MARKTWERT 2026

Ford Granada Mk2

Limousine / Turnier · 1,6 bis 2,8 Liter · 1977–1985

Ford Granada Mk2 Limousine in klassischer Aufnahme
Foto: Kieran White from Manchester, England · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Der Ford Granada II (Markteinführung als „Granada '78“, im englischen Sprachraum Mk2) war von 1977 bis 1985 das größte Modell der Ford-Werke. Zur Stückzahl gibt es abweichende Angaben (Classic & Sports Car: 918.969, Classics World: knapp 640.000), die europäischen Fahrzeuge kamen alle aus Köln. Angeboten wurde er als viertürige Limousine, bis 1981 in einigen Märkten auch als zweitürige Limousine, und als Turnier; ein Coupé gab es in dieser Generation nicht mehr. Die Motorpalette reichte vom 1,7-l-V4 und 2,0-l-Vierzylinder über die V6 mit 2,0, 2,3 und 2,8 Litern bis zum 2,8-Liter-Einspritzer, dazu kamen Diesel von Peugeot (Indenor). Marktwerte Stand November 2026: rund 1.000 bis 17.000 Euro für gängige Versionen, sehr gute 2.8i Ghia auch etwas darüber.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 14.450 – 19.550 €
Zustand 2 (Gut) 8.925 – 12.074 €
Zustand 3 (Gepflegt) 5.100 – 6.899 €
Zustand 4 (Alltag) 2.550 – 3.449 €
Zustand 5 (Restobjekt) 850 – 1.150 €
Bauzeitraum
1977 – 1985
Versicherung (Zustand 2)
280–380 €/Jahr
Produktionszahl
Angaben schwanken: 918.969 laut Classic & Sports Car, knapp 640.000 laut Classics World (Granada II, 1977–1985, alle Karosserievarianten)
H-Kennzeichen ab
2007

Über den Ford Granada Mk2

Der Granada II löste im August 1977 den ersten Granada ab und wurde im September 1977 auf der IAA in Frankfurt gezeigt. Technisch war er weitgehend eine überarbeitete Version des Vorgängers mit neu gezeichneter Karosserie, das Design verantwortete Uwe Bahnsen. Der Turnier übernahm bis auf Frontpartie und Heckstoßstange weitgehend die Karosserie des Vorgängers. Neben der viertürigen Limousine gab es in einigen Märkten eine zweitürige Limousine, die mit der Modellpflege 1981 entfiel. Ein Coupé wie beim Granada I wurde nicht mehr gebaut.

In Deutschland reichte die Motorpalette vom 1,7-l-V4 (bis 1981, danach ersetzt durch einen 1,6-l-Vierzylinder mit obenliegender Nockenwelle) über den 2,0-l-Vierzylinder mit obenliegender Nockenwelle (101 PS, ab 1981 105 PS) und den 2,0-l-V6 (90 PS) bis zu den V6 mit 2,3 Litern (108 bzw. 114 PS) und 2,8 Litern (Vergaser, 135 PS). Topmotor war der 2,8-l-V6 mit Bosch-K-Jetronic, anfangs mit 160 PS, ab 1982 mit 150 PS. Ab 1979 gab es Diesel von Peugeot (Indenor), zunächst mit 2,1 Litern und 63 PS, später mit 2,5 Litern und 69 PS; viele davon liefen als Taxi.

Die Ausstattungslinien hießen L, GL, GLS und Ghia, dazu kamen sportlich ausgelegte 2,8-Liter-Versionen wie der 2.8i S und ab der Modellpflege der 2.8 Injection mit TRX-Rädern und Recaro-Sitzen sowie zahlreiche Sondermodelle, in Deutschland etwa Saphir (1979), Holiday (1979), Chasseur (Turnier, 1980), Topas (1981) und Berlin (1982). Im September 1981 folgte die Modellpflege („Granada '82“) mit größeren Stoßfängern, Kühlergrill in Wagenfarbe, geänderten Rückleuchten und neuem Armaturenbrett, außerdem wurden Getriebe, Kupplung, Bremsen und die Geometrie der Schräglenker-Hinterachse überarbeitet.

In Großbritannien war der Granada 1979 mit über 50.000 Verkäufen das siebtmeistverkaufte Auto, ein 2.8i S fuhr in der Krimiserie „The Sweeney“. Viele Exemplare wurden als Dienst-, Familien- und Taxifahrzeug verschlissen. Entsprechend selten sind heute gut erhaltene, originale Granada II.

Motorisierungen

  • → 1,7-l-V4, 70 bzw. 75 PS, bis 1981, Einstiegsmotor
  • → 1,6-l-Vierzylinder OHC, 73–75 PS, 1981–1983
  • → 2,0-l-Vierzylinder OHC, 101 PS, ab 1981 105 PS
  • → 2,0-l-V6, 90 PS, Vergaser
  • → 2,3-l-V6, 108 bzw. 114 PS
  • → 2,8-l-V6, 135 PS, Vergaser, 1977–1985
  • → 2,8-l-V6 mit Bosch-K-Jetronic (2.8i), 160 PS bis 1981, ab 1982 150 PS
  • → 2,1-l-Diesel (Peugeot/Indenor), 63 PS, 1979–1983
  • → 2,5-l-Diesel (Peugeot/Indenor), 69 PS, 1983–1985

Karosserie-Varianten

  • → Limousine 4-türig (1977–1985), Hauptvariante
  • → Limousine 2-türig (1977–1981, nur in einigen Märkten)
  • → Turnier 5-türig (1977–1985)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an Boden und Schwellern im Bereich der Hinterachsträger-Aufnahmen, außerdem an Stirnwand, Längsträgern, unteren hinteren Seitenteilen, hinteren Radhäusern und Radläufen, Reserveradmulde, Kotflügeln, Innenkotflügeln und A-Säulen.
  • ! Bei Schiebedach-Fahrzeugen rostet der Bereich unter der Heckscheibe (Wasserabläufe), beim Turnier die Unterkante der Heckklappe.
  • ! V6 (2,3 und 2,8 Liter): Schwachstelle ist das Kühlsystem, Vernachlässigung und Überhitzung führen zu defekten Zylinderkopfdichtungen und gerissenen Zylinderköpfen.
  • ! 2.8i mit Bosch-K-Jetronic: Luftmengenmesser und Kaltstartfühler sind typische Störquellen, Startprobleme gehen oft auf das Hauptrelais zurück; Ersatztanks für Einspritzer sind teuer.
  • ! 2,0-l-Vierzylinder (OHC): Klappern aus dem Zylinderkopf deutet auf Nockenwellenverschleiß hin, häufig durch ein verstopftes Ölspritzrohr; falsches Frostschutzmittel kann das Flügelrad der Wasserpumpe zerstören.
  • ! C3-Automatik: schwarzes, verbrannt riechendes Öl deutet auf rutschende Bremsbänder, Ölverlust am Wandler ist häufig; Vibrationen am Wählhebel weisen auf eine verschlissene Hardyscheibe der Kardanwelle hin.
  • ! Innenraum und Elektrik: Ersatz-Innenausstattung ist knapp, die Fahrersitzwange verschleißt zuerst, Leder reißt ohne Pflege, Armaturenbretter reißen; Elektrikfehler entstehen durch verschlissene Sicherungskästen oder Wassereintritt über eine durchgerostete Stirnwand.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Karosserie-Substanz hat Vorrang: Boden und Schweller an den Hinterachsträger-Aufnahmen, Stirnwand und Längsträger genau prüfen. Stark angegriffene Schweller sind laut Classics World ein Hinweis auf eine insgesamt schlechte Karosserie.
  • ✓ Die höchsten Preise erzielen gepflegte 2.8i-Ghia-Versionen, das Angebot besteht überwiegend aus 2,0- und 2,3-Liter-Limousinen und Turniers.
  • ✓ Anbauteile auf Vollständigkeit prüfen: Gute gebrauchte Motorhauben und Kofferraumdeckel, Stoßfänger der frühen Modelle und des Ghia X sowie Front- und Heckspoiler sind schwer zu bekommen, ebenso Innenausstattung von Sondermodellen wie Talisman oder Chasseur.
  • ✓ Bei Einspritzern die K-Jetronic von einer erfahrenen Werkstatt prüfen lassen und auf Kalt- und Warmstartverhalten achten.
  • ✓ Beim V6 nach der Wartung des Kühlsystems fragen; Kühlwasserverlust oder Öl im Kühlwasser sind Warnzeichen für Kopfdichtungs- oder Zylinderkopfschäden.
  • ✓ Turnier-Modelle: Heckklappen-Unterkante prüfen; das spezielle Bodenblech des Turniers ist laut Classics World neu erhältlich.
  • ✓ H-Kennzeichen: Erstzulassung plus 30 Jahre, damit sind alle Granada II (Baujahre 1977–1985) inzwischen H-fähig, sofern Zustand und Originalität passen.

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1
Marke
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Modell
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Baujahr
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Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Ford Granada Mk2

Was ist ein Ford Granada Mk2 2.8i Ghia 2026 wert? +
Hiscox notiert im Pocket Price Guide 2026 den Granada II 2.8i Ghia mit 19.600 Euro in Zustand 1, 12.800 Euro in Zustand 2, 7.000 Euro in Zustand 3 und 3.000 Euro in Zustand 4. Bei britischen Auktionen erzielte ein 1983er Granada Ghia 2.8i mit rund 57.800 Meilen im November 2025 bei Mathewsons 12.250 Pfund (rund 14.700 Euro), ein 1984er 2.8 Ghia X mit rund 126.000 Meilen und nachträglich eingeschweißter Fahrgestellplakette bei Anglia Car Auctions dagegen nur 4.212 Pfund (rund 5.100 Euro). Gängige 2,0- und 2,3-Liter-Limousinen liegen in Note 2 bei rund 10.500 Euro (Stand November 2026).
Was sind die wichtigsten Granada-Mk2-Sondermodelle? +
Die Ausstattungslinien hießen L, GL, GLS und Ghia, in Großbritannien gab es zusätzlich Ghia X und Ghia X Executive mit Connolly-Leder sowie LX-Pakete. Sportlich ausgelegt waren der frühe Einspritzer 2.8i S (geändertes Fahrwerk, TRX-Räder, Zusatzscheinwerfer) und nach der Modellpflege der 2.8 Injection mit weißen Leichtmetallrädern, Michelin-TRX-Reifen, Recaro-Sitzen und Spoilern. Sondermodelle waren unter anderem Saphir (1979), Holiday (1979), Chasseur (Turnier, 1980), Topas (1981) und Berlin (1982), in Großbritannien etwa Talisman (1980) und Consort (1981).
Welche Granada-Mk2-Karosserievariante ist die beste Wahl? +
Für die meisten Käufer ist die viertürige Limousine die naheliegende Wahl, weil sie am häufigsten angeboten wird. Der Turnier ist praktischer, beim Kauf ist besonders auf die Heckklappen-Unterkante zu achten. Die zweitürige Limousine (bis 1981, nur in einigen Märkten) ist selten. Ein Coupé gab es beim Granada II nicht mehr, es wurde nur beim Granada I bis 1977 gebaut. Technisch teilen alle Karosserien Motoren und Fahrwerk.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Granada Mk2? +
Mechanik- und Bremsenteile sowie Karosserie-Reparaturbleche sind laut Classics World gut verfügbar. Schwierig sind Innenausstattung, gute gebrauchte Motorhauben und Kofferraumdeckel, Stoßfänger der frühen Modelle und des Ghia X sowie Spoiler; Tanks für Einspritzer sind teuer. Anlaufstellen sind die Granada-Clubs, etwa die britische Ford Granada Mk1 & Mk2 Drivers Guild, sowie Gebrauchtteile-Spezialisten.
Welche Rost-Stellen sind beim Granada Mk2 besonders kritisch? +
Laut Classics World rosten Boden und Schweller im Bereich der Hinterachsträger-Aufnahmen am häufigsten. Weitere Problemzonen sind Stirnwand, Längsträger, untere hintere Seitenteile, hintere Radhäuser und Radläufe, Reserveradmulde, Kotflügel, Innenkotflügel und A-Säulen. Bei Schiebedach-Fahrzeugen den Bereich unter der Heckscheibe mit den Wasserabläufen kontrollieren, beim Turnier die Unterkante der Heckklappe. Die Schweller selbst gelten als vergleichsweise rostresistent; sind sie stark angegriffen, ist meist die ganze Karosserie betroffen.
Für wen eignet sich ein Granada Mk2? +
Für Liebhaber großer Ford-Limousinen der späten 70er und frühen 80er Jahre, die einen alltagstauglichen Klassiker mit Sechszylinder suchen. Gute originale Exemplare sind selten geworden, weil viele Granada als Dienst- oder Taxiwagen verschlissen und verschrottet wurden. Wer Leistung sucht, greift zum 2.8i, wer günstig einsteigen will, zur 2,0- oder 2,3-Liter-Limousine.
Wie ist die Klassik-Versicherung beim Granada Mk2? +
Mit H-Kennzeichen lässt sich der Granada II bei spezialisierten Oldtimer-Versicherern versichern. Die Prämie hängt von vereinbartem Wert, Fahrleistung, Unterbringung und Fahrerprofil ab, konkrete Beiträge sollten über einen Vergleich oder direkte Angebote ermittelt werden. Für eine Wertvereinbarung ist ein aktuelles Wertgutachten sinnvoll, als Orientierung dienen die Marktwerte auf dieser Seite.
Welche Alternativen zum Granada Mk2 gibt es? +
Zeitgenössische Alternativen sind Opel Senator A und Rekord E, Mercedes W123, Audi 100 C2, BMW 5er (E12 und E28) und Volvo 240/260. Der Granada II hebt sich durch die große Auswahl an V6-Motoren und den Turnier mit Sechszylinder ab.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand November 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.