, Inserate rund 50.000–55.000 €
- ✓ Bei ehemaligen Behörden- oder Militärfahrzeugen zivile Umschreibung und Eintragungen prüfen
- ✓ Originale Räder und Anhängerkupplung
- ✓ Dokumentierte Historie erhöht den Wert
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In welchem Zustand?
Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.
Häufige Fragen zum Mercedes G-Klasse W460/W461
Was ist eine Mercedes G-Klasse W460 wert? +
Was ist der Unterschied zwischen W460 und W461? +
Welcher G-Motor ist der verbreitetste? +
Hat der W460 drei Differenzialsperren? +
Ist die G-Klasse W460 H-Kennzeichen-fähig? +
Lohnt sich die G-Klasse W460 als Investment? +
Was kostet die Wartung einer G-Klasse W460? +
Vergleichbare Modelle
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title="Mercedes-Benz Mercedes G-Klasse W460/W461 Marktwert-Check"
loading="lazy"></iframe> - Mercedes-Benz Classic Archiv: Geländewagen der Baureihe 460, 1979–1992
- Mercedes-Benz Classic Archiv: Geländewagen der Baureihe 461, 1992–2021
- Wikipedia: Mercedes-Benz G-Klasse
- Auto Bild Klassik: Kaufberatung Mercedes G-Klasse
- Classic Trader: Inserate Mercedes G-Klasse W 460