KAUFBERATUNG 2026

Audi Ur-quattro & Sport quattro Kaufberatung 2026

Der Allrad-Pionier der 80er: 10V oder 20V, und worauf es beim Sport quattro ankommt

Audi Ur-Quattro in typischer 80er-Lackierung mit ausgestellten Kotflügeln und Fünfzylinder-Turbo
Foto: Abehn · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Der Audi quattro, heute meist Ur-quattro genannt, brachte 1980 den permanenten Allradantrieb in ein sportliches Seriencoupé und prägte mit seinen Rallye-Erfolgen die frühen 80er-Jahre. Diese Kaufberatung deckt die ganze Familie ab: den Ur-quattro mit seinen drei Hauptmotoren (WR, MB und RR) und den laut Audi auf 214 Exemplare limitierten Sport quattro (je nach Quelle bis 224) mit verkürztem Radstand, der für die Homologation in der Rallye-Gruppe B entstand. Im Mittelpunkt stehen Rost an der nur teilweise verzinkten Karosserie, Zahnriemen und Turbolader am Fünfzylinder, die Differenzialsperren und beim Sport quattro die lückenlose Herkunft.

Das Wichtigste in Kürze
Für wen geeignet
Für Liebhaber des Allrad-Pioniers der 80er: der Ur-quattro als fahrbarer Klassiker, der Sport quattro als sehr seltenes Sammlerstück.
Preisspanne (Note 2)
Ur-quattro (WR/MB) rund 45.000–100.000 € (Note 3 bis 1), Note 2 rund 68.000 €; der 20V liegt darüber. Sport quattro rund 370.000–700.000 € (Note 3 bis 1), Note 2 rund 520.000 €.
Größtes Risiko
Rost an der früh kaum verzinkten Karosserie, verschlissene Turbolader und Differenzialsperren, beim Sport quattro eine nicht lückenlos belegte Herkunft.
Inhalt dieser Kaufberatung
  1. Modell-Historie und Bauzeitraum
  2. Karosserie-Varianten im Überblick
  3. Motorisierungen im Überblick
  4. Rost-Hotspots, die kritischen Zonen
  5. Allgemeine Schwachstellen
  6. H-Kennzeichen-Voraussetzungen
  7. Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)
  8. Kauf-Checkliste
  9. Welcher passt zu dir?
  10. Varianten im Wert-Vergleich
  11. Bezugsquellen
  12. Häufige Fragen

Modell-Historie und Bauzeitraum

Den Anstoß gaben Testfahrten in Skandinavien 1977: Danach überzeugte Fahrwerksingenieur Jörg Bensinger Entwicklungsvorstand Ferdinand Piëch, einen Allrad-Prototyp bauen zu lassen; Walter Treser arbeitete als Entwicklungsingenieur maßgeblich mit. Audi stellte den quattro im März 1980 auf dem Genfer Automobilsalon vor; gebaut wurde er im Werk Ingolstadt bis Mai 1991, insgesamt entstanden 11.452 Exemplare. In der Rallye-WM gewann Hannu Mikkola 1981 die Schwedische Rallye als ersten WM-Lauf für den quattro, Michèle Mouton siegte im selben Jahr in San Remo als erste Frau bei einem WM-Lauf. Audi holte 1982 und 1984 den Markentitel, Mikkola wurde 1983 und Stig Blomqvist 1984 Fahrerweltmeister.

Die Karosserie basiert auf dem Audi Coupé (B2), erhielt aber breitere Kotflügel, größere Stoßfänger und Schweller sowie einen größeren Heckspoiler. Unter der Haube saß zunächst der 2,1-l-Fünfzylinder-Turbo WR mit Ladeluftkühlung und 200 PS, abgeleitet vom Motor des Audi 200 5T. Ab August 1987 folgte der 2,2-l-Motor MB, ebenfalls mit 200 PS und wassergekühltem Turbolader; ebenfalls ab August 1987 ersetzte ein Torsen-Mitteldifferenzial das bis dahin von Hand sperrbare Mitteldifferenzial. Ab August 1989 kam der 2,2-l-Fünfzylinder RR mit vier Ventilen je Zylinder, Bosch-Motronic, Katalysator und 220 PS. Bis Mai 1991 entstanden nach einer Aufstellung von Supercar Nostalgia 934 dieser 20V-Modelle; eine Audi-Angabe dazu haben wir nicht gefunden. Daneben gab es für Märkte mit strengeren Abgasvorschriften Varianten wie den WX mit Katalysator und 162 PS.

Der Sport quattro wurde auf der IAA 1983 gezeigt und 1984/85 als Homologationsmodell für die Rallye-Gruppe B gebaut; Audi nennt eine auf 214 Fahrzeuge limitierte Serie, andere Quellen kommen auf bis zu 224. Sein Radstand ist rund 30 cm kürzer als beim Ur-quattro (2.524 mm): Der ADAC nennt 2.224 mm, Audi selbst 2.204 mm. Kotflügel, Dach, Hauben und Schürzen bestehen aus aramidfaserverstärktem Kunststoff, die Heckklappe aus GFK. Der 2,1-l-Fünfzylinder (2.133 cm³) mit Aluminiumblock, vier Ventilen je Zylinder und KKK-K27-Lader leistet 306 PS und 350 Nm. Der Neupreis lag zunächst bei 195.000 DM, ab Januar 1985 bei 203.850 DM. Die Rallye-Ableger S1 und S1 E2 waren reine Wettbewerbsfahrzeuge; Walter Röhrl gewann 1987 mit einem S1 E2 das Bergrennen am Pikes Peak.

Bauzeitraum
1980–1991
Produktionszahl
11.452 Ur-quattro; Sport quattro laut Audi 214 (je nach Quelle bis 224)
Produktionsstätte
Audi-Werk Ingolstadt (Ur-quattro)

Karosserie-Varianten

Ur-quattro 10V (WR) 1980–1987

2,1-l-Fünfzylinder-Turbo mit 200 PS, ab Modelljahr 1983 mit Digitalinstrumenten. Werteleiter rund 45.000–100.000 € (Note 3 bis 1).

Ur-quattro 10V (MB) 1987–1989

2,2-l-Motor mit 200 PS und wassergekühltem Turbolader, Torsen-Mitteldifferenzial. Preislich auf dem Niveau des WR.

Ur-quattro 20V (RR) 1989–1991

2,2-l-Vierventiler mit 220 PS und Katalysator, nur von August 1989 bis Mai 1991 gebaut. Im Markt über den WR/MB-Werten, laut Hiscox Pocket Price Guide 2026 etwa 85.000 € in Note 2.

Audi Sport quattro 1984–1985

Laut Audi 214 Exemplare, 306 PS, verkürzter Radstand. Werteleiter rund 370.000–700.000 € (Note 3 bis 1).

Motorisierungen im Überblick

Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.

WR 2,1-l-Fünfzylinder-Turbo 10V (200 PS)

2.144 cm³, 285 Nm bei 3.500/min, KKK-K26-Lader mit Ladeluftkühler, Zahnriemen. Den Turbolader nach scharfer Fahrt vor dem Abstellen kurz im Leerlauf laufen lassen.

MB 2,2-l-Fünfzylinder-Turbo 10V (200 PS)

2.226 cm³, Bauzeit August 1987 bis Juli 1989, wassergekühlter Turbolader. Kein Katalysatormotor; die Kat-Variante dieser Zeit war der WX mit 162 PS.

RR 2,2-l-Fünfzylinder-Turbo 20V (220 PS)

2.226 cm³, vier Ventile je Zylinder, 309 Nm bei 1.950/min, Bosch-Motronic, KKK-K24-Lader, zwei Katalysatoren. 0–100 km/h in 6,3 s laut Werksangabe. Ersatzkatalysatoren sind teuer, daher prüfen, ob die originalen noch verbaut sind.

KW 2,1-l-Fünfzylinder-Turbo 20V Sport quattro (306 PS)

2.133 cm³ mit Aluminiumblock, 350 Nm bei 3.700/min, KKK-K27-Lader. Ersatzteile sind sehr selten, Revisionen gehören zu erfahrenen Spezialisten.

Rost-Hotspots, die kritischen Zonen

Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen. Der Schwere-Indikator zeigt den Reparatur-Aufwand.

Schweller

Kritisch

Typische Roststelle vor allem bei frühen Fahrzeugen; verzinkte Bleche gab es erst ab 1985.

Radläufe und Kotflügelnähte

Kritisch

Radläufe rosten bei frühen Autos; bei Fahrzeugen ab 1988 zeigen sich Probleme vor allem an den Nähten der vorderen Kotflügel, meist nach Unfallreparaturen.

Heckabschluss / Kofferraumboden

Kritisch

Übergang vom Heckabschlussblech zum Kofferraumboden und Nähte unter den Rückleuchten prüfen; bei späten Autos auch das Blech mit den Heckklappenscharnieren.

Türunterkanten

Mittel

Rost an den Türunterkanten ist bei frühen Fahrzeugen verbreitet.

Frontscheibenecken

Mittel

Rost in den Scheibenecken kann Wasser bis zum Motorsteuergerät durchlassen.

Kunststoff-Karosserieteile Sport quattro

Niedrig

Beim Sport quattro sind Kotflügel, Dach, Hauben und Schürzen aus Aramid-Verbundwerkstoff, die Heckklappe aus GFK. Kein Rost, aber Schäden sind aufwendig zu reparieren.

Allgemeine Schwachstellen

Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.

  • !
    Zahnriemen Werkstatt
    Die Fünfzylinder haben einen Zahnriemen (beim 20V RR treibt zusätzlich eine kurze Kette die zweite Nockenwelle an). Isham Research empfiehlt den Wechsel alle 60.000 km (besser 45.000 km) oder spätestens nach fünf Jahren; ohne Nachweis vor der ersten Ausfahrt erneuern.
  • !
    Turbolader (WR-Motor) Werkstatt
    Frühe, nicht wassergekühlte Lader neigen zu Lager- und Dichtungsschäden; typisches Anzeichen ist Rauch durch Öl, das an den Dichtungen vorbeidringt. Spätere Lader (laut Classic & Sports Car ab dem MB) sind wassergekühlt und weniger empfindlich.
  • !
    Digitalinstrumente (ab Modelljahr 1983) Werkstatt
    Alle Anzeigen und Warnleuchten prüfen; auch die Sprachausgabe testen.
  • !
    Differenzialsperren selbst oder Werkstatt
    Die pneumatisch betätigten Sperren können festgehen; Schalter betätigen und Kontrollleuchte prüfen. Gängig machen und schmieren hilft oft.
  • !
    Ladedruck- und Ansaugtrakt selbst oder Werkstatt
    Ein defekter Saugrohrdrucksensor und rissige Ladeluftschläuche (10V) führen zu schlechtem Motorlauf.
  • !
    Bremsdruckspeicher und Fahrschemel Werkstatt
    Die Bremskraftunterstützung arbeitet hydraulisch mit Druckspeicher statt mit Unterdruck-Bremskraftverstärker (beim WR laut Isham Research gemeinsam mit der Servolenkung von einer Pumpe versorgt); der Speicher kann ausfallen. Bei hart gefahrenen 20V-Autos auf Risse am hinteren Fahrschemel achten, Ersatz ist teuer.
  • !
    Getriebe und Kupplung Werkstatt
    Das Fünfganggetriebe gilt als robust, aber nicht unverwüstlich: auf rutschende Kupplung und herausspringende Gänge achten.
  • !
    Sport quattro Sonderteile Werkstatt
    Motor, Karosserieteile aus Verbundwerkstoff und viele Anbauteile sind Sport-quattro-spezifisch und kaum zu beschaffen.

H-Kennzeichen, was du wissen musst

Erste Modelle H-fähig ab
2010
Jährliche Kfz-Steuer
Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen pauschal 191,73 € pro Jahr. Die Versicherungsprämie hängt stark vom vereinbarten Fahrzeugwert ab; beim Sport quattro wegen des sechsstelligen Werts entsprechend höher.

Der Ur-quattro wurde von 1980 bis Mai 1991 gebaut, damit haben alle Fahrzeuge die 30-Jahre-Grenze inzwischen erreicht (die ersten 2010, die letzten 2021). Der Sport quattro (Auslieferung 1984/85) ist seit 2014 bzw. 2015 H-fähig.

Voraussetzungen
  • ✓ Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurück
  • ✓ Weitgehend originaler oder zeitgenössisch veränderter Zustand
  • ✓ Guter Pflege- und Erhaltungszustand
  • ✓ Oldtimer-Gutachten durch einen amtlich anerkannten Prüfer (z. B. TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS)

Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)

Richtwerte, keine Einzelbelege: grobe Orientierung für die jährlichen Kosten bei Liebhaber-Nutzung mit wenigen tausend Kilometern. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Zustand, Variante, Werkstatt und Eigenleistung ab. Fest steht nur die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen (pauschal 191,73 € für Pkw).

Versicherung (Klassik-Tarif) 480–1.500 € (Sport quattro deutlich höher)
Kfz-Steuer 191,73 € (H-Pauschale)
Wartung und Inspektion 500–1.000 €
Verschleißteile (anteilig) 300–600 €
Jährliche Schraubereien 500–1.200 €
Summe pro Jahr (Richtwert) ca. 2.000–4.500 € pro Jahr (Sport quattro deutlich höher)

Versicherungs-Spanne über unseren Klassik-Versicherungs-Vergleicher konkretisierbar.

Kauf-Checkliste

Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.

Herkunft und Echtheit (kritisch beim Sport quattro)

  • Fahrgestellnummer mit Papieren abgleichen; Ur-quattro tragen den Typcode 85 (z. B. WAUZZZ85Z…)
  • Motorkennbuchstaben (WR, MB, RR bzw. KW beim Sport quattro) und Motornummer mit Baujahr und Dokumentation abgleichen
  • Sport quattro: rund 30 cm kürzerer Radstand, 2,1-l-Motor mit Aluminiumblock, Karosserieteile aus Aramid-Verbundwerkstoff, laut Classic & Sports Car alle als Linkslenker gebaut
  • Lückenlose Besitz- und Servicehistorie, bei Sport quattro unabhängig gegenprüfen lassen

Karosserie

  • Schweller, Radläufe, Türunterkanten und Heckabschluss auf Rost prüfen
  • Frontscheibenecken prüfen, eindringendes Wasser kann das Steuergerät schädigen
  • Auf Unfallschäden achten, besonders an den Nähten der vorderen Kotflügel
  • Schichtdickenmessung, um Nachlackierungen und Spachtel zu finden

Fünfzylinder-Motor

  • Nachweis über den letzten Zahnriemenwechsel (spätestens alle fünf Jahre)
  • Kompressionstest über alle fünf Zylinder
  • Im Leerlauf Gas geben: grauer Rauch deutet auf Ventilführungen/-schaftdichtungen, weißer auf Turbolader oder Kopfriss
  • Ladeluftschläuche, Saugrohrdrucksensor und Ölkühleranschlüsse prüfen
  • Beim 20V: Sind die Katalysatoren noch verbaut?

Antrieb und Fahrwerk

  • Differenzialsperren betätigen, Kontrollleuchte muss angehen
  • Kupplung auf Rutschen prüfen, Gänge dürfen nicht herausspringen
  • Hydraulischen Bremsdruckspeicher prüfen (bei allen Ur-quattro verbaut)
  • Bei 20V den hinteren Fahrschemel auf Risse kontrollieren

Innenraum und Elektrik

  • Digitalinstrumente (ab Modelljahr 1983): alle Anzeigen und Warnleuchten prüfen
  • Sprachausgabe testen
  • Sport quattro: Recaro-Sportsitze und Sitzheizung prüfen

Dokumentation

  • Scheckheft und Rechnungen, besonders über Zahnriemen, Turbolader und Differenziale
  • Erstzulassung und Halterhistorie
  • Bei Importen Herkunftsland und Lenkung (Rechtslenker aus Großbritannien) dokumentieren

Welcher passt zu dir?

Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil: finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Einsatzzweck.

Sammler mit sehr großem Budget

Audi Sport quattro (Note 2 oder besser)

Laut Audi 214 Exemplare, 306 PS, Karosserieteile aus Aramid-Verbundwerkstoff. Werteleiter rund 520.000 € (Note 2) bis 700.000 € (Note 1). Herkunft unabhängig prüfen lassen.

Ausgereifte Technik

Audi Ur-quattro 20V (Motor RR, 1989–1991)

220 PS, Vierventiltechnik, Torsen-Mitteldifferenzial, nur von August 1989 bis Mai 1991 gebaut. Liegt über den WR/MB-Werten, laut Hiscox 2026 etwa 85.000 € in Note 2.

Einstieg mit 80er-Charakter

Audi Ur-quattro 10V (Motor WR oder MB, 1980–1989)

200 PS, ab Modelljahr 1983 mit Digitalinstrumenten. Werteleiter rund 45.000 € (Note 3) bis 100.000 € (Note 1), Note 2 rund 68.000 €.

Alle Varianten im Wert-Vergleich

Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.

Variante Motor Leistung Verbrauch Eignung Wert (Note 2)
Audi Ur-quattro 2,1-/2,2-l-Fünfzylinder-Turbo (WR, MB, RR) 200–220 PS rund 11 l/100 km (Werksangabe 20V), in der Stadt deutlich mehr Sammler, Wochenendfahrzeug rund 68.000 € (20V höher)
Audi Sport quattro 2,1-l-Fünfzylinder-Turbo 20V (KW) 306 PS rund 11 l/100 km (Werksangabe Drittelmix) Sammlerstück rund 520.000 €

Bezugsquellen, wo du dieses Modell findest

Vier Wege zum Klassiker, jeweils mit typischer Preislage und Risiko. Welcher passt, hängt von Budget, Zeit und gewünschter Absicherung ab.

Händler

Gepflegte Exemplare bei freien Audi- und quattro-Spezialisten mit nachvollziehbarer Historie.

Privatkauf

Auf mobile.de, Classic Trader und in der Community; Zahnriemen-Historie, Turbolader, Differenzialsperren und Rost prüfen, beim Sport quattro die lückenlose Herkunft.

Auktion

Für seltene und dokumentierte Exemplare, vor allem Sport quattro und 20V (z. B. RM Sotheby’s, Iconic Auctioneers).

Import

Teils aus dem Ausland; ohne deutsche Zulassungspapiere eine Vollabnahme nach § 21 StVZO einplanen. Großbritannien war ein wichtiger Markt, dort gibt es viele Rechtslenker.

Häufige Fragen zur Audi-UR-QUATTRO-Reihe

Was ist ein Audi Ur-quattro 2026 wert? +
Nach der Chromradar-Werteleiter (Stand November 2026, Basis WR/MB) liegt ein Ur-quattro in gutem Zustand (Note 2) bei rund 68.000 Euro, Topzustand (Note 1) bei rund 100.000 Euro, Note 3 bei rund 45.000 Euro und Note 4 bei rund 22.000 Euro. Restaurierungsobjekte beginnen bei rund 11.000 Euro. Der 20V liegt darüber; der Hiscox Pocket Price Guide 2026 nennt für ihn 85.000 Euro in Note 2. Restaurierungen kosten oft mehr, als ein gutes Auto am Markt kostet.
Was ist ein Audi Sport quattro 2026 wert? +
Nach der Chromradar-Werteleiter (Stand November 2026) liegt ein Sport quattro in gutem Zustand (Note 2) bei rund 520.000 Euro, im Topzustand bei rund 700.000 Euro. Bei laut Audi nur 214 gebauten Autos gibt es wenige Verkäufe: RM Sotheby’s erzielte im Januar 2024 in Arizona 665.000 US-Dollar (rund 595.000 Euro) für ein Exemplar mit 8.806 km und im Januar 2025 ebenfalls in Arizona 758.500 US-Dollar (rund 678.000 Euro).
Welcher Ur-quattro erzielt die höchsten Preise? +
Die 20V-Version (Motor RR, August 1989 bis Mai 1991) erzielt unter den Serienversionen die höchsten Preise. Sie hat 220 PS, Vierventiltechnik und Torsen-Mitteldifferenzial und wurde nur knapp zwei Jahre gebaut (Supercar Nostalgia nennt 934 Exemplare). Der Hiscox Pocket Price Guide 2026 bewertet sie in Note 2 mit 85.000 Euro, den 10V mit 69.000 Euro.
Was unterscheidet den Ur-quattro vom Sport quattro? +
Der Sport quattro hat einen rund 30 cm kürzeren Radstand (laut ADAC 2.224 statt 2.524 mm, Audi nennt 2.204 mm), einen eigenen 2,1-l-Fünfzylinder mit 20 Ventilen, Aluminiumblock und 306 PS (fünf Jahre vor dem Serien-20V des Ur-quattro) sowie Kotflügel, Dach, Hauben und Schürzen aus Aramid-Verbundwerkstoff. Er war ein Homologationsmodell für die Rallye-Gruppe B und kostete 1985 203.850 DM. Im Wert liegt er bei einem Vielfachen des Ur-quattro.
Welche Schwachstellen hat der Ur-quattro? +
Wichtig sind Rost an Schwellern, Radläufen, Türunterkanten und Heckabschluss (verzinkte Bleche erst ab 1985), Verschleiß an den frühen, nicht wassergekühlten Turboladern des WR, festgehende pneumatische Differenzialsperren, Ausfälle der Digitalinstrumente und ein überfälliger Zahnriemenwechsel. Der hydraulische Bremsdruckspeicher kann ausfallen, bei hart gefahrenen 20V-Autos reißt mitunter der hintere Fahrschemel.
Wie erkenne ich einen echten Sport quattro? +
Wichtige Merkmale sind der rund 30 cm kürzere Radstand, der 2,1-l-Motor mit 2.133 cm³, Aluminiumblock und Kennbuchstaben KW, Karosserieteile aus Aramid-Verbundwerkstoff mit GFK-Heckklappe und die Linkslenkung (laut Classic & Sports Car wurden alle Sport quattro als Linkslenker gebaut). Fahrgestell- und Motornummer müssen zu Papieren und Historie passen; bei diesem Preisniveau sollte ein unabhängiger Spezialist die Herkunft prüfen.
Wie hoch ist die Versicherung für einen Ur-quattro? +
Die Prämie hängt bei Klassik-Versicherern wie Hiscox, OCC oder Allianz Classic vor allem vom vereinbarten Fahrzeugwert, der Jahresfahrleistung und der Unterbringung ab. Als grober Richtwert sind beim Ur-quattro einige hundert bis rund 1.500 Euro im Jahr realistisch; ein konkretes Angebot lohnt sich in jedem Fall.
Welche Wartungskosten muss ich beim Ur-quattro einplanen? +
Als Richtwert für Wartung, Verschleiß und kleinere Reparaturen sind 1.300–2.800 Euro im Jahr realistisch. Fest einplanen sollte man den Zahnriemenwechsel spätestens alle fünf Jahre, die Pflege der Differenzialsperren und bei Bedarf Arbeiten am Turbolader. Beim Sport quattro sind die Kosten wegen der Sonderteile deutlich höher.
Ist der Audi Ur-quattro H-Kennzeichen-fähig? +
Ja. Der Ur-quattro wurde bis Mai 1991 gebaut, damit haben alle Fahrzeuge die 30-Jahre-Grenze erreicht. Voraussetzung ist ein weitgehend originaler oder zeitgenössisch veränderter, gut erhaltener Zustand und ein positives Oldtimer-Gutachten. Die Kfz-Steuer beträgt dann pauschal 191,73 Euro im Jahr.
Lohnt sich der Ur-quattro als Alltagsauto? +
Bei Werten um 68.000 Euro für gute Exemplare spricht wenig für den Alltagseinsatz. Dazu kommen Versicherung, Wartung und ein Verbrauch, der schon nach Werksangabe beim 20V bei rund 11 Litern je 100 km liegt, in der Stadt deutlich darüber. Klassik-Tarife begrenzen meist die Jahresfahrleistung. Sinnvoll ist der Ur-quattro als Saison- oder Wochenendfahrzeug.

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Quellen und weiterführende Informationen
Stand: November 2026