Chromradar
Klassiker im Wert-Check
MARKTWERT 2026

Opel GT

Coupé · 1100 / 1900 · kleine Corvette · 1968–1973

Opel GT Coupé mit charakteristischen Klappscheinwerfern
Foto: Fridolin freudenfett, Wikimedia Commons · Bildquelle

Der Opel GT ist das kleine Sportcoupé, mit dem Opel 1968 bewies, dass auch eine Volumenmarke ein echtes Designstück bauen kann. Inspiriert von der Corvette und gezeichnet im Opel-Studio unter Erhard Schnell, entstand der GT zwischen 1968 und 1973 in rund 103.000 Exemplaren bei Brissonneau & Lotz in Frankreich. Die ikonischen Klappscheinwerfer, die fließende Coupé-Linie und die Technik des Kadett B machten ihn zum bezahlbaren Sportwagen, der heute als gesuchter Klassiker mit eigenständigem Charakter gilt. Marktwerte 2026: 4.000 bis rund 35.000 Euro.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 29.750 – 40.250 €
Zustand 2 (Gut) 18.700 – 25.299 €
Zustand 3 (Gepflegt) 11.900 – 16.099 €
Zustand 4 (Alltag) 6.800 – 9.200 €
Zustand 5 (Restobjekt) 3.400 – 4.600 €
3-Jahres-Trend: +16%
Bauzeitraum
1968 – 1973
Versicherung (Zustand 2)
280–616 €/Jahr
Produktionszahl
ca. 103.000 Exemplare (1968 bis 1973), Karosserie von Brissonneau & Lotz
H-Kennzeichen ab
1998

Über den Opel GT

Der Opel GT debütierte 1968 als Serienversion der Studie Experimental GT von 1965 und war einer der ersten Konzeptwagen einer europäischen Großserienmarke, der nahezu unverändert in Produktion ging. Die Karosserie wurde bei Brissonneau & Lotz in Frankreich gefertigt und auf dem Bodenblech und der Technik des Kadett B aufgebaut, was den GT erschwinglich und alltagstauglich machte.

Das auffälligste Merkmal sind die manuell per Hebel zu drehenden Klappscheinwerfer, die bei geschlossenem Zustand vollständig in der Front verschwinden. Die fließende, lange Motorhaube und das knappe Heck ohne Kofferraumklappe gaben dem GT seinen unverwechselbaren Auftritt, der ihm den Spitznamen kleine Corvette einbrachte.

Angeboten wurde der GT zunächst mit einem 1.1L-Motor (60 PS), der jedoch nur bis 1970 lief, und vor allem mit dem 1.9L-Vierzylinder mit rund 90 PS, der für bis zu 185 km/h gut war. Ab 1971 kam der sparsamer ausgestattete GT/J (Junior) mit mattschwarzen Stoßstangen hinzu. Insgesamt entstanden rund 103.000 Einheiten, ein großer Teil ging in die USA.

Wie alle Fahrzeuge dieser Ära ist der GT rostgefährdet, besonders an den Kotflügeln, Schwellern und Bodenblechen. Originale, rostfreie 1900er mit funktionierender Scheinwerfer-Mechanik sind heute gesucht, die Werte ziehen seit Jahren stabil an, ohne in die Höhe der teureren Sportcoupés zu klettern, was den GT zu einem charaktervollen Einstieg in die Klassikerwelt macht.

Motorisierungen

  • 1.1L Vierzylinder ca. 60 PS, 1968 bis 1970, GT 1100
  • 1.9L Vierzylinder ca. 90 PS, 1968 bis 1973, GT 1900, Hauptmotorisierung
  • 1.9L mit Sparausstattung (GT/J Junior), ab 1971

Karosserie-Varianten

  • Coupé 2-türig mit Klappscheinwerfern (1968 bis 1973), einzige Karosserieform

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Karosserie-Rost an vorderen Kotflügeln, Schwellern, Bodenblechen, A-Säulen und im Bereich der Scheinwerfer-Mechanik, der häufigste und teuerste Mangel.
  • ! Klappscheinwerfer-Mechanik (manuell über Hebel und Gestänge) verschleißt, klemmt oder verstellt sich, Reparatur ist fummelig und teils teuer.
  • ! CIH-Motor (1.9): grundsolide, aber Steuerkette und Spanner längen sich, Ölverlust an Wellendichtringen und Ventildeckel im Alter.
  • ! Fehlende Kofferraumklappe: Gepäck wird von innen über die umklappbare Ablage geladen, undichte Heckdichtungen führen zu Wasser und Folgerost.
  • ! Ersatzteilsituation für GT-spezifische Karosserie- und Zierteile (vor allem die früheren Baujahre) ist angespannter als für die reine Kadett-B-Technik.
  • ! Vergaser (Solex/Zenith) erfordern fachgerechte Einstellung, schlechtes Kaltstart- und Leerlaufverhalten bei vernachlässigter Wartung.
  • ! US-Reimporte: viele GT kamen aus den USA zurück, hier Vorgeschichte, Rost und etwaige US-Spezifikationen genau prüfen.

Worauf beim Kauf achten

  • Der 1.9L (GT 1900) ist die gesuchte Hauptmotorisierung, der seltene 1.1L ist schwächer und gilt eher als Kuriosität.
  • Rost ist das entscheidende Kaufkriterium: Kotflügel, Schweller und Bodenbleche genau prüfen, eine Hebebühnen-Inspektion ist Pflicht.
  • Funktion der Klappscheinwerfer testen, beide Seiten müssen sauber und gleichmäßig öffnen und schließen, Reparatur des Gestänges kann aufwändig sein.
  • Originalität und Matching-Numbers steigern den Wert, viele GT wurden über die Jahre umlackiert oder modifiziert.
  • Bei US-Reimporten die Historie, etwaige Unfallschäden und die Umrüstung auf europäische Spezifikation klären.
  • Vollständige, funktionierende Innenausstattung und originale Instrumente sind wertrelevant, Teile sind nicht immer leicht zu beschaffen.
  • H-Kennzeichen ist längst für alle GT möglich (ab 1998), was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Opel GT

Was ist ein Opel GT 2026 wert? +
Ein gut erhaltener, originaler Opel GT 1900 in Note 2 liegt im Jahr 2026 bei rund 22.000 Euro, herausragende Exemplare mit lückenloser Historie und perfekter Substanz erreichen bis zu 35.000 Euro. Solide, fahrbereite Autos im deutschen Markt werden überwiegend zwischen rund 15.500 und 32.500 Euro gehandelt, einfachere oder restaurierungsbedürftige Exemplare beginnen bei etwa 9.000 bis 14.000 Euro. Der seltene 1.1L liegt tendenziell darunter. Der Markt ist stabil bis leicht steigend.
Warum heißt der Opel GT die kleine Corvette? +
Der Spitzname rührt von der stilistischen Verwandtschaft zur Chevrolet Corvette C3 her, beide entstanden im Umfeld des General-Motors-Designs der späten 60er. Die lange, fließende Motorhaube, die ausgeprägten Hüften und die Coupé-Silhouette des GT erinnern an die größere amerikanische Schwester, obwohl der GT technisch auf der bescheidenen Kadett-B-Basis aufbaut. Genau dieser Kontrast aus aufregendem Design und bezahlbarer, robuster Technik macht den Reiz des Opel GT bis heute aus.
Welche Motorisierungen gab es beim Opel GT? +
Der GT wurde mit zwei Motoren angeboten: dem 1.1L-Vierzylinder mit rund 60 PS, der nur bis 1970 lief und heute selten ist, und dem 1.9L-Vierzylinder mit rund 90 PS, der die mit Abstand häufigste und gesuchteste Motorisierung darstellt und bis zu 185 km/h erreichte. Ab 1971 ergänzte der GT/J (Junior) mit sparsamerer Ausstattung und mattschwarzen Stoßstangen die Palette. Für Sammler ist der gut ausgestattete GT 1900 die erste Wahl.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Opel GT? +
Die mechanische Basis stammt vom Kadett B, weshalb Motor-, Fahrwerks- und Verschleißteile dank der großen Opel-Klassiker-Szene überwiegend gut verfügbar sind. Schwieriger wird es bei GT-spezifischen Karosserieteilen, der Klappscheinwerfer-Mechanik, Zierteilen und Interieur-Komponenten der frühen Baujahre. Die aktive GT-Szene mit eigenen Clubs und Foren in Deutschland und international ist die beste Quelle für seltene Originalteile und das nötige Know-how rund um die Scheinwerfer-Mechanik.
Wo rostet der Opel GT am stärksten? +
Typische Roststellen sind die vorderen Kotflügel, die Schweller, die Bodenbleche, die A-Säulen und der Bereich rund um die Scheinwerfer-Mechanik und die Front. Da der GT keine Kofferraumklappe hat, führen undichte Heckdichtungen zu Wasser im hinteren Innenraum und entsprechendem Folgerost. Eine Inspektion auf der Hebebühne mit Augenmerk auf Bodenbleche und Schweller sowie eine Schichtdickenmessung sind beim Kauf Pflicht, da Karosserie-Instandsetzung schnell teuer wird.
Ist der Opel GT ein gutes Investitions-Objekt? +
Als charaktervoller Einstiegsklassiker mit stabiler bis leicht steigender Wertentwicklung ja. Der GT profitiert von seinem ikonischen Design, der soliden Kadett-Technik und einer treuen Szene. Wertentscheidend sind Originalität, rostfreie Substanz und die funktionierende Scheinwerfer-Mechanik. Er erreicht nicht die Wertdynamik teurer Sportcoupés, bietet aber ein hohes Maß an Designwert pro Euro und eine gute Wertstabilität. Rostfreie 1900er mit Historie sind die sichersten Anlagen innerhalb der Baureihe.
Welche Klassik-Versicherung passt zum Opel GT? +
Der Opel GT ist als gesuchter, aber wertmäßig moderater Klassiker unkompliziert über Klassik-Versicherer abzudecken. Für ein Exemplar mit Marktwert um 22.000 Euro, H-Kennzeichen, Garage und 4.000 km Jahresfahrleistung liegen die Jahresprämien je nach Anbieter bei rund 230 bis 420 Euro. OCC und ADAC Classic bieten häufig günstige Tarife. Ein aktuelles Wertgutachten sichert die Wertvereinbarung bei besonders gepflegten oder restaurierten Exemplaren ab und ist bei Top-Autos zu empfehlen.
Welche Alternativen zum Opel GT gibt es? +
Im Segment der bezahlbaren Sportcoupés der späten 60er und frühen 70er: Fiat 850 Sport / 124 Sport Coupé, Ford Capri I (größeres, vielseitigeres Coupé), Triumph GT6, MG B GT und der Karmann Ghia als stilistischer Verwandter. Der Opel GT hebt sich durch sein besonders eigenständiges, von der Corvette inspiriertes Design und die robuste, gut versorgte Kadett-Technik ab und gilt als einer der designstärksten erschwinglichen Klassiker seiner Zeit.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.