MARKTWERT 2026

Mercedes S-Klasse W116

Erste S-Klasse · 1972–1980

Mercedes-Benz W116, erste offizielle S-Klasse der Geschichte
Foto: Rudolf Stricker · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Die Mercedes-Benz Baureihe 116 ist die erste Mercedes-Limousine, die offiziell S-Klasse hieß. Zwischen 1972 und 1980 entstanden insgesamt 473.035 Exemplare: als 280 S, 280 SE/SEL, 350 SE/SEL und 450 SE/SEL, dazu der 450 SEL 6.9 und der nur in Nordamerika angebotene 300 SD. Ab Herbst 1978 war der W116 als erstes Auto weltweit mit Antiblockiersystem (ABS) lieferbar.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 21.250 – 28.749 €
Zustand 2 (Gut) 13.600 – 18.400 €
Zustand 3 (Gepflegt) 8.500 – 11.500 €
Zustand 4 (Alltag) 4.675 – 6.324 €
Zustand 5 (Restobjekt) 1.870 – 2.530 €
Bauzeitraum
1972 – 1980
Versicherung (Zustand 2)
280–448 €/Jahr
Produktionszahl
465.655 (alle W116 ohne 450 SEL 6.9, davon 28.634 Diesel 300 SD für USA/Kanada; Benziner 280 S bis 450 SEL: 437.021)
H-Kennzeichen ab
2002

Über den Mercedes S-Klasse W116

Der W116 löste 1972 die Limousinen der Baureihen W108/W109 ab und trug als erste Mercedes-Baureihe offiziell den Namen S-Klasse. Gezeichnet wurde er unter Friedrich Geiger, für den es die letzte Modellreihe seiner Laufbahn war; erstmals waren Scheinwerfer und Kühlergrill horizontal ausgelegt. Gebaut wurde im Werk Sindelfingen.

Technisch brachte der W116 eine Doppelquerlenker-Vorderachse mit Lenkrollradius null, einen über der Hinterachse geschützt eingebauten Tank und eine verstärkte Sicherheitszelle. Ab Herbst 1978 war er als erstes Auto weltweit mit ABS lieferbar, entwickelt gemeinsam mit Bosch. Die Motoren reichen vom M110-Reihensechszylinder über die V8 M116 und M117 bis zum Fünfzylinder-Turbodiesel des 300 SD; die Einspritzmotoren wechselten zwischen November 1975 und Februar 1976 von der elektronischen D-Jetronic auf die mechanische K-Jetronic. Die SEL-Versionen (450 SEL ab März 1973, 350 SEL ab November 1973, 280 SEL ab April 1974) haben 100 mm mehr Radstand für mehr Platz im Fond.

Meistgebautes Modell war der 280 SE mit 150.593 Exemplaren. Auch Bundeskanzler Helmut Schmidt ließ sich in der S-Klasse chauffieren; das Helmut-Schmidt-Archiv nennt den 450 SEL 6.9 als Kanzlerlimousine seiner Amtszeit.

Motorisierungen

  • → M110 2,8 l Reihensechszylinder DOHC: 280 S mit Solex-Vergaser 160 PS (ab 1976 156 PS), 280 SE/SEL mit Einspritzung 185 PS (1976 bis April 1978 mit K-Jetronic 177 PS)
  • → M116 3,5 l V8 (200 PS, 1976 bis April 1978 195 PS; 350 SE/SEL)
  • → M117 4,5 l V8 (225 PS, 1976 bis April 1978 217 PS; 450 SE/SEL)
  • → OM 617 3,0 l Fünfzylinder-Turbodiesel (115 PS, 300 SD, 1978–1980 nur USA/Kanada)

Karosserie-Varianten

  • → W116 Limousine (Standard-Radstand)
  • → W116 SEL Langversion (+100 mm)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an Innenschwellern (unter dem Teppich verdeckt) und Schwellerspitzen
  • ! Bodenblech und Bereich unter der Rückbank an den Achsaufnahmen
  • ! Hintere Endspitzen und Radläufe
  • ! Fahrerfußraum und Übergang zum Radhaus, im Motorraum Stehbleche und Spritzwand
  • ! V8-Motoren: gelängte Steuerketten und ermüdete Gleitschienen möglich
  • ! Elektronische D-Jetronic (bis 1975/76) ist schwerer zu warten als die spätere mechanische K-Jetronic
  • ! Ausgeschlagene Lenkung mit Lenkspiel, teils nur per Austauschlenkung zu beheben

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Hebebühne unverzichtbar, Schweller, Bodenblech, Querträger penibel prüfen
  • ✓ Original-Mercedes-Datenkarte vorhanden? Sammler-Pflicht
  • ✓ Steuerketten-Service-Historie prüfen, gelängte Ketten sind laut Auto Bild Klassik vor allem bei den V8 bekannt
  • ✓ Bei V8: Hydrostössel-Verhalten und Ölverbrauchs-Historie
  • ✓ Zustand der Velours- oder Lederpolster prüfen, Aufarbeitung ist aufwendig
  • ✓ Klimaanlage: Funktion und eventuelle Umrüstung auf R134a dokumentiert?
  • ✓ Glänzender Lack sagt wenig: Rost an Achsaufnahmen und Unterboden ist von außen oft nicht zu sehen

Genauen Wert für deinen Mercedes S-Klasse W116 berechnen

1
Marke
2
Modell
3
Baujahr
4
Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Mercedes S-Klasse W116

Was ist eine Mercedes W116 S-Klasse wert? +
Laut Chromradar-Werteleiter (Stand Oktober 2026) liegt ein W116 in gutem Zustand (Note 2) bei rund 16.000 €, ein ordentliches Fahrzeug (Note 3) bei etwa 10.000 €. Spitzenzustand rund 25.000 €, Restaurierungsobjekte ab etwa 2.200 €. V8-Modelle wie der 450 SE/SEL werden in Deutschland meist höher angeboten als die Sechszylinder.
War der W116 wirklich der erste Mercedes mit ABS? +
Ja. Ab Herbst 1978 war der W116 als erstes Auto weltweit mit einem Antiblockiersystem lieferbar, entwickelt von Mercedes-Benz gemeinsam mit Bosch.
Welcher W116-Motor ist am haltbarsten? +
Die Motoren des W116 gelten insgesamt als solide. Bei den V8 können laut Auto Bild Klassik gelängte Steuerketten und ermüdete Gleitschienen vorkommen. Fachleute raten eher zu späteren W116 mit kontaktloser Zündung und mechanischer K-Jetronic, weil diese leichter beherrschbar sind. Eine belastbare Rangfolge der Haltbarkeit gibt es nicht; entscheidend ist der Pflegezustand.
Ist die W116 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja, alle W116 sind seit 2002 (für 1972er) bzw. 2010 (für 1980er) H-Kennzeichen-fähig. Pauschale Kfz-Steuer 191,73 € pro Jahr.
Welche W116-Variante ist als Einsteiger empfehlenswert? +
Der 280 SE mit dem bewährten M110-DOHC-Sechszylinder; als meistgebaute W116-Version (150.593 Exemplare) ist er am häufigsten im Angebot. Gute Exemplare (Note 2) liegen laut Chromradar-Werteleiter um 16.000 €; Inserate für 280 SE in Deutschland reichen im Oktober 2026 etwa von 9.000 bis knapp 18.000 €, Ausnahmefahrzeuge darüber.
Wie viele W116 wurden gebaut? +
Insgesamt 473.035 Exemplare zwischen 1972 und 1980. Davon 7.380 als 450 SEL 6.9 (eigene Modellseite) und 28.634 als 300 SD für Nordamerika. Meistgebaut war der 280 SE mit 150.593 Exemplaren.
Was kostet die Wartung eines W116? +
Belastbare Durchschnittswerte gibt es nicht; die Kosten hängen stark vom Zustand ab. Ein V8 verursacht durch mehr Verbrauch und Teileaufwand in der Regel höhere Kosten als ein Sechszylinder. Teuer wird vor allem Rost: Allein für einen durchgerosteten Übergang vom Fußraum zum Schweller samt Wagenheberaufnahme nennt Auto Bild Klassik rund 1.500 €.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.