MARKTWERT 2026

Mercedes G-Klasse W460/W461

W 460 und W 461 · 1979–2001

Mercedes G-Klasse W460/W461, die ursprüngliche Hard-Core-G der ersten Generation
Foto: Alexander Migl · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Die Mercedes G-Klasse W460/W461 ist die puristische erste Generation des Mercedes-Geländewagens. Ab 1979 bei Steyr-Daimler-Puch in Graz gebaut (heute Magna Steyr). Typen 230 G/230 GE, 240 GD, 250 GD, 280 GE und 300 GD, Letzterer mit über 20.000 zivilen Exemplaren der meistverkaufte. Leiterrahmen, Starrachsen und zuschaltbarer Vorderradantrieb ohne Mitteldifferenzial.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 46.750 – 63.249 €
Zustand 2 (Gut) 32.300 – 43.700 €
Zustand 3 (Gepflegt) 21.250 – 28.749 €
Zustand 4 (Alltag) 11.900 – 16.099 €
Zustand 5 (Restobjekt) 4.675 – 6.324 €
Bauzeitraum
1979 – 2001
Versicherung (Zustand 2)
456–1.064 €/Jahr
Produktionszahl
knapp 52.000 zivile W460 (1979–1992) laut Mercedes-Benz Classic, davon über 20.000 300 GD; dazu bis 2001 rund 4.900 W461 der Typen 230 GE (331 Stück), 290 GD (rund 3.000) und 290 GD Turbodiesel (rund 1.600 an zivile Kunden). Militärfahrzeuge und die späteren Worker-/Professional-Modelle sind nicht enthalten.
H-Kennzeichen ab
2009

Über den Mercedes G-Klasse W460/W461

Die G-Klasse W460 wurde im Februar 1979 vorgestellt. Entwickelt hat sie Daimler-Benz gemeinsam mit der Steyr-Daimler-Puch AG, die dafür das Puch-Werk in Graz-Thondorf ausbaute. Gefertigt wurde zunächst von der Gelände-Fahrzeug GmbH, an der beide Partner je zur Hälfte beteiligt waren; seit August 1981 baut Steyr-Daimler-Puch die Fahrzeuge im Auftrag von Mercedes-Benz. In Österreich, der Schweiz und den damaligen COMECON-Ländern wurde das ansonsten identische Fahrzeug als Puch G verkauft. Als Anstoß für das Projekt gilt eine Anfrage des Schahs von Persien, damals Großaktionär bei Daimler-Benz.

Technik: gekröpfter Vierkantrohr-Leiterrahmen, Starrachsen vorn und hinten an Längslenkern und Panhardstab, Schraubenfedern. Angetrieben wird permanent die Hinterachse, der Vorderradantrieb lässt sich während der Fahrt zuschalten. Ein Mitteldifferenzial fehlt, der starre Durchtrieb verspannt auf festem Untergrund den Antriebsstrang. Karosserien: Offener Wagen (kurzer Radstand) sowie Stationswagen und Kastenwagen mit kurzem oder langem Radstand.

Ab September 1989 stand mit dem W463 eine komfortbetonte Baureihe mit permanentem Allradantrieb und drei Differenzialsperren daneben; der W460 blieb für gewerbliche Kunden bis 1992 im Programm. Bis dahin entstanden knapp 52.000 zivile W460. Anfang 1992 löste der W461 mit 230 GE und dem neuen 290 GD (95 PS) den W460 ab, ab 1997 folgte der 290 GD Turbodiesel mit 120 PS. Die Zivilversion dieses Typs lief Ende 2001 aus.

Für Berufskunden blieb die Baureihe 461 danach im Programm, ab Ende 2001 als G 270 CDI Worker, später als G 280 CDI Worker/Professional und G 300 CDI Professional mit permanentem Allradantrieb, bis 2021. Diese späten Fahrzeuge sind nicht Teil dieser Seite.

Motorisierungen

  • → OM 616 2,4 l Vierzylinder-Diesel, 72 PS (240 GD, 1979–1987)
  • → OM 617 3,0 l Fünfzylinder-Diesel aus dem W 123, 80 PS, ab 09/1979 88 PS (300 GD)
  • → OM 602 2,5 l Fünfzylinder-Diesel, 84 PS (250 GD, ab 10/1987)
  • → M 115 2,3 l Vierzylinder-Vergaser, 90 oder 102 PS (230 G, Inland bis 1982); ab 1986 Export mit M 102-Vergasermotor, 109 PS
  • → M 102 2,3 l Vierzylinder-Einspritzer, 125 PS, mit Kat 122 PS (230 GE, ab 04/1982)
  • → M 110 2,8 l Sechszylinder-Einspritzer (Doppelnockenwelle) aus dem 280 E, 156 PS (280 GE)
  • → M 102 2,0 l, 122 PS bzw. 118 PS mit Kat (200 GE, 1986–1991, nur Italien)
  • → W461 ab 1992: 2,9 l Fünfzylinder-Diesel, 95 PS (290 GD, bis 1997); 3,0 l Fünfzylinder-Turbodiesel, 120 PS (290 GD Turbodiesel, 1997–2001)

Karosserie-Varianten

  • → Offener Wagen (kurzer Radstand)
  • → Stationswagen kurz (3 Türen)
  • → Stationswagen lang (5 Türen)
  • → Kastenwagen kurz und lang
  • → Pick-up (W461 290 GD, langer Radstand)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost am Rahmen und an den Federaufnahmen, bei Arbeitsfahrzeugen oft stark
  • ! Rost an Stehblechen, unter der Windschutzscheibe, im Heckbereich und am Tank
  • ! Frühe Fahrzeuge ohne Hohlraumversiegelung, daher besonders rostgefährdet
  • ! Tür-Unterkanten und Trittbretter prüfen
  • ! Vorkammer-Diesel (240 GD, 250 GD, 300 GD): Kompression und Vorglühanlage prüfen, Leistung ab Werk knapp
  • ! Vorderradantrieb und Differenzialsperren: Schaltzylinder und Gestänge auf Funktion prüfen
  • ! Verspannungsschäden im Antriebsstrang durch Allradfahrt auf festem Untergrund möglich (kein Mitteldifferenzial)
  • ! Original-Stoffinnenausstattung oft verschlissen

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Rahmen und Federaufnahmen auf der Hebebühne prüfen, starker Rahmenrost ist ein Ausschlusskriterium
  • ✓ Zuschaltung des Vorderradantriebs, Geländeuntersetzung und vorhandene Differenzialsperren testen
  • ✓ Wartungsnachweise und Scheckheft
  • ✓ 300 GD als meistgebaute Variante; Inserate auf Classic Trader im Oktober 2026 rund 23.000–58.000 €
  • ✓ 280 GE kurz mit gutem Zustand selten, Inserate rund 50.000–55.000 €
  • ✓ Bei ehemaligen Behörden- oder Militärfahrzeugen zivile Umschreibung und Eintragungen prüfen
  • ✓ Originale Räder und Anhängerkupplung
  • ✓ Dokumentierte Historie erhöht den Wert

Genauen Wert für deinen Mercedes G-Klasse W460/W461 berechnen

1
Marke
2
Modell
3
Baujahr
4
Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Mercedes G-Klasse W460/W461

Was ist eine Mercedes G-Klasse W460 wert? +
Eine W460/W461 G-Klasse in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 38.000 €, Topzustand bei rund 55.000 €, Restaurierungsobjekte ab etwa 5.500 €. Inserate auf Classic Trader reichen von rund 23.000 bis 58.000 €, Auktionszuschläge im September 2026 lagen zwischen 14.375 € und 39.100 € (RM Sotheby's).
Was ist der Unterschied zwischen W460 und W461? +
Der W460 (1979–1992) war die erste G-Generation mit zuschaltbarem Vorderradantrieb. Anfang 1992 löste ihn der W461 als Baureihe für gewerbliche und behördliche Nutzer ab, technisch vor allem beim Antrieb aktualisiert (290 GD mit 95 PS, ab 1997 290 GD Turbodiesel mit 120 PS). Parallel gab es seit 1989 den komfortbetonten W463 mit permanentem Allrad.
Welcher G-Motor ist der verbreitetste? +
Der 300 GD mit 3,0-Liter-Fünfzylinder-Diesel (80, ab 09/1979 88 PS). Laut Mercedes-Benz Classic entfielen mehr als 20.000 der knapp 52.000 zivilen W460 auf ihn. Bei den Benzinern gab es 230 G/230 GE und den 280 GE mit 156 PS. Mechanisch gilt der W460 als sehr robust.
Hat der W460 drei Differenzialsperren? +
Nein. Der W460 hat permanenten Hinterradantrieb und einen während der Fahrt zuschaltbaren Vorderradantrieb ohne Mitteldifferenzial. Permanenten Allradantrieb mit drei serienmäßigen, per Knopfdruck aktivierbaren Differenzialsperren brachte erst der W463 ab 1989/1990.
Ist die G-Klasse W460 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja. Frühe W460 (1979) sind seit 2009 H-Kennzeichen-fähig, alle W460 spätestens seit 2022. W461 mit Erstzulassung bis 2001 werden bis 2031 H-fähig; die bis 2021 gebauten Worker- und Professional-Modelle entsprechend später.
Lohnt sich die G-Klasse W460 als Investment? +
Der W460 ist bei Sammlern gefragt, gute Exemplare sind selten. Wertbestimmend sind ein gesunder Rahmen, Originalzustand und dokumentierte Wartung. Eine Wertsteigerung ist nicht garantiert.
Was kostet die Wartung einer G-Klasse W460? +
Die Kosten hängen stark vom Rostzustand ab. Größter Posten ist meist die Rostsanierung an Rahmen, Federaufnahmen und Karosserie; dazu kommen die Pflege von Zuschaltung, Sperren und Achsen.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.