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Klassiker im Wert-Check
MARKTWERT 2026

Audi Ur-Quattro

Coupé Quattro · 10V / 20V · 1980–1991

Audi Ur-Quattro Coupé in typischer 80er-Jahre-Lackierung, kantige Kotflügelverbreiterung und 5-Zylinder-Turbo
Foto: Wikimedia Commons · Bildquelle

Der Audi Ur-Quattro ist das Auto, das die Allrad-Revolution in der Klassik einläutete. Zwischen 1980 und 1991 baute Audi insgesamt 11.452 Exemplare des permanent allradgetriebenen Coupés, das in der Rallye-WM ab 1981 die Spielregeln umschrieb und in der Serie ebenfalls Maßstäbe setzte. Mit Wertsteigerungen von rund 22 Prozent in drei Jahren gehört der Ur-Quattro zu den stärksten Wertanlagen im Klassiker-Markt der 80er-Jahre.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 80.750 – 109.249 €
Zustand 2 (Gut) 55.250 – 74.750 €
Zustand 3 (Gepflegt) 35.700 – 48.299 €
Zustand 4 (Alltag) 21.250 – 28.749 €
Zustand 5 (Restobjekt) 7.650 – 10.350 €
3-Jahres-Trend: +22%
Bauzeitraum
1980 – 1991
Versicherung (Zustand 2)
780–1.820 €/Jahr
Produktionszahl
11.452 (1980 bis 1991, alle Varianten)
H-Kennzeichen ab
2010

Über den Audi Ur-Quattro

Der Ur-Quattro entstand auf Basis des Audi Coupé (B2), unterschied sich aber technisch radikal: längs eingebauter 2.1-Liter-Fünfzylinder-Turbo (WR/WX) mit zunächst 200 PS, ab 1989 abgelöst durch den 20-Ventiler RR mit 220 PS. Das Herzstück war der Torsen-Mittelmotorantrieb, der die Antriebskraft variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilte, eine Audi-Eigenentwicklung, die zur Markensignatur wurde.

Karosserieseitig blieb der Ur-Quattro über die gesamte Bauzeit erkennbar: Kantige Linien, ausgestellte Kotflügel, der charakteristische, drei-türig nicht erhältliche Coupé-Aufbau. Innen wurde 1983 das berühmte Digital-Cockpit mit grünen LCD-Anzeigen eingeführt, 1988 abgelöst durch ein konventionelleres analoges Layout, das heute bei Sammlern paradoxerweise weniger gesucht ist.

Als Wertanlage zählt der Ur-Quattro neben dem BMW E30 M3 und dem Porsche 944 Turbo zur Top-Liga der 80er-Jahre-Sportler. Die 20V-Versionen (RR-Motor, 1989 bis 1991) sind dabei deutlich begehrter als die frühen 10-Ventiler, weil sie zugleich mehr Leistung und das modernere Fahrwerk-Update mit Torsen-Differenzial bieten. Originalität, Service-Historie und Rost-Freiheit entscheiden hier deutlich stärker über den Preis als bei Großserien-Klassikern.

Motorisierungen

  • WR 2.1L 5-Zyl Turbo 10V (200 PS), 1980 bis 1987
  • MB 2.2L 5-Zyl Turbo 10V (200 PS, Katalysator), 1987 bis 1989
  • RR 2.2L 5-Zyl Turbo 20V (220 PS), 1989 bis 1991

Karosserie-Varianten

  • Coupé 2-türig (gesamte Bauzeit)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an den Schwellern, Radläufen, Kofferraumboden und Stehblechen, der Ur-Quattro war ab Werk nicht verzinkt
  • ! Steuerketten-Spanner am 10V- und 20V-Motor verschleißen ab etwa 150.000 km, Erneuerung kostet je nach Werkstatt 1.500 bis 2.500 Euro
  • ! Turbolader-Lebensdauer der frühen WR-Motoren begrenzt, originale K26-Lader sind schwer zu bekommen, Tauschturbo liegt bei 2.500 bis 3.500 Euro
  • ! Hinterachs-Differenzial mit Lager-Verschleiß bei hartem Einsatz, Geräusche unter Last ein typisches Anzeichen
  • ! Digital-Cockpit (1983 bis 1987) anfällig für ausgefallene Segmente und Wackelkontakte, Reparatur durch Spezialisten möglich aber teuer
  • ! Lenkgetriebe ZF undicht ab 200.000 km, Austausch unkompliziert, Teile noch verfügbar
  • ! 20V-Spezifika: Hydrostößel-Geräusche, Drosselklappenpoti-Verschleiß, beides typische Wartungspunkte

Worauf beim Kauf achten

  • 20V-Version (1989 bis 1991, Motor-Code RR) priorisieren, sie ist die technisch ausgereifteste und mit Abstand wertstabilste Variante
  • Karosserie-Check mit Endoskop in Schwellern, Stehblechen und Kofferraumboden, Rost hier kostet bei Restauration schnell 10.000 bis 20.000 Euro
  • Original-Lack vs. Lackierung erkennen: Schichtdickenmessung an allen Karosserieteilen, Spaltmaße prüfen, Lack-Originalität hebt den Wert um 20 bis 30 Prozent
  • Service-Heft und Rechnungs-Historie zwingend, Ur-Quattros ohne dokumentierte Historie sind im Wert deutlich gedrückt
  • Tachostände prüfen: Echte Ur-Quattros haben oft nachweisbar 150.000 bis 300.000 km gelaufen, niedrige angegebene Stände ohne Belegen sind verdächtig
  • Allradantrieb checken: Auf der Hebebühne alle vier Räder von Hand drehen, das Sperrdifferenzial muss schließen und öffnen ohne Geräusche
  • H-Kennzeichen-fähig seit 2010 für die frühen Baujahre. Ein positives H-Gutachten setzt weitgehende Originalität voraus

Genauen Wert für deinen Audi Ur-Quattro berechnen

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Audi Ur-Quattro

Was ist ein Audi Ur-Quattro 2026 wert? +
Ein Audi Ur-Quattro in gutem Zustand (Note 2) liegt im Mai 2026 bei rund 65.000 Euro. Topzustand-Exemplare der 20V-Version (1989 bis 1991) erreichen 95.000 bis 110.000 Euro, alltagstaugliche Note-3-Wagen starten bei 35.000 bis 45.000 Euro. Restaurationsobjekte gehen ab 9.000 Euro weg, allerdings sind die Restaurationskosten erfahrungsgemäß höher als der spätere Marktwert. Die 10V-Frühausführungen liegen 15 bis 25 Prozent unter den 20V-Preisen.
Wie viele Audi Ur-Quattro wurden gebaut? +
Insgesamt entstanden zwischen 1980 und 1991 nach Wikipedia-Recherche 11.452 Ur-Quattros. Davon entfallen rund 7.500 Stück auf die 10V-Phase (WR-Motor) und ca. 2.500 auf die letzte 20V-Generation mit dem RR-Motor von 1989 bis 1991. Die 20V-Version ist damit zahlenmäßig deutlich seltener und auf dem Markt entsprechend gesucht.
Welcher Audi Ur-Quattro ist am wertvollsten? +
Die 20V-Version mit RR-Motor (1989 bis 1991) ist mit Abstand die wertvollste Variante des regulären Ur-Quattro, Topzustand-Exemplare erzielen 95.000 bis 110.000 Euro. Wenn man die Homologations-Brüder mit einbezieht, schlägt natürlich der Sport Quattro alles, mit Preisen jenseits von 500.000 Euro. Werks-Pace-Cars oder ehemalige Renn-Quattros mit nachweisbarer Historie können zusätzliche Aufschläge von 50 bis 100 Prozent erzielen.
Welche Schwachstellen hat der Audi Ur-Quattro? +
Die Hauptschwachstellen sind: Rost an den nicht verzinkten Karosserieteilen (Schweller, Radläufe, Kofferraumboden, Stehbleche), Turbolader-Verschleiß bei den frühen WR-Motoren, defekte Digital-Cockpits in den Modelljahren 1983 bis 1987, sowie Steuerketten-Verschleiß ab 150.000 km. Der Allradantrieb mit Torsen-Differenzial ist zwar grundsätzlich robust, im harten Sport-Einsatz hat das Hinterachsdifferenzial aber merkliche Lagerverschleiß-Tendenzen.
Lohnt sich der Audi Ur-Quattro als Wertanlage? +
Ja, der Ur-Quattro gehört zu den stabilsten Klassiker-Investments der 80er-Jahre-Sportler. Die Werte stiegen in den letzten drei Jahren um durchschnittlich 22 Prozent, die 20V-Version sogar etwas stärker. Voraussetzung ist Originalität: rost-freie Karosserie, Original-Motor mit passenden Nummern, dokumentierte Service-Historie. Modifizierte oder schwach dokumentierte Wagen verlieren den Anschluss an den Wertzuwachs. Wer einen Quattro als Anlage kauft, sollte mindestens fünf Jahre Haltedauer einplanen, dann ist die Rendite historisch sehr verlässlich.
Wie hoch ist die Versicherung für einen Audi Ur-Quattro? +
Bei Klassik-Versicherern wie Hiscox, OCC oder Allianz Classic liegen die Jahresprämien je nach Wert und Fahrleistung zwischen 480 und 1.500 Euro. Ein 20V-Ur-Quattro in Topzustand (Wert 95.000 Euro) kostet bei 6.000 Jahres-km mit H-Kennzeichen und Garage typischerweise 800 bis 1.100 Euro im Jahr. Wer es genau wissen will, kann den Klassik-Versicherungs-Vergleicher von Chromradar nutzen, um die Tarife der acht großen Anbieter direkt zu vergleichen.
Ist der Audi Ur-Quattro H-Kennzeichen-fähig? +
Ja, alle frühen Ur-Quattros mit Erstzulassung vor Mai 1996 sind seit spätestens 2026 H-Kennzeichen-fähig, die ersten Baujahre 1980 bis 1981 schon seit 2010 bis 2011. Voraussetzung ist Originalität und ein positives H-Gutachten. Bei tieferen Modifikationen wie Leistungssteigerung über Werks-Spezifikation hinaus oder anderen Lackfarben kann das H-Kennzeichen verweigert werden.
Was unterscheidet den Ur-Quattro vom späteren Coupé Quattro B3? +
Der Ur-Quattro behält über die gesamte Bauzeit den kantigen B2-Karosseriestil von 1980 mit den ausgestellten Kotflügeln, während das Coupé Quattro (B3) ab 1989 auf der modernen, runder gezeichneten Audi-80-B3-Plattform fußt. Technisch teilen sich beide den Allradantrieb, aber der Ur-Quattro hat fast immer den Turbo-Fünfzylinder, das B3-Coupé Quattro fährt mit dem Saug-20V-Fünfzylinder (170 PS). Im Markt liegt der Ur-Quattro deutlich höher, das B3-Coupé ist die deutlich erschwinglichere Alternative für Einsteiger.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.