Chromradar
Klassiker im Wert-Check
MARKTWERT 2026

Volvo 740 / 940

Boxy-Youngtimer · 1984–1998

Volvo 940 GL Limousine in Grau, Frontansicht von links, Baujahr 1992
Foto: Mr.choppers, Wikimedia Commons · Bildquelle

Volvo 740 und 940 sind die kantigen Nachfolger des 240 und damit die letzten klassischen, hinterradgetriebenen Großserien-Volvos. Der 740 kam 1984, das technisch eng verwandte 940 löste ihn 1990 ab und lief als letzter RWD-Volvo-Kombi bis 1998. Mit robustem Redblock-Vierzylinder, eckiger Designsprache und sprichwörtlicher Langlebigkeit sind die Boxy-Volvos heute aufstrebende Youngtimer mit wachsender Fangemeinde. Marktwerte 2026: rund 3.800 bis 22.000 Euro, der 740 Turbo und gepflegte Kombis am oberen Rand.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 18.700 – 25.299 €
Zustand 2 (Gut) 12.750 – 17.250 €
Zustand 3 (Gepflegt) 8.500 – 11.500 €
Zustand 4 (Alltag) 5.525 – 7.474 €
Zustand 5 (Restobjekt) 3.230 – 4.370 €
3-Jahres-Trend: +14%
Bauzeitraum
1984 – 1998
Versicherung (Zustand 2)
280–420 €/Jahr
Produktionszahl
740 ab 1984, 940 bis 1998; zusammen mehrere Millionen der 700er- und 900er-Reihe
H-Kennzeichen ab
2014

Über den Volvo 740 / 940

Mit dem 740 stellte Volvo 1984 die eckige Mittelklasse-Baureihe vor, die zusammen mit dem luxuriöseren 760 die 700er-Reihe bildete. 1990 folgte das überarbeitete 940 als Spitze der 900er-Reihe, das den 740 ablöste und im Kombi bis 1998 als letzter hinterradgetriebener Volvo-Kombi gebaut wurde. Technisch sind 740 und 940 eng verwandt: gleiche Plattform, gleiche Redblock-Vierzylinder, gleiche robuste Hinterachse.

Angetrieben werden die Boxy-Volvos vom bewährten Redblock-Reihenvierzylinder mit 2,0 bis 2,3 Litern, als Saugmotor oder als kräftiger Turbo. Der 740 Turbo wurde in den 1980ern auch im Tourenwagensport eingesetzt und trug dem Modell den liebevollen Spitznamen Flying Brick ein. Hinterradantrieb, einfache Technik und die typische Volvo-Solidität machen 740 und 940 zu langlebigen, gut wartbaren Klassikern.

Gesucht sind heute vor allem die Turbo-Varianten und gepflegte Kombis, die das praktische, unverwüstliche Volvo-Konzept verkörpern. Lange als reine Gebrauchtwagen verschlissen, werden gute 740 und 940 inzwischen seltener und steigen als bezahlbare Youngtimer-Alternative zum teureren 240 im Wert.

Motorisierungen

  • 2.0L / 2.3L Redblock-Vierzylinder, Saug- und Einspritzversionen, ca. 90 bis 140 PS
  • 2.3L Redblock Turbo, ca. 165 bis 190 PS, 740 / 940 Turbo, gesuchte Sportvariante (Flying Brick)
  • 2.4L Turbodiesel (VW-Basis), seltener und weniger gesucht

Karosserie-Varianten

  • Limousine 4-türig (740 / 940), 1984 bis 1998
  • Kombi (740 / 940), 1985 bis 1998, letzter hinterradgetriebener Volvo-Kombi

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an Radläufen, Endspitzen, Wagenheber-Aufnahmen und beim Kombi an Heckklappe und Übergängen, weniger anfällig als der 240, aber vorhanden.
  • ! Redblock-Motor ist langlebig, Zylinderkopfdichtung und Ventilschaftdichtungen altern, beim Turbo zusätzlich Lader, Ladeluftschläuche und Ölversorgung prüfen.
  • ! Vorderachse und Lenkung: Buchsen, Spurstangenköpfe und Stoßdämpfer verschleißen, Klappern und schwammiges Fahrverhalten als Warnsignale.
  • ! Automatikgetriebe (AW-Reihe) reagiert empfindlich auf vernachlässigte Ölwechsel, Schaltvorgänge und Ölzustand kontrollieren.
  • ! Elektrik: Kabelbaum-Alterung (vor allem frühe 740 mit empfindlicher Isolierung), Masseprobleme und alternde Zusatzverbraucher.
  • ! Innenraum: Armaturenbrett kann reißen, Sitze und Kunststoffe verschleißen, einzelne Teile nur noch gebraucht verfügbar.

Worauf beim Kauf achten

  • Rost an Radläufen, Endspitzen und Kombi-Heckklappe prüfen, die Boxy-Volvos sind solider als der 240, aber nicht rostfrei.
  • Der 740 / 940 Turbo ist die gesuchte Sportvariante, auf intakten Lader, dichte Ladeluftführung und dokumentierte Wartung achten.
  • Gepflegte Kombis sind besonders gefragt, der 940 Kombi als letzter RWD-Volvo-Kombi hat einen eigenen Sammlerreiz.
  • Lückenlose Wartungshistorie und regelmäßige Ölwechsel (vor allem bei Automatik und Turbo) sind wertentscheidend.
  • Originalität und vollständige Ausstattung steigern den Wert, frühe 740 mit dem anfälligen Kabelbaum genau auf Elektrikprobleme prüfen.
  • Als bezahlbare Alternative zum teureren 240 bietet ein gepflegter 740 / 940 viel Auto fürs Geld mit Aufwärtspotenzial.
  • H-Kennzeichen ist für 740 ab 2014 möglich und greift fortlaufend für die 940, ein rostfreies Original sichert günstige Klassik-Konditionen.

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Volvo 740 / 940

Was ist ein Volvo 740 oder 940 2026 wert? +
Die Marktwerte liegen 2026 zwischen rund 3.800 Euro für ein einfaches, gebrauchsspuriges Exemplar und etwa 22.000 Euro für einen makellosen 740 Turbo oder einen erstklassigen 940 in Topzustand. Ein gepflegter, rostfreier Boxy-Volvo in Note 2 liegt bei rund 15.000 Euro, ein gut erhaltenes Alltagsexemplar in Note 3 bei etwa 10.000 Euro. Den oberen Rand bilden die Turbo-Varianten und gepflegte Kombis. Insgesamt sind 740 und 940 noch günstiger als der 240, gelten aber als aufstrebende Youngtimer, deren gute Exemplare seltener werden und im Wert steigen.
Was ist der Unterschied zwischen Volvo 740 und 940? +
Der 740 erschien 1984 als eckige Mittelklasse der 700er-Reihe, das 940 löste ihn 1990 ab und gehört zur 900er-Reihe. Technisch sind beide eng verwandt: gleiche Plattform, gleiche Redblock-Vierzylinder und gleiche hinterradgetriebene Architektur. Das 940 erhielt ein moderner gezeichnetes Heck mit weicheren Linien, überarbeitete Details und lief im Kombi bis 1998 als letzter hinterradgetriebener Volvo-Kombi. Für den Klassikkäufer sind die Unterschiede überschaubar, beide teilen die berühmte Volvo-Robustheit. Der 940 ist tendenziell der modernere und langlebigere Wurf, der 740 der etwas puristischere frühe Boxy-Volvo.
Welcher Boxy-Volvo ist der beste Kauf? +
Für maximalen Charakter und Wertpotenzial ist der 740 oder 940 Turbo die erste Wahl, der als Flying Brick einen kräftigen, sportlichen Auftritt bietet, aber sorgsame Wartung von Lader und Ölversorgung verlangt. Wer es praktisch und unkompliziert mag, greift zum gepflegten Kombi, der das ikonische Volvo-Konzept verkörpert und besonders gefragt ist. Die Saug-Limousinen sind die günstigsten, soliden Einsteiger. Entscheidend ist in jedem Fall ein rostfreies, originales Exemplar mit lückenloser Historie, denn der Pflegezustand bestimmt den Wert stärker als die genaue Motorvariante.
Rostet der Volvo 740 / 940 stark? +
Die Boxy-Volvos sind solider gebaut und weniger rostanfällig als der ältere 240, aber rostfrei sind sie nicht. Kritische Stellen sind die Radläufe, die Endspitzen, die Wagenheber-Aufnahmen und beim Kombi die Heckklappe samt Unterkante und die Übergänge der Seitenwände. Auch Schweller und Bodenbleche gehören kontrolliert. Da viele 740 und 940 lange als Alltags- und Winterautos liefen, ist die Rostvorsorge oft vernachlässigt worden. Eine genaue Inspektion der genannten Bereiche ist beim Kauf Pflicht, denn umfangreiche Karosseriearbeiten können den noch moderaten Fahrzeugwert schnell übersteigen.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Volvo 740 / 940? +
Die Versorgung ist dank hoher Stückzahlen und der Verwandtschaft zum 240 überwiegend gut. Mechanische Teile, Verschleißteile und Redblock-Komponenten sind günstig und breit verfügbar, viele auch im freien Handel. Reparaturbleche für die Rost-Hotspots und gängige Fahrwerksteile gibt es problemlos. Schwieriger wird es bei Turbo-Spezifika, bestimmten Innenraum-Komponenten und einzelnen 740-Teilen der frühen Baujahre. Die aktive Volvo-Klassikerszene mit Clubs, Foren und Spezialhändlern liefert Teile und Know-how, sodass 740 und 940 als schraubfreundliche, gut versorgte Youngtimer gelten.
Ist der Volvo 740 / 940 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja, der 740 ist seit 2014 über die 30-Jahre-Regel H-Kennzeichen-fähig, und die 940 erreichen die Reife fortlaufend, die letzten von 1998 ab 2028. Voraussetzung ist neben dem Alter ein weitgehend originaler, gepflegter und rostfreier Zustand sowie ein positives H-Gutachten durch TÜV, DEKRA oder GTÜ. Das H-Kennzeichen bringt die günstige pauschale Kfz-Steuer und den Zugang zu Umweltzonen. Gerade bei den lange als Alltagsautos genutzten Boxy-Volvos lohnt sich das originale, rostfreie Exemplar, weil es sowohl die H-Zulassung als auch den steigenden Sammlerwert sichert.
Wie hoch ist die Versicherung für einen Volvo 740 / 940? +
Als solider Youngtimer ist der 740 oder 940 günstig zu versichern. Mit H-Kennzeichen oder über einen Youngtimer-Tarif liegen die Jahresprämien je nach Anbieter, Wert und Nutzung meist im niedrigen dreistelligen Bereich. Voraussetzung ist üblicherweise ein Mindestalter des Fahrers, ein Alltagsfahrzeug im Haushalt und eine begrenzte Jahresfahrleistung. Empfehlenswert ist eine Police mit Wertvereinbarung auf Basis eines aktuellen Wertnachweises, damit im Schadensfall der vereinbarte Marktwert ersetzt wird. Da sich die Bedingungen und Prämien der Klassik-Versicherer deutlich unterscheiden, lohnt sich ein Vergleich vor Abschluss.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.