MARKTWERT 2026

Lotus Omega

Limousine · 3,6-l-Biturbo · 377 PS · rund 950 Stück · 1990–1992

Lotus Omega, 377 PS Biturbo Limousine
Foto: LotusOmega460 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Der Lotus Omega (in Großbritannien: Lotus Carlton) ist die von Lotus in Hethel umgebaute Hochleistungsversion des Opel Omega A: 377 PS aus einem 3,6-l-Reihensechszylinder mit zwei Turboladern, laut Werk 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 283 km/h Höchstgeschwindigkeit, verpackt in eine viertürige Limousine. Zwischen 1990 und 1992 entstanden rund 950 Exemplare (je nach Quelle 907 bis 988), geplant waren 1.100.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 93.500 – 126.499 €
Zustand 2 (Gut) 66.300 – 89.700 €
Zustand 3 (Gepflegt) 44.200 – 59.799 €
Zustand 4 (Alltag) 27.200 – 36.800 €
Zustand 5 (Restobjekt) 15.300 – 20.700 €
Bauzeitraum
1990 – 1992
Versicherung (Zustand 2)
936–2.184 €/Jahr
Produktionszahl
rund 950 (je nach Quelle 907 bis 988; 1990–1992, geplant 1.100), davon je nach Quelle 284 bis 320 Lotus Carlton für Großbritannien, der Rest Lotus Omega; für Deutschland waren rund 400 Fahrzeuge vorgesehen
H-Kennzeichen ab
2020

Über den Lotus Omega

Lotus in Hethel entwickelte den Lotus Omega im Auftrag von General Motors auf Basis des Omega A 3000 24V. Die Basisfahrzeuge wurden im Opel-Werk Rüsselsheim fertig gebaut und zum Umbau nach Großbritannien gebracht. Der Reihensechszylinder C36GET (3.615 cm³) ist aus dem 3,0-Liter-24V-Motor abgeleitet: neue Kurbelwelle, geschmiedete Mahle-Kolben, Verdichtung 8,2:1, zwei parallel geschaltete Garrett-T25-Turbolader und ein Wasser-Luft-Ladeluftkühler von Behr. Er leistet 377 PS bei 5.200/min und 557 Nm bei 4.200/min, die Nockenwellen werden per Kette angetrieben.

In Deutschland verkaufte Opel das Auto als Lotus Omega (Linkslenker), in Großbritannien Vauxhall als Lotus Carlton (Rechtslenker). Technisch sind beide gleich: Sechsgang-Schaltgetriebe ZF S6-40, wie in der Corvette ZR-1, Sperrdifferenzial aus dem Holden Commodore V8, Bremsen mit AP-Vierkolbensätteln vorn und Zweikolbensätteln hinten (Scheiben 328 und 300 mm), 17-Zoll-Räder von Ronal, Niveauregulierung und Servotronic-Lenkung aus dem Senator, Connolly-Leder sowie ein Karosseriekit mit Radhausverbreiterungen, Hutzen in der Motorhaube und großem Heckflügel. Lackiert wurden alle Fahrzeuge in Imperialgrün. Der Neupreis lag in Deutschland bei 125.000 DM, in Großbritannien bei 48.000 Pfund.

In Großbritannien forderten die Daily Mail und die Vereinigung der Polizeipräsidenten (ACPO) ein Verbot, weil die Höchstgeschwindigkeit nicht elektronisch begrenzt war; auch im Parlament wurde das Auto Thema. Ein Verbot kam nicht zustande. Die Produktion endete im Dezember 1992 nach rund 950 statt der geplanten 1.100 Fahrzeuge.

Motorisierungen

  • → 3,6-l-Reihensechszylinder C36GET (3.615 cm³) mit zwei Garrett-T25-Turboladern, 377 PS, 557 Nm, 1990–1992

Karosserie-Varianten

  • → Limousine 4-türig (1990 bis 1992)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Steuerkette: Rasseln oder Heulen aus dem Motorraum kündigt Verschleiß der Steuerkette an und sollte sofort behoben werden.
  • ! Kühlung: Fällt die Visco-Kupplung des Kühlerlüfters aus, droht ein Schaden an der Zylinderkopfdichtung; Kühlsystem auf Dichtheit und Zustand prüfen.
  • ! Kupplung: Lagerbolzen und Kupplungsglocke sind bekannte Schwachstellen. Eine ungewöhnlich leichte, hakelige oder nicht zurückkommende Kupplung deutet auf fällige Druckplatte, Scheibe und Glocke hin. Das ZF-Getriebe gilt in britischen Kaufberatungen als robust, zeitgenössisch wurden aber auch Getriebeprobleme gemeldet.
  • ! Hinterachsdifferenzial: Heulgeräusche können eine teure Überholung bedeuten.
  • ! Niveauregulierung: Die Pumpe muss bei eingeschalteter Zündung anlaufen (bis zu zwei Minuten); sie ist für das Fahrverhalten wichtig.
  • ! Fahrwerk: Federteller vorn rosten, Federn können brechen; Klopfen hinten weist meist auf verschlissene Lager der Schräglenker-Hinterachse hin.
  • ! Karosserie: Die GFK-Anbauteile sind empfindlich; Rost an Türunterkanten, hinteren Radläufen, Kofferraumboden, Schiebedach- und Scheibenrahmen prüfen.
  • ! Elektrik und Tuning: Die Hitze der beiden Turbolader setzt Kabeln und Steckern zu. Fahrzeuge mit Leistungssteigerung per Chip sind riskant (Kopfdichtung, Kolben, Differenzial, Antriebswellen).

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Vor dem Kauf von einem Kenner der Baureihe begutachten lassen.
  • ✓ Lückenlose Wartungshistorie ist wichtiger als niedriger Kilometerstand.
  • ✓ Motor: Kompressions- bzw. Druckverlusttest machen lassen und auf Kettengeräusche achten.
  • ✓ Kupplung und Getriebe auf der Probefahrt prüfen: Die Kupplung ist serienmäßig schwergängig, alle Gänge müssen sich sauber schalten lassen.
  • ✓ Niveauregulierung vor dem Motorstart hörbar anlaufen lassen.
  • ✓ Originalität prüfen: Plakette im Handschuhfach, Tachometer bis 300 km/h (Linkslenker), Originalfarbe Imperialgrün, Karosseriekit ohne Reparaturspuren.
  • ✓ Auf Chiptuning und andere Umbauten achten, sie mindern Wert und Haltbarkeit.

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Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Lotus Omega

Was ist ein Lotus Omega 2026 wert? +
Stand November 2026 liegt ein Lotus Omega in gutem Zustand (Note 2) bei rund 78.000 Euro, Spitzenexemplare (Note 1) bei rund 110.000 Euro, Note-3-Fahrzeuge bei rund 52.000 Euro. Händler in Deutschland und den Niederlanden verlangen für Fahrzeuge mit wenig Laufleistung bis 145.000 Euro. Bei Auktionen erzielten britische Lotus Carlton 2024 bis 2026 zwischen rund 30.000 und 107.500 Pfund; Linkslenker-Omega brachten 65.000 Euro (Frankreich, 2024), 51.196 Pfund (Artcurial, Juli 2026) und 69.403 Pfund (Collecting Cars, April 2026).
Was unterscheidet den Lotus Omega vom Opel Omega A? +
Der Lotus Omega basiert auf dem Omega A 3000 24V. Lotus vergrößerte dessen Reihensechszylinder auf 3,6 Liter, rüstete ihn mit zwei Turboladern und Ladeluftkühler aus und kam so auf 377 PS statt 204 PS. Dazu kommen das ZF-Sechsganggetriebe aus der Corvette ZR-1, ein Sperrdifferenzial aus dem Holden Commodore V8, größere AP-Bremsen, 17-Zoll-Räder, ein überarbeitetes Fahrwerk sowie ein Karosseriekit mit Radhausverbreiterungen, Motorhaubenhutzen und Heckflügel.
Wie viele Lotus Omega gibt es noch? +
Gebaut wurden rund 950 Fahrzeuge, davon je nach Quelle 284 bis 320 als Lotus Carlton, der Rest als Lotus Omega. Belastbare Zahlen zum heutigen Bestand gibt es nicht; Auto Bild Klassik schrieb 2019, rund 400 Exemplare sollen noch existieren, Auto Bild zitierte 2025 Experten, wonach etwa die Hälfte überlebt hat. Das Angebot ist entsprechend klein, auf Classic Trader waren im November 2026 drei Fahrzeuge inseriert.
Ist der Lotus Omega als Alltagsauto geeignet? +
Ursprünglich war er genau so gedacht: eine Limousine für vier Personen mit den Fahrleistungen eines Sportwagens. Heute nutzen ihn die meisten Besitzer wegen des Werts, der Laufleistung und der teuren Spezialteile nur noch für Ausfahrten und Veranstaltungen.
Was kostet die Wartung eines Lotus Omega? +
Belastbare Durchschnittswerte für die jährlichen Kosten gibt es nicht. Teuer sind laut Kaufberatungen vor allem Arbeiten an Kupplung und Kupplungsglocke, eine Überholung des Differenzials sowie Bremsenteile. Zum Pflichtprogramm gehören ein intaktes Kühlsystem samt Visco-Lüfter und die rechtzeitige Behebung von Steuerkettengeräuschen. Viele Teile sind noch erhältlich, einige aber teuer.
Warum war der Lotus Omega politisch umstritten? +
Ausgangspunkt war eine Titelgeschichte der Zeitschrift Autocar, die die nicht begrenzte Höchstgeschwindigkeit kritisierte. Die Daily Mail und die britische Vereinigung der Polizeipräsidenten (ACPO) forderten daraufhin ein Verbot, auch im Parlament wurde das Auto diskutiert. Opel und Vauxhall hielten am Auto fest, ein Verbot wurde nicht erlassen. Bekannt wurde zudem ein 1993 gestohlener Lotus Carlton, der für nächtliche Einbrüche genutzt wurde und dem die Polizei nicht folgen konnte.
Welche Alternativen gibt es zum Lotus Omega? +
Vergleichbare Sportlimousinen derselben Zeit sind der Mercedes 500 E (W124) mit V8-Motor und der BMW M5 (E34) mit Reihensechszylinder. Der Lotus Omega hebt sich durch seine kleine Stückzahl von rund 950 Fahrzeugen und die nicht elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 283 km/h ab.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand November 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.