MARKTWERT 2026

Mercedes W124 Limousine

200 D bis E 420 · 1984–1995

Mercedes-Benz W124 Limousine, der beste Mercedes aller Zeiten
Foto: OSX · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Der Mercedes W124 gilt vielen Liebhabern als besonders solide gebauter Mercedes, in der Tradition des W123, aber moderner und sicherer. Von Ende 1984 bis 1995 entstanden laut Mercedes-Benz Classic 2.213.167 Limousinen, vom 200 D mit 72 PS bis zum E 420 mit 279 PS (der 500 E/E 500 hat eine eigene Seite).

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 13.600 – 18.400 €
Zustand 2 (Gut) 8.925 – 12.074 €
Zustand 3 (Gepflegt) 5.525 – 7.474 €
Zustand 4 (Alltag) 2.975 – 4.024 €
Zustand 5 (Restobjekt) 1.020 – 1.380 €
Bauzeitraum
1984 – 1995
Versicherung (Zustand 2)
280–380 €/Jahr
Produktionszahl
2.213.167 Limousinen (dazu 2.342 Langversionen)
H-Kennzeichen ab
2014

Über den Mercedes W124 Limousine

Der W124 löste im Dezember 1984 den W123 ab und trug ab Juni 1993 die Bezeichnung E-Klasse. Die Form verantworteten Bruno Sacco, Joseph Gallitzendörfer und Peter Pfeiffer; der cw-Wert lag zum Marktstart je nach Typ bei 0,29 bis 0,30. Charakteristisch für die Limousinen ab der Modellpflege im September 1989 sind die seitlichen Flankenschutzleisten mit Edelstahl-Zierleiste, in der Szene „Sacco-Bretter“ genannt.

Die Motoren-Palette ist breit: Vierzylinder M 102 (200, 200 E, 230 E) und ab Herbst 1992 die Vierventiler M 111 (E 200, 220 E/E 220), Sechszylinder M 103 (260 E, 300 E) und Vierventil-Sechszylinder M 104 (300 E-24, 280 E/E 280, 320 E/E 320), dazu der V8 M 119 im 400 E/E 420. Die Vorkammer-Diesel reichen vom 200 D (OM 601) bis zum 300 D Turbo beziehungsweise E 300 Turbodiesel (OM 603); ab 1993 kamen die Vierventil-Diesel OM 605 (E 250 Diesel) und OM 606 (E 300 Diesel).

Achtung: Bei den Vierventil-Benzinern M 104 und M 111 sowie beim V8 M 119 ab etwa 1992 versprödet die Isolierung des Motorkabelbaums. Prüfen!

Motorisierungen

  • → M 102: 2,0 und 2,3 Liter, Vierzylinder, 105–136 PS (200, 200 E, 230 E)
  • → M 111: 2,0 und 2,2 Liter, Vierzylinder-Vierventiler, 136–150 PS (E 200, 220 E/E 220, ab 1992)
  • → M 103: 2,6 und 3,0 Liter, Sechszylinder mit zwei Ventilen pro Zylinder, 160–188 PS (260 E, 300 E)
  • → M 104: 2,8 bis 3,2 Liter, Sechszylinder-Vierventiler, 193–220 PS (300 E-24, 280 E/E 280, 320 E/E 320)
  • → M 119: 4,2-Liter-V8, 279 PS (400 E/E 420)
  • → OM 601/OM 602/OM 603: Vorkammer-Diesel mit 2,0 bis 3,0 Litern, 72–147 PS, auch als Turbodiesel (300 D Turbo, 250 D Turbo, E 300 Turbodiesel)
  • → OM 605/OM 606: Vorkammer-Diesel mit Vierventiltechnik ab 1993, 113–136 PS (E 250 Diesel, E 300 Diesel)

Karosserie-Varianten

  • → Limousine 4-türig

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Wagenheberaufnahmen an den Schwellern: bekannteste W124-Roststelle, Plastikabdeckungen aufklappen und prüfen
  • ! Vordere Aufnahmen der Hinterachse: kritischste Roststelle, Instandsetzung aufwendig
  • ! Vordere Kotflügel, vordere Schwellerspitzen und rechter Innenkotflügel (Bereich Waschwasserbehälter)
  • ! Hintere Radhäuser und untere Türkanten
  • ! Wasserbasislack ab Ende 1992/1993: spätere Fahrzeuge gelten als rostanfälliger
  • ! Motorkabelbaum der Vierventil-Benziner M 104 und M 111 (ab etwa 1992): Isolierung versprödet, Tausch je nach Werkstatt rund 500 bis 1.500 €
  • ! Zylinderkopfdichtung bei den Sechszylindern, Wechsel oft um 200.000 km fällig
  • ! Automatik: starkes Ruckeln beim Gangwechsel deutet auf Überholungsbedarf hin
  • ! Klimaanlage: Kondensator oder Kompressor häufig defekt
  • ! Pneumatische Zentralverriegelung: Pumpe und Leitungen altern, Undichtigkeiten

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Bei Vierventil-Benzinern (M 104, M 111, Baujahre ab etwa 1992): Zustand oder Tausch des Motorkabelbaums nachweisen lassen
  • ✓ Hebebühne Pflicht: Wagenheberaufnahmen, Hinterachsaufnahmen, Schweller, Radhäuser
  • ✓ M 103 (260 E/300 E) und die Zweiventil-Vierzylinder M 102 gelten als robust und sind vom Kabelbaum-Problem nicht betroffen
  • ✓ Lückenlose Wartungshistorie (Scheckheft, Rechnungen) steigert den Wert deutlich
  • ✓ Diesel: Die Vorkammer-Motoren gelten als sehr langlebig, Laufleistungen um 500.000 km kommen vor
  • ✓ Original-Räder (15- oder 16-Zoll Mercedes-Design) Wertfaktor
  • ✓ Bei AMG-Versionen und Umbauten: Herkunft über Papiere und Rechnungen belegen lassen
  • ✓ Sportline (Ausstattungspaket ab September 1989): originales Sportfahrwerk, Sitze und Lederlenkrad prüfen

Genauen Wert für deinen Mercedes W124 Limousine berechnen

1
Marke
2
Modell
3
Baujahr
4
Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Mercedes W124 Limousine

Was ist ein Mercedes W124 wert? +
Eine W124 Limousine in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 10.500 €. Topzustand (Note 1) um 16.000 €, Restaurierungsobjekte (Note 5) um 1.200 €. 300 E-24, E 280/E 320, 4MATIC und 400 E/E 420 liegen meist darüber.
Warum ist der W124 so beliebt? +
Mehrere Gründe: solide Verarbeitung, für seine Zeit hohe Sicherheit (ABS ab September 1988 serienmäßig, Fahrerairbag ab Oktober 1992 serienmäßig) und eine breite Palette mit Limousine, T-Modell, Coupé, Cabriolet und Langversion. In der Szene wird er oft als „letzter echter Mercedes“ bezeichnet.
Was ist das Kabelbaum-Problem? +
Bei den Vierventil-Benzinern M 104 und M 111 sowie beim V8 M 119 (400 E/E 420) ab etwa 1992 versprödet die Isolierung des Motorkabelbaums, weil der Weichmacher mit der Zeit ausgast. Folgen sind schlechter Motorlauf, Startprobleme und Kurzschlüsse, die das Motorsteuergerät beschädigen können. Der Tausch kostet je nach Werkstatt und Teil rund 500 bis 1.500 €.
Welcher W124-Motor ist am haltbarsten? +
Als besonders robust gelten der M 103 (260 E/300 E) und die älteren Zweiventil-Vierzylinder; 300.000 km sind laut mobile.de keine Seltenheit. Bei den Dieseln gelten die Vorkammer-Motoren als sehr langlebig, Laufleistungen um 500.000 km kommen vor. Das Kabelbaum-Problem betrifft dagegen die Vierventil-Benziner M 104 und M 111.
Ist die W124 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja. Die ersten Limousinen kamen im Dezember 1984 auf den Markt und sind seit Ende 2014 H-fähig, die letzten (Bauende 1995) seit 2025.
Wie viele W124 wurden gebaut? +
Laut Mercedes-Benz Classic entstanden 2.213.167 Limousinen, dazu 2.342 Langversionen und 6.398 Fahrgestelle für Sonderaufbauten. Mit 340.503 T-Modellen, 141.498 Coupés und 33.952 Cabriolets kommt die Baureihe 124 zwischen Ende 1984 und 1997 auf rund 2,7 Millionen Fahrzeuge.
Was kostet die Wartung eines W124? +
Für die laufende Wartung gibt es keine belastbare Pauschale; sie hängt stark von Motor und Zustand ab. Größere Einzelposten sind der Motorkabelbaum bei M 104 und M 111 (rund 500 bis 1.500 €), die Zylinderkopfdichtung bei den Sechszylindern und Rostreparaturen an Wagenheber- und Hinterachsaufnahmen.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.