MARKTWERT 2026

Ford Scorpio

Scorpio I / II · 1,8 bis 2,9 Liter · 1985–1998

Ford Scorpio Mk1 Stufenhecklimousine (2.9i Ghia)
Foto: Mr.choppers · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Der Ford Scorpio ist der Pkw der oberen Mittelklasse, den die Ford-Werke von Frühjahr 1985 bis Sommer 1998 in Köln bauten. Er löste den Granada ab und wurde 1986 zum Auto des Jahres gewählt. In Großbritannien und Irland lief der erste Scorpio bis 1994 weiter unter dem Namen Granada, in Deutschland hieß er von Anfang an Scorpio. Auf den Scorpio I (1985–1994) folgte im Oktober 1994 der stark überarbeitete Scorpio II mit seiner umstrittenen Front. Die Motoren reichen vom 1,8-l-Vierzylinder bis zum 2,9-l-V6 mit 24 Ventilen und Cosworth-Zylinderköpfen (195 PS, beim Scorpio II 207 PS); den Scorpio I gab es zeitweise auch mit Allradantrieb. Marktwerte Stand November 2026: 500 bis 9.500 Euro.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 8.075 – 10.925 €
Zustand 2 (Gut) 4.675 – 6.324 €
Zustand 3 (Gepflegt) 2.550 – 3.449 €
Zustand 4 (Alltag) 1.275 – 1.724 €
Zustand 5 (Restobjekt) 425 – 575 €
Bauzeitraum
1985 – 1998
Versicherung (Zustand 2)
280–380 €/Jahr
Produktionszahl
rund 850.000 insgesamt (1985–1998), davon rund 98.600 Scorpio II (1994–1998)
H-Kennzeichen ab
2015

Über den Ford Scorpio

Der Scorpio I wurde im März 1985 als Nachfolger des Granada vorgestellt und kam im Sommer 1985 auf den Markt, zunächst ausschließlich als Fließheck („Aero-Heck“). Technisch basierte er auf einer gestreckten Version der Sierra-Plattform. Er war der erste Großserien-Pkw in Europa, der serienmäßig mit ABS ausgestattet war, und gewann 1986 die Wahl zum Auto des Jahres. Im Frühjahr 1986 folgte der Scorpio 4x4 mit Allradantrieb und 2,8-l-V6.

Motorseitig reichte das Angebot des Scorpio I vom 1,8- und 2,0-l-OHC-Vierzylinder über den ab 1989 angebotenen 2,0-l-DOHC-Vierzylinder (bis 125 PS) und die Kölner V6-Motoren mit 2,4, 2,8 und 2,9 Litern bis zum 2,9-l-V6 mit 24 Ventilen. Dieser Motor mit Cosworth-Zylinderköpfen leistete ab 1991 195 PS und war nur mit Automatikgetriebe lieferbar. Dazu kamen 2,5-l-Dieselmotoren, zunächst von PSA, ab 1993 von VM Motori.

Weil die konservative Kundschaft das Fließheck nur zögerlich annahm, ergänzte Ford im Dezember 1989 eine viertürige Stufenhecklimousine. Im März 1992 kamen mit einem Facelift der Kombi Turnier sowie die Ausstattungsbezeichnungen CLX und GLX; das Topmodell blieb der Ghia. Sondermodelle in Deutschland waren unter anderem Saphir (1991–1992) und Topas (1993–1994).

Im Oktober 1994 erschien der Scorpio II mit neuer Front- und Heckpartie, ovalen Scheinwerfern und breitem Kühlergrill. Das Fließheck entfiel, angeboten wurden nur noch Limousine und Turnier. Der 2,9-l-24V leistete nun 207 PS und war weiterhin an die Automatik gebunden. Das Design wurde in der Presse heftig kritisiert, die Verkäufe blieben weit hinter den Erwartungen: Von 1994 bis 1998 entstanden laut britischen Branchenzahlen nur rund 98.600 Scorpio II. Nach einer letzten Überarbeitung im September 1997 endete die Produktion im Sommer 1998. Ford zog sich damit aus der oberen Mittelklasse zurück; im Konzern übernahmen Jaguar S-Type und Volvo S80 diese Rolle.

Heute ist der Scorpio ein vergleichsweise günstiger Youngtimer. Gesucht sind vor allem gut erhaltene, rostfreie Exemplare mit lückenloser Historie, besonders mit 24V-Motor oder Allradantrieb.

Motorisierungen

  • → 1,8-l-OHC-Vierzylinder, Vergaser, 90 PS, 1985–1987 (Scorpio I)
  • → 2,0-l-OHC-Vierzylinder, Vergaser 105 PS bzw. Einspritzung 115 PS (mit Katalysator 101 PS), ab 1985 (Scorpio I)
  • → 2,0-l-DOHC-Vierzylinder (8V, Steuerkette), 105 bis 125 PS je nach Gemischaufbereitung und Katalysator, ab 1989; ab 1992 mit 115 PS (Scorpio I)
  • → 2,4-l-V6 (Köln), Einspritzung, 125 PS mit bzw. 130 PS ohne Katalysator, bis 1994 (Scorpio I)
  • → 2,8-l-V6 (Köln), Einspritzung, 150 PS, 1985–1986 (Scorpio I, auch im 4x4)
  • → 2,9-l-V6 (Köln, 12V), Einspritzung, 145 PS mit bzw. 150 PS ohne Katalysator, 1987–1994 (Scorpio I)
  • → 2,9-l-V6 24V mit Cosworth-Zylinderköpfen, 195 PS, ab 1991, nur mit Automatik (Scorpio I)
  • → 2,5-l-Diesel 69 PS (ab 1986) und 2,5-l-Turbodiesel 92 PS (ab 1988) von PSA, ab 1993 2,5-l-Turbodiesel von VM Motori mit 115 PS (Scorpio I)
  • → 2,0-l-DOHC-Vierzylinder 8V, 115 PS, 1994–1998 (Scorpio II)
  • → 2,0-l-DOHC-Vierzylinder 16V, 136 PS, 1994–1996 (Scorpio II)
  • → 2,3-l-DOHC-Vierzylinder 16V, 147 PS, 1996–1998 (Scorpio II)
  • → 2,9-l-V6 (Köln, 12V), 150 PS, 1995–1996 (Scorpio II)
  • → 2,9-l-V6 24V mit Cosworth-Zylinderköpfen, 207 PS, 1994–1998, nur mit Automatik (Scorpio II)
  • → 2,5-l-Turbodiesel von VM Motori, 115 PS, ab Mitte 1996 125 PS (Scorpio II)

Karosserie-Varianten

  • → Fließheck fünftürig („Aero-Heck“), 1985–1994, nur Scorpio I
  • → Stufenhecklimousine viertürig, Dezember 1989–1998
  • → Turnier (Kombi) fünftürig, März 1992–1998

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost: hintere Radläufe, Bereich um den Tank, beide Enden der Schweller, Bodenblech vor der Hinterachse und Umgebung des vorderen Querträgers, außerdem Türunterkanten und Heckklappe. Laut britischem Scorpio-Ratgeber sind frühe Fahrzeuge besser konserviert als späte und Facelift-Modelle.
  • ! 2,9-l-24V (Cosworth): Steuerkette prüfen. Kurzes Rasseln beim Kaltstart gilt als unkritisch, anhaltendes Rasseln als ernstes Warnzeichen; zusätzlich Abgasrückführung kontrollieren.
  • ! Automatikgetriebe: Die meisten Scorpio haben Automatik. Einlegen von D nur mit leichter Verzögerung, von R in höchstens etwa 3 Sekunden; das Öl sollte rot sein, braunes und verbrannt riechendes Öl deutet auf einen nahen Defekt.
  • ! Antriebsstrang und Fahrwerk: Brummen bei niedrigem Tempo weist auf das Kardanwellen-Mittellager hin, Vibrationen auf die Kreuzgelenke, Klacken beim Anfahren auf hintere Gleichlaufgelenke. Vordere Zugstreben und deren Lager verschleißen bei vernachlässigter Wartung.
  • ! Komfortausstattung: Die Klimaanlage fällt häufig aus, eine Überholung von Kompressor und Kondensator kostet laut mobile.de-Magazin rund 1.000 Euro. Undichte Dämpfer der hinteren Niveauregulierung (Ölflecken am Stellplatz) kosten rund 600 Euro.
  • ! Elektrik und Warnleuchten: ABS-, Airbag- und (falls vorhanden) Traktionskontroll-Leuchte müssen beim Einschalten der Zündung aufleuchten und dann erlöschen. Wasserabläufe prüfen, damit der Hauptsicherungskasten nicht im Wasser steht.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Karosserie zuerst: Schweller-Enden, hintere Radläufe, Tankbereich und Bodenblech vor der Hinterachse genau ansehen. Eine aufwendige Restaurierung übersteigt meist den Zeitwert, daher lieber gleich ein gut erhaltenes Exemplar kaufen.
  • ✓ Der 2,9-l-24V ist die stärkste Version (195 PS beim Scorpio I, 207 PS beim Scorpio II), war aber nur mit Automatik lieferbar und gilt als empfindlicher als die 12V-V6. Kaltstart abhören und Wartungsnachweise zur Steuerkette verlangen.
  • ✓ Allradantrieb gab es beim Scorpio I (Scorpio 4x4, ab 1986 mit V6). Bei diesen Fahrzeugen den zusätzlichen Antriebsstrang mitprüfen lassen.
  • ✓ Ghia-Ausstattung: Klimaanlage, elektrische Sitze und Fensterheber, Bordcomputer und Niveauregulierung vor dem Kauf einzeln testen, Reparaturen summieren sich schnell.
  • ✓ Prüfen, ob Schriftzüge und Ausstattung zusammenpassen. Gerade bei 24V- und Ghia-Fahrzeugen kommen nachträglich aufgewertete Exemplare vor.
  • ✓ Scorpio II: Wegen geringer Stückzahlen (rund 98.600 von 1994 bis 1998) ist die Auswahl klein; die überarbeiteten Fahrzeuge ab September 1997 sind besonders selten.
  • ✓ H-Kennzeichen: Erstzulassung plus 30 Jahre. Scorpio I ab Baujahr 1985 seit 2015 möglich, 24V-Fahrzeuge ab 1991 seit 2021, Scorpio II (ab Oktober 1994) ab 2024 bis 2028 je nach Erstzulassung.

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Häufige Fragen zum Ford Scorpio

Was ist ein Ford Scorpio 2026 wert? +
Stand November 2026 liegt ein Scorpio I oder II mit 2,0- bis 2,9-l-Motor in gutem Zustand (Note 2) bei rund 5.500 Euro, Spitzenexemplare (Note 1) bei etwa 9.500 Euro, ordentliche Gebrauchsfahrzeuge (Note 3) bei rund 3.000 Euro. Deutsche Angebote reichten im November 2026 von 2.450 Euro (2,9-l-V6 Automatik, 1992) bis 9.500 Euro (Scorpio GL von 1985 mit 26.600 km). Der 2,9-l-24V liegt darüber, als Richtwert rund 13.000 Euro (Note 1), 8.000 Euro (Note 2) und 4.500 Euro (Note 3); einzelne 24V-Angebote im Ausland reichen bis knapp 15.000 Euro, das sind aber Angebotspreise, keine Verkaufspreise. Gepflegte 4x4 liegen eher am oberen Rand der Basisleiter.
Was ist der Unterschied zwischen Scorpio I und Scorpio II? +
Der Scorpio I (1985–1994) gewann 1986 die Wahl zum Auto des Jahres und war zunächst nur als Fließheck lieferbar, ab Dezember 1989 auch als Stufenheck und ab März 1992 als Turnier. In Großbritannien und Irland hieß er bis 1994 Granada. Der Scorpio II (Oktober 1994 bis 1998) bekam eine neue Front mit ovalen Scheinwerfern und breitem Kühlergrill sowie ein neues Heck; das Design wurde heftig kritisiert. Das Fließheck entfiel, neu waren 16V-Vierzylinder mit 2,0 und 2,3 Litern, der 24V-V6 stieg auf 207 PS. Allradantrieb ist nur für den Scorpio I belegt.
Welche Ausstattungen und Sondermodelle gab es beim Scorpio? +
In Deutschland gab es die Ausstattungen CL, GL und Ghia (ab 1992 CLX, GLX und Ghia) sowie Sondermodelle wie Saphir (1991–1992) und Topas (1993–1994). Technisch besonders ist der 2,9-l-24V mit Cosworth-Zylinderköpfen (ab 1991, nur Automatik); Ford führte den Namen Cosworth beim Scorpio I nicht in der Modellbezeichnung. Dazu kommt der Scorpio 4x4 mit Allradantrieb (ab 1986). In Großbritannien hießen die Ausstattungen des Scorpio II Executive, Ghia und Ultima; Ultima war dort das Topmodell.
Ist der Scorpio II mit seiner umstrittenen Front interessant? +
Der Scorpio II gilt als eines der umstrittensten Ford-Designs der 90er Jahre, die Presse verriss vor allem die Front. Dadurch blieben die Stückzahlen gering: rund 98.600 Exemplare von 1994 bis 1998. Wer das Design mag, findet einen gut ausgestatteten, komfortablen Wagen, meist mit Automatik. Am interessantesten sind gepflegte 24V-Fahrzeuge und die überarbeiteten Versionen ab September 1997, die besonders selten sind. Preislich liegt der Scorpio II im gleichen Rahmen wie der Scorpio I.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Scorpio? +
Die Motoren stammen aus Fords Großserien-Baukasten (OHC- und DOHC-Vierzylinder, Kölner V6), was die Beschaffung von Verschleißteilen erleichtert. Schwieriger sind Karosserie- und Ausstattungsteile sowie Teile für den 24V-Motor; hier helfen Ford-Spezialisten, Clubs und britische Händler, da der Wagen in Großbritannien weit verbreitet war. Der britische Webauftritt fordscorpio.co.uk bietet eine ausführliche Kaufberatung.
Welche Rost-Stellen sind beim Scorpio besonders kritisch? +
Typische Roststellen sind die hinteren Radläufe, der Bereich um den Tank, beide Enden der Schweller, das Bodenblech vor der Hinterachse und die Umgebung des vorderen Querträgers, dazu Türunterkanten und Heckklappe. Frühe Fahrzeuge gelten als besser konserviert als späte und Facelift-Modelle. Hohlraumkonservierung, besonders in den inneren Radhäusern, ist dringend zu empfehlen.
Ist der Scorpio eine Wertanlage? +
Als Wertanlage eignet sich der Scorpio kaum. Laut mobile.de-Magazin kosten selbst top gepflegte Exemplare selten mehr als 10.000 Euro, eine aufwendige Restaurierung übersteigt meist den Zeitwert. Der Scorpio ist vor allem ein komfortabler, vergleichsweise günstiger Youngtimer der oberen Mittelklasse.
Welche Alternativen zum Scorpio gibt es? +
Vergleichbare Youngtimer der oberen Mittelklasse aus den späten 80er und 90er Jahren sind Opel Omega A und B sowie Senator B, Rover 800, Volvo 960, Audi 100 und A6 der Baureihe C4, BMW 5er (E34) und Mercedes-Benz W124. Der Scorpio bietet viel Platz, besonders im Fond, serienmäßiges ABS und in der Spitze den 2,9-l-24V-V6.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand November 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.