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BMW Z3 vs Mercedes SLK, der Purist gegen den Klappdach-Erfinder

Der Roadster-Boom der 90er, ausgelöst vom Mazda MX-5, brachte zwei gegensätzliche deutsche Antworten: BMW baute mit dem Z3 den klassischen Frontmotor-Heckantriebs-Roadster mit Bond-Aura, Mercedes erfand mit dem SLK und seinem Vario-Dach das moderne Klappdach-Cabrio neu. Wir vergleichen Marktwerte, Charakter und Sammler-Logik.

von Patrick Leiß · Stand: 15. Juni 2026 · Lesezeit ca. 15 Min
BMW
BMW Z3 Roadster
1.8 bis 3.0 · 1995–2002
Note 2: 12.000 EUR · Trend 3 Jahre: +12%
Mercedes-Benz
Mercedes SLK R170
Vario-Dach Roadster · 1996–2004
Note 2: 7.500 EUR · Trend 3 Jahre: +12%

Marktwert direkt verglichen

Zustand BMW Z3 Roadster Mercedes SLK R170 Differenz
Note 1 18.000 EUR 12.000 EUR +6.000 EUR
Note 2 12.000 EUR 7.500 EUR +4.500 EUR
Note 3 7.500 EUR 4.500 EUR +3.000 EUR
Note 4 4.500 EUR 2.200 EUR +2.300 EUR
Note 5 1.600 EUR 800 EUR +800 EUR

Marktwerte aus dem Chromradar-Index, Stand 15. Juni 2026. Differenz = Wert BMW Z3 Roadster minus Wert Mercedes SLK R170.

Kaum ein Duell bringt den Roadster-Boom der 90er so auf den Punkt wie dieses: Der BMW Z3 und der Mercedes SLK waren die beiden deutschen Antworten auf die vom Mazda MX-5 entfachte Lust am kleinen offenen Sportwagen, und unterschiedlicher hätten sie kaum ausfallen können. BMW baute mit dem Z3 den klassischen Frontmotor-Heckantriebs-Roadster mit Stoffdach und Bond-Aura, Mercedes erfand mit dem SLK und seinem versenkbaren Stahl-Klappdach das moderne Cabrio gleich neu. Der eine ist der Purist, der andere der Innovator. Wir klären mit aktuellen Marktdaten, welcher 90er-Roadster zu welchem Käufer passt.

Kurzfazit

Der Z3 ist der puristische Fahrer-Roadster: 12.000 EUR in Note 2, +12 % über drei Jahre, Frontmotor, Heckantrieb und vor allem die seidigen Sechszylinder, gekrönt von den begehrten M-Modellen. Wer ihn kauft, kauft klassisches Roadster-Gefühl mit Sammler-Hierarchie und Bond-Faktor. Der SLK ist der clevere Allrounder: 7.500 EUR in Note 2, ebenfalls +12 % Trend, mit dem genialen Vario-Dach, das ihn ganzjahrestauglich macht, und einem komfortablen, soliden Charakter auf C-Klasse-Basis. Die Faustregel: Wer Fahrdynamik, Klang und Sammler-Potenzial sucht, nimmt den Z3, idealerweise mit Sechszylinder. Wer den größten Gegenwert, Ganzjahres-Komfort und den günstigeren Einstieg will, nimmt den SLK. Bei beiden zählt Originalität mehr als alles andere, denn heruntergerittene Saisonautos gibt es bei beiden reichlich.

Die beiden Modelle im Profil

BMW Z3 (1995 bis 2002)

Der Z3 war BMWs Rückkehr zum klassischen Roadster, nach den Ikonen 328 und 507 sowie dem exotischen Z1. Gebaut wurde er im neuen US-Werk Spartanburg, was ihn laut Classic Trader zum ersten außerhalb Deutschlands gefertigten BMW machte. Sein Gastauftritt als Dienstwagen von James Bond in GoldenEye 1995 beflügelte die Nachfrage so stark, dass Kunden bis zu ein Jahr auf ihr Auto warteten. Technisch ist er ein klassischer Frontmotor-Heckantriebs-Roadster mit verzinkter Ganzstahlkarosserie und direkter Zahnstangenlenkung. Anfangs gab es nur Vierzylinder (1.8 und 1.9), ab 1997 kamen die begehrten Reihensechszylinder (2.8 mit 192 PS, später 3.0i mit 231 PS) und die M-Modelle mit bis zu 325 PS aus dem M3. 1998 ergänzte das polarisierende Z3 Coupé, der Clownsschuh, die Palette, 1999 folgte ein Facelift mit breiterem Heck. Über 297.000 Exemplare liefen bis 2002 vom Band, danach löste der Z4 ihn ab.

Mercedes SLK R170 (1996 bis 2004)

Der SLK trat 1996 an und setzte mit einer Weltneuheit Maßstäbe: dem Vario-Dach. Als erstes Großserienauto der Moderne ersetzte er das klassische Stoffverdeck durch ein elektrohydraulisch versenkbares Stahl-Klappdach, das sich laut auto motor und sport in rund 25 Sekunden komplett im Kofferraum verstaut und den Roadster zum wintertauglichen Coupé macht. Die technische Basis stammt von der C-Klasse (W202), das Design von Michael Mauer zitiert mit den Powerdomes sogar den legendären 300 SL. Statt eines Sechszylinders, für den schlicht kein Platz war, setzte Mercedes auf kompressoraufgeladene Vierzylinder: den SLK 200 (136 PS) und den drehmomentstarken SLK 230 Kompressor (193, später 197 PS). Mit der Modellpflege 2000 kamen ESP, der SLK 320 (V6, 218 PS) und das Topmodell SLK 32 AMG (354 PS) hinzu. Über 311.000 Exemplare entstanden im Bremer Werk, zeitweise verkaufte er sich besser als der Mazda MX-5.

AspektBMW Z3 RoadsterMercedes SLK R170
Bauzeit1995–20021996–2004
Stückzahlüber 297.000 (Spartanburg)über 311.000 (Bremen)
DachStoffverdeckVario-Dach (Stahl-Klappdach)
AntriebFrontmotor, HeckantriebFrontmotor, Heckantrieb
Motoren115–325 PS (4- und 6-Zyl., bis M)136–354 PS (Kompressor-4-Zyl., V6, bis AMG)
Charakterpuristischer Fahrer-Roadsterkomfortabler Vario-Dach-Cruiser
Basiseigenständig, mit 3er-BausteinenC-Klasse W202
H-KennzeichenFenster läuft 2025 bis 2032 durchFenster läuft 2026 bis 2034 durch
HaloZ3 M Coupé / M RoadsterSLK 32 AMG

Der Charakterunterschied lässt sich gut zusammenfassen:

MerkmalBMW Z3Mercedes SLK
Fahrgefühlsportlich-direkt, zugiges Cockpitkomfortbetont, limousinenhaft
Lenkungdirekt, präziseeine Spur indirekt (W202-Basis)
TopmotorSechszylinder, bis M mit 325 PSKompressor-V6, SLK 32 AMG 354 PS
Winter-AlltagStoffdach, eher SchönwetterVario-Dach, ganzjahrestauglich
ImagePurist, Bond, Sammler-HierarchieInnovator, Komfort, Boulevard

Marktwert und Wertentwicklung

Im Chromradar-Index (Stand Juni 2026) stehen sich der Z3-Roadster und der SLK R170 so gegenüber:

ZustandsnoteBMW Z3Mercedes SLKZ3-Aufpreis
Note 1 (Concours)18.000 €12.000 €+50 %
Note 2 (gut)12.000 €7.500 €+60 %
Note 3 (gebraucht)7.500 €4.500 €+67 %
Note 4 (verbraucht)4.500 €2.200 €+105 %
Note 5 (Projekt)1.600 €800 €+100 %

Der Z3 liegt durchgängig rund 50 bis 105 Prozent über dem SLK, der Abstand wächst nach unten, weil günstige SLK als Massenware reichlich vorhanden sind. Die externen Quellen stützen das Bild. Beim Z3 nennt Classic Trader für normale Roadster (1.8 bis 3.0i) einen realistischen Bereich von etwa 10.000 bis 23.000 EUR, abhängig von Motor, Zustand und Historie, während Coupé und Z3 M deutlich darüber rangieren (rund 30.000 bis 60.000 EUR). Beim SLK liegt das Niveau klar darunter: AUTO BILD nennt gepflegte SLK 230 Kompressor ab rund 7.500 EUR, die günstigsten Einstiegsautos beginnen sogar bei etwa 2.500 EUR, sind dann aber meist heruntergerittene Vielfahrer. Classic Trader sieht den R170 in einem typischen Marktband von 7.000 bis 18.000 EUR, der SLK 32 AMG spielt mit 25.000 bis 40.000 EUR in einer eigenen Liga.

Bei den Trends gibt es keinen Sieger: Beide steigen mit +12 % über drei Jahre exakt im Gleichschritt. Die Differenz im Preis macht also der Charakter, nicht die Wertdynamik. Wie tief beide im Klassikermarkt verankert sind, zeigt der Hiscox Pocket Price Guide: Der Deutsche Oldtimer-Index notierte zum Jahreswechsel bei 2.985 Punkten und damit 1,85 Prozent über dem Vorjahr, der Markt für gut erhaltene Youngtimer bleibt fest. Roadster dieser Generation profitieren davon, dass sie gerade erst ins H-Kennzeichen-Alter rücken und eine ganze Käufergeneration nostalgisch wird.

Purismus gegen Innovation

Der wichtigste inhaltliche Unterschied ist die Grundphilosophie. Der Z3 ist der Purist: Frontmotor, Heckantrieb, ein eng geschnittener Zweisitzer mit mäßigem Komfort und zugigem Cockpit, dafür sportliches Handling und eine direkte Lenkung. Laut auto motor und sport entfaltet er sein volles Vergnügen erst mit einem gut klingenden Sechszylinder, der die Fuhre standesgemäß in Schwung bringt. Er ist ein Fahrerauto, dessen Reiz im Weglassen liegt.

Der SLK ist der Innovator. Sein Vario-Dach war 1996 eine Sensation und ist bis heute sein größter Trumpf: ein Coupé für den Winter, ein Cabrio für den Sommer, alles in einem Auto und in 25 Sekunden gewandelt. AUTO BILD hebt hervor, dass die Mercedes-Konstruktion bis heute zuverlässig hält, während die späteren Nachahmer Peugeot 206 CC und VW Eos mit Aussetzern und Wassereinbrüchen kämpften. Dazu kommt der solide, komfortbetonte Charakter: Schon 1996 sah auto motor und sport die Bauqualität des SLK auf Augenhöhe mit einem Porsche 911 Cabrio. Der Preis dieser Modernität ist eine etwas indirekte Lenkung, ein Erbe der C-Klasse-Basis, und ein limousinenhaftes statt schroff-sportliches Fahrgefühl.

Echtheit, Schwachstellen und die Halos

Bei beiden Roadstern ist Rost selten das Hauptproblem. Der Z3 hat eine verzinkte Karosserie, kritischer sind das Stoffverdeck, die Elektronik der Sechszylinder, Fensterheber und Tankgeber. Der SLK übernahm laut AUTO BILD trotz seiner C-Klasse-Verwandtschaft erfreulicherweise nicht deren Rostanfälligkeit, lediglich der Bereich ums Heckklappenschloss und abplatzende Beschichtungen an Verstärkungsstreben können bei viel Wintereinsatz gammeln, dazu kommen klebrige Softlack-Oberflächen im Innenraum. Die größere Gefahr bei beiden sind verbastelte, als Saisonauto durch viele Hände gegangene oder unfallreparierte Exemplare. Originalität ist deshalb bei beiden Trumpf.

An der Spitze trennen sich die Welten. Beim Z3 sind das kultige Z3 M Coupé (der Clownsschuh) und der M Roadster mit dem M3-Motor die gesuchten Sammlerstücke, classic.com zeigt für absolute Top-M-Coupés international sogar sechsstellige Preise. Beim SLK ist es der SLK 32 AMG mit 354 PS. Wie sich die beiden in die größere Roadster-Welt einordnen, zeigt der Blick auf die Verwandtschaft: Der dritte große 90er-Roadster, der Porsche Boxster, spielte technisch in einer eigenen Liga, und über dem SLK rangierte stets der große Mercedes SL. Wer die Mittelmotor-Alternative reizvoll findet, liest unseren Vergleich Boxster vs Cayman.

Markt, Verfügbarkeit und Versicherung

Die Marktlagen ähneln sich, unterscheiden sich aber im Niveau. Vom Z3 gibt es ein breites Angebot, gute Sechszylinder und M-Modelle sind gesucht und entsprechend stabil bis steigend. Der SLK ist als günstigerer Massen-Roadster noch breiter verfügbar, was den Einstieg billig macht, aber die Substanzprüfung umso wichtiger. Bei beiden gilt: Vor dem Kauf gehört eine Durchsicht oder ein Wertgutachten zum Pflichtprogramm, gerade weil viele Exemplare als Schönwetter-Zweitwagen vernachlässigt wurden.

Versicherungsseitig sind die normalen Vier- und Sechszylinder beider Roadster günstig, der H-Status hilft beiden zunehmend, da sie gerade ins Oldtimer-Alter rücken. Teurer wird es bei den Leistungsspitzen Z3 M und SLK 32 AMG, deren Leistung in die Prämie einfließt. Ob H-Kennzeichen oder Youngtimer-Police, den genauen Status klären wir im Ratgeber Youngtimer vs Oldtimer. Unser Klassik-Versicherungs-Vergleich rechnet die Prämie für beide Modelle anbieter-spezifisch durch, die Detail-Unterschiede der Anbieter haben wir im Versicherer-Vergleich aufgeschlüsselt.

Fazit

Z3 oder SLK ist eine Frage von Purismus gegen Cleverness. Der Z3 ist der klassische Fahrer-Roadster: Frontmotor, Heckantrieb, seidige Sechszylinder und eine Sammler-Hierarchie bis hinauf zum kultigen M Coupé, dazu die Bond-Aura. Er kostet rund 60 Prozent mehr, weil er das begehrtere Enthusiasten-Objekt ist. Der SLK ist der innovative Gegenentwurf: Sein Vario-Dach machte ihn zum ganzjahrestauglichen Roadster, er ist solide, komfortabel und mit 7.500 EUR in Note 2 der klar günstigere Einstieg. Beide steigen im Gleichschritt, die Wahl ist also keine Renditefrage, sondern eine des Charakters. Wer Fahrdynamik, Klang und Sammler-Potenzial sucht, kauft den besten Z3-Sechszylinder, den das Budget hergibt. Wer maximalen Gegenwert, Ganzjahres-Komfort und ein cleveres Dach will, kauft einen gepflegten, originalen SLK 230 Kompressor. Falsch macht man mit keinem der beiden etwas, solange das Exemplar ehrlich und unverbastelt ist.

Empfehlung nach Einsatzzweck

Puristisches Roadster-Erlebnis und Fahrdynamik
BMW Z3 Roadster

Wer den klassischen Roadster im Reinformat sucht, ist beim Z3 richtig. Frontmotor, Heckantrieb, eine direkte, servounterstützte Zahnstangenlenkung und vor allem die seidigen Reihensechszylinder machen ihn laut auto motor und sport zum echten Fahrerauto, das besonders als 2.8 oder 3.0i begeistert. Der eng geschnittene Zweisitzer gibt sich bewusst roadsterhaft: mäßiger Komfort, zugiges Cockpit, dafür sportliches Handling. Der SLK fährt dagegen komfortbetont, fast limousinenhaft, seine Lenkung ist eine Spur indirekt und schwammig, ein Tribut an die C-Klasse-Basis (W202). Für Enthusiasten, die Kurven und Klang über Komfort stellen, ist der Z3 mit Sechszylinder die emotionalere Wahl, an der Spitze als kompromissloses M Modell.

Alltagstauglichkeit und Ganzjahres-Komfort
Mercedes SLK R170

Hier spielt der SLK seinen genialen Trumpf aus: das Vario-Dach. Als erstes Großserienauto der Moderne ersetzte er das Stoffmützchen durch ein versenkbares Stahl-Klappdach, das sich in 25 Sekunden öffnet und den Roadster im Winter zum vollwertigen, dichten Coupé macht. Laut AUTO BILD hält diese Konstruktion bis heute zuverlässig, anders als bei den späteren Nachahmern Peugeot 206 CC und VW Eos. Dazu kommt der komfortable, solide Charakter, den auto motor und sport schon 1996 auf Augenhöhe mit einem Porsche 911 Cabrio sah. Wer seinen Roadster ganzjährig und als einziges Auto fahren will, ohne im Winter zu frieren oder ein alterndes Verdeck zu fürchten, fährt mit dem SLK entspannter. Der einzige Preis: Bei offenem Dach schrumpft der Kofferraum um über 200 Liter.

Wertanlage und Sammler-Potenzial
BMW Z3 Roadster

Beide steigen mit identischen +12 % über drei Jahre, doch der Z3 hat die reichere Sammler-Hierarchie. Über dem Roadster thronen das kultige Z3 Coupé (der Clownsschuh) und vor allem die M-Modelle: Ein gutes Z3 M Coupé wird laut Classic Trader zwischen 30.000 und 60.000 EUR gehandelt, classic.com zeigt für Top-Exemplare in den USA sogar sechsstellige Notierungen. Diese Halo-Leiter zieht die ganze Baureihe nach oben und macht den Z3 zum begehrteren Enthusiasten-Objekt, gestützt von der Bond-Aura und der puristischen Technik. Der SLK hat mit dem SLK 32 AMG (354 PS, ca. 25.000 bis 40.000 EUR) zwar auch ein Spitzenmodell, gilt in der Breite aber eher als komfortabler Cruiser denn als Fahrmaschine. Wer auf Sammler-Nachfrage setzt, hat mit einem originalen Z3-Sechszylinder oder einem M die stärkere Karte.

Bestes Auto fürs Geld und günstiger Einstieg
Mercedes SLK R170

Rational betrachtet bekommt man im SLK mehr Auto für weniger Geld. In Note 2 stehen 7.500 EUR gegen 12.000 EUR beim Z3, und der Mercedes bietet dafür das technisch aufwendigere Klappdach, ein solides Cockpit und den drehmomentstarken Kompressor-Vierzylinder. AUTO BILD nennt gepflegte SLK 230 Kompressor ab rund 7.500 EUR, ordentliche SLK 200 gibt es darunter, während ein vergleichbar gepflegter Z3 spürbar mehr kostet. Der SLK ist zudem als Vario-Dach-Coupé alltagstauglicher, was den Gegenwert weiter erhöht. Wer den größten Roadster-Gegenwert zum kleinsten Budget sucht und auf das letzte Quäntchen Fahrdynamik verzichten kann, fährt mit dem SLK günstiger. Wichtig ist bei beiden nur ein gepflegtes, originales Exemplar, denn heruntergerittene Billig-Autos werden schnell teuer.

Haeufige Fragen zum Vergleich

Was unterscheidet BMW Z3 und Mercedes SLK grundsätzlich? +
Beide entstanden Mitte der 90er im selben Roadster-Boom, den der Mazda MX-5 ausgelöst hatte, verfolgen aber gegensätzliche Konzepte. Der BMW Z3 ist der klassische Roadster im Reinformat: Frontmotor, Heckantrieb, Stoffdach, eine direkte Lenkung und sportliches Handling, gebaut im US-Werk Spartanburg und durch James Bonds GoldenEye-Auftritt 1995 weltberühmt. Der Mercedes SLK R170 dagegen war der clevere Innovator: Er brachte als erstes Großserienauto der Moderne das versenkbare Stahl-Klappdach (Vario-Dach), das Coupé und Cabrio in einem Auto vereint und sich in 25 Sekunden öffnet. Technisch basiert der SLK auf der C-Klasse (W202) und ist komfortbetont ausgelegt, fast wie eine kleine Limousine. Der Z3 ist also das puristische Fahrerauto, der SLK das innovative, alltagstaugliche Komfort-Cabrio. Genau diese Philosophie-Differenz prägt bis heute, wer welchen kauft.
Warum ist der Z3 teurer als der SLK? +
Im Chromradar-Index stehen in Note 2 rund 12.000 EUR für den Z3-Roadster gegen 7.500 EUR für den SLK R170, ein Aufschlag von etwa 60 Prozent. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens die Sammler-Hierarchie: Der Z3 wird von begehrten Varianten wie dem Coupé (Clownsschuh) und den M-Modellen nach oben gezogen, was die ganze Baureihe stützt. Zweitens die Technik: Die gesuchten Z3-Sechszylinder gelten als echte Fahrerautos, während der SLK eher als Komfort-Cruiser wahrgenommen wird. Drittens die Bond-Aura und das puristische Roadster-Image, die beim Enthusiasten höher gehandelt werden als das clevere, aber sachlichere SLK-Konzept. Beide steigen mit +12 % über drei Jahre im Gleichschritt, der Abstand ist also stabil und folgt dem Charakter, nicht der Wertdynamik. Wer den günstigeren Einstieg sucht, findet ihn klar beim SLK.
Wie zuverlässig ist das Vario-Dach des SLK? +
Erstaunlich zuverlässig, und das ist eine der größten Stärken des SLK. Das elektrohydraulisch versenkbare Stahldach war 1996 eine Weltneuheit in der Großserie und verwandelt den Roadster in 25 Sekunden in ein dichtes, wintertaugliches Coupé. Laut AUTO BILD hält die Mercedes-Konstruktion bis heute zuverlässig, im klaren Gegensatz zu den späteren Nachahmern Peugeot 206 CC und VW Eos, bei denen es immer wieder zu Aussetzern und Wassereinbrüchen kam. Probleme sind selbst bei über 25 Jahre alten Exemplaren eher die Ausnahme, dennoch sollte man die Dachfunktion beim Kauf mehrfach durchlaufen lassen und auf Dichtigkeit sowie sauberen Lauf der Hydraulik achten. Der einzige bauartbedingte Nachteil: Bei offenem Dach schrumpft der Kofferraum um mehr als 200 Liter, weil das Blech irgendwo verstaut werden muss. Für die typische Roadster-Nutzung ist das verschmerzbar.
Welche Motoren sind bei Z3 und SLK empfehlenswert? +
Beim Z3 ist die Empfehlung klar: der Reihensechszylinder. Während die Einstiegs-Vierzylinder (1.8 und 1.9) solide, aber unaufgeregt sind, machen erst die ab 1997 erhältlichen Sechszylinder (2.8 mit 192 PS, später 3.0i mit 231 PS) den Roadster zum klangvollen Fahrerauto, das laut auto motor und sport die goldene Mitte darstellt. An der Spitze stehen die M-Modelle mit bis zu 325 PS. Beim SLK ist das Bild anders: Mangels Platz für einen Sechszylinder setzte Mercedes auf den kompressoraufgeladenen Vierzylinder. Der SLK 230 Kompressor mit 193 PS (später 197 PS) ist der drehmomentstarke Allrounder und die meistgesuchte Variante, der SLK 200 ist der genügsame Einstieg. Erst ab der Modellpflege 2000 kam mit dem SLK 320 ein 218-PS-V6 dazu, das Topmodell SLK 32 AMG leistet 354 PS. Bei beiden Baureihen gilt: Wartungshistorie schlägt Kilometerstand, und die stärkeren Motoren brauchen mehr Pflege.
Rosten Z3 und SLK? +
Beide sind vergleichsweise rostarm, aber nicht völlig immun. Der Z3 hat eine verzinkte Ganzstahlkarosserie und gilt als solide, kritisch sind eher die Stoffverdecke (Risse, defekte Mechanik), die Elektronik bei den Sechszylindern, Fensterheber und Tankgeber. Der SLK übernahm trotz seiner C-Klasse-Basis (W202) erfreulicherweise nicht deren Rostanfälligkeit, wie AUTO BILD ausdrücklich betont, und bleibt für sein Alter erstaunlich gesund. Schwachstellen sind beim SLK eher der Bereich um das Heckklappenschloss bei viel Wintereinsatz, abplatzende Kunststoffbeschichtungen an den Diagonalstreben sowie klebrige Softlack-Oberflächen im Innenraum und gelegentliche Elektronikthemen an der Dachhydraulik. Bei beiden Roadstern ist die größere Gefahr nicht der Rost, sondern verbastelte, als Saisonauto heruntergerittene oder unfallreparierte Exemplare. Originalität und lückenlose Historie sind deshalb wichtiger als der reine Karosseriezustand.
Haben Z3 und SLK ein H-Kennzeichen? +
Beide rollen gerade ins H-Fenster, was sie aktuell besonders interessant macht. Der BMW Z3 lief von 1995 bis 2002, die frühen Baujahre sind 2026 bereits über 30 Jahre alt und H-fähig, der Rest folgt bis 2032 Jahr für Jahr. Der Mercedes SLK R170 wurde von 1996 bis 2004 gebaut, hier beginnt das H-Fenster 2026 und reicht bis 2034. Das H-Kennzeichen bringt eine pauschale Kfz-Steuer von 191,73 EUR nach Paragraf 23 StVZO und günstige Versicherungskonditionen, setzt aber einen weitgehend originalen, gepflegten Zustand voraus. Gerade bei diesen beiden Roadstern lohnt sich der Blick auf die Originalität, denn verbastelte oder mit Zubehörteilen verbaute Autos brauchen vor der H-Abnahme Rückrüstaufwand. Den genauen Unterschied zwischen Oldtimer und Youngtimer schlüsseln wir in einem eigenen Ratgeber auf. Wer früh ein originales Exemplar sichert, fährt es bald mit H-Status.
Z3 M oder SLK 32 AMG: was ist die bessere Sammler-Wette? +
Beide sind die Halos ihrer Baureihe, aber mit unterschiedlichem Profil. Der BMW Z3 M (Roadster und das seltene Coupé) mit dem Motor aus dem M3 (321 bis 325 PS) ist die stärkere Sammler-Wette: Das Z3 M Coupé, der polarisierende Clownsschuh, wird laut Classic Trader zwischen 30.000 und 60.000 EUR gehandelt, und classic.com zeigt für absolute Top-Exemplare in den USA sogar sechsstellige Preise. Es gilt als kompromisslose, rohe Fahrmaschine mit Kultstatus. Der Mercedes SLK 32 AMG (354 PS, kompressoraufgeladener V6, 0 auf 100 in 5,2 Sekunden) ist seltener und schneller geradeaus, wird aber meist im Bereich von 25.000 bis 40.000 EUR gehandelt und bleibt im Charakter ein komfortabler Power-Cruiser. Für maximales Wertpotenzial und Fahrerlebnis ist das Z3 M Coupé die heißere Wette, für entspannten Schub mit AMG-Stern der SLK 32. Beide brauchen lückenlose Historie und Originalität, sonst kippt die Rechnung.
Welcher Roadster ist die bessere Alltagswahl? +
Das hängt davon ab, wie oft und wann man fahren will. Für den Ganzjahres-Alltag ist der SLK die klügere Wahl: Sein Vario-Dach macht ihn im Winter zum dichten, leisen Coupé, das solide Cockpit und der komfortable, fast limousinenhafte Charakter (technisch ist er ja eine C-Klasse) machen lange Strecken angenehm, und die Ersatzteilversorgung über die C-Klasse-Basis ist exzellent und günstig. Der Z3 ist der kompromisslosere Schönwetter-Roadster: Sein Stoffdach ist im Winter weniger komfortabel, das Cockpit zugiger, dafür ist er das direktere Fahrerauto. Beide sind als BMW beziehungsweise Mercedes grundsolide und alltagstauglicher als die meisten Klassiker dieser Zeit. Wer einen Roadster als einziges Auto und für jede Jahreszeit will, nimmt den SLK. Wer einen emotionalen Zweitwagen für die schöne Strecke sucht und das Dach ohnehin meist offen hat, ist mit dem Z3 glücklich, idealerweise mit Sechszylinder.

Quellen

Tiefer in die Modelle

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