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Klassiker im Wert-Check
KAUFBERATUNG 2026

Porsche 911 G-Modell Kaufberatung 2026

SC, Carrera 3.2 und das legendäre 930 Turbo, die zweite 911-Generation

Porsche 911 G-Modell, die zweite 911-Generation
Foto: Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle

Das Porsche 911 G-Modell ist die zweite 911-Generation, und für viele die letzte „echte“ 911-Generation der klassischen Ära. Zwischen 1973 und 1989 baute Porsche etwa 198.000 Exemplare. Charakteristisch die ausgestellten Kotflügel, die Faltenbalg-Stoßstangen (G für „Großserie“) und der luftgekühlte Sechszylinder-Boxer-Motor im Heck. Plus das legendäre 911 Turbo (Typenbezeichnung 930), Porsches erstes Serien-Turbomodell und Ikone der späten 70er und 80er. Heute etablierter Top-Sammler-Klassiker mit Wertentwicklung +15 % (Standard) bis +20 % (Turbo).

Inhalt dieser Kaufberatung
  1. Modell-Historie und Bauzeitraum
  2. Karosserie-Varianten im Überblick
  3. Motorisierungen im Überblick
  4. Rost-Hotspots — die kritischen Zonen
  5. Allgemeine Schwachstellen
  6. H-Kennzeichen-Voraussetzungen
  7. Kauf-Checkliste
  8. Welcher passt zu dir?
  9. Varianten im Wert-Vergleich
  10. Häufige Fragen

Modell-Historie und Bauzeitraum

Das 911 G-Modell startete 1973 als Modelljahr 1974, der Wechsel war optisch deutlich: die charakteristischen ausgestellten Kotflügel mit verbreiterter Spur, die schwarzen Faltenbalg-Stoßstangen (aus US-Sicherheitsgründen eingeführt), und die Erkennbarkeit als „G für Großserie“, Porsche standardisierte mehrere Produktions-Prozesse.

Motoren-Entwicklung in vier Phasen: 911 2.7 (1974–1977, 150–210 PS, Magnesium-Kurbelgehäuse, Probleme mit Stehbolzen-Ausreißern), 911 SC 3.0 (1978–1983, 180–204 PS, verbesserter Aluminium-Block, der „Volumen-G“), 911 Carrera 3.2 (1984–1989, 231 PS, KE-Jetronic-Einspritzung, am gesuchtesten der Standard-Modelle), und die Turbo-Varianten ab 1975.

Die Sensation: 911 Turbo (Typenbezeichnung 930) ab 1975, Porsches erstes Serien-Turbomodell. Anfangs 3.0L mit 260 PS, ab 1978 3.3L mit 300 PS, charakteristische „Whale Tail“-Heckspoiler, ausgestellte Kotflügel (Verbreiterung), 4-Gang-Getriebe (bis 1989, dann erstmals 5-Gang). Ikone der späten 70er und 80er, von „Magnum P.I.“ bis zu Sammler-Auktionen heute.

Karosserie-Varianten: Coupé (Volumen), Targa (mit herausnehmbarem Dach-Teil), und Cabriolet (ab 1983 als erstes 911-Cabrio überhaupt). Plus das seltene 911 Speedster (1989, nur 2.103 Stück).

1989 löste das 964 das G-Modell ab. Heute ist das G-Modell der ehrlichste, klassischste 911, Sammler-Stars sind Carrera 3.2 Coupé, Speedster, und alle 930 Turbo-Varianten.

Bauzeitraum
1973–1989
Produktionszahl
ca. 198.000 (alle G-Modell-Varianten, davon ca. 21.000 als 930 Turbo)
Produktionsstätte
Porsche-Werk Zuffenhausen

Karosserie-Varianten

911 G-Modell Coupé 1973–1989

Volumen-Variante. 911 2.7, 911 SC, 911 Carrera 3.2. Klassische 911-Linie mit ausgestellten Kotflügeln.

911 G-Modell Targa 1973–1989

Mit herausnehmbarem Dach-Teil und festem Überrollbügel. Zwischen Coupé und Cabrio.

911 G-Modell Cabriolet 1983–1989

Erstes 911-Cabrio überhaupt. Ab Carrera 3.2. Heute gesuchteste G-Modell-Karosserie.

911 Speedster (Sondermodell, 1989) 1989

Nur 2.103 Stück. Niedriger Windschutzscheiben-Rahmen, charakteristische „Doppel-Höcker“-Verdeckabdeckung.

911 Turbo / 930 (Sondermodell) 1975–1989

Porsches erstes Serien-Turbomodell. 3.0L, ab 1978 3.3L, 260–300 PS. Ikone der späten 70er/80er.

Motorisierungen im Überblick

Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.

M27 (2.7L Sechszylinder-Boxer, 1974–1977)

150 PS (911), 165 PS (911 S), 210 PS (Carrera). Magnesium-Kurbelgehäuse, anfällig für Stehbolzen-Ausreißer. Heute oft auf Aluminium-Gehäuse umgebaut.

M30 (3.0L SC, 1978–1983)

180–204 PS. Aluminium-Kurbelgehäuse, deutlich robuster als 2.7. K-Jetronic-Einspritzung. Der „Volumen-G“ mit gutem Wartungs-Aufwand-Verhältnis.

M64/01 (3.2L Carrera, 1984–1989)

231 PS bei 5.900 1/min. KE-Jetronic, Motronic-Steuerung ab 1987. Am gesuchtesten der Standard-G-Modelle. Klassischer Porsche-Sound.

M30/60 / M30/69 (3.0L bzw. 3.3L Turbo, 930)

260–300 PS, 343–432 Nm. KKK-Lader. Charakteristisches „Whale Tail“-Spoiler-Setup. 4-Gang-Getrag-Getriebe bis 1989.

Rost-Hotspots — die kritischen Zonen

Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen — Schwere-Indikator zeigt Reparatur-Aufwand.

Längsträger und Bodenwannen-Bereich

Kritisch

Klassischer 911-Rost. Versteckte Wasser-Sammelstellen. Reparatur 2.500–5.000 € pro Seite. Bei vernachlässigten Exemplaren KO-Kriterium.

A-Säulen-Fuß und Schweller

Kritisch

Wasser sammelt sich hinter Plastik-Innenverkleidungen. Schweller rosten von innen. Reparatur 3.000–5.500 € pro Seite.

Hintere Radläufe / Kotflügel-Falze

Kritisch

Bei verbreiterten G-Modell-Kotflügeln zusätzlich kritisch. Reparatur 1.500–3.000 € pro Seite.

Vordere Kofferraum-Mulde und Reservereifen-Bereich

Kritisch

Wasser-Sammel-Stelle bei undichten Frontscheiben-Dichtungen. Bodenblech-Schäden möglich.

Türen unten und Türfalz

Mittel

Verstopfte Ablaufbohrungen. Reparatur 800–1.500 € pro Tür.

Hintere Stoßfänger-Halter und Heckabschluss

Mittel

Bei vernachlässigten Exemplaren hinter den Faltenbalg-Stoßstangen versteckt.

Targa-Bügel-Aufnahmen (bei Targa)

Mittel

Targa-spezifischer Hotspot. Bei vernachlässigten Exemplaren bis ins Dach durchgerostet.

Allgemeine Schwachstellen

Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.

  • ! 2.7-Motor (1974–1977) Stehbolzen-Ausreißer: Magnesium-Block-Problem. Tausch der Stehbolzen 3.500–6.000 €. Bei Verkauf kritisch dokumentiert sein.
  • ! K-Jetronic / KE-Jetronic Einspritzung: Steuergeräte und Mengenteiler altern. Überholung 1.500–2.500 €.
  • ! Zwischenwellen-Lager (IMS, bei Carrera 3.2): bei hohen Laufleistungen Defekt möglich. Tausch 2.500–4.000 €.
  • ! Bei 930 Turbo: KKK-Lader-Wellenspiel. Überholung 3.000–5.000 €.
  • ! Bei 930 Turbo: 4-Gang-Getriebe (bis 1989) verschleißt. Überholung 4.000–6.500 €.
  • ! Getrag G50 5-Gang (Carrera 3.2 ab 1987): Synchros nach 200.000 km. Überholung 3.500–5.500 €.
  • ! Ölverbrauch: bei 911 normal (1L auf 1.000–2.000 km akzeptabel). Über 1L auf 500 km: Kolbenringe oder Ventilschaft-Dichtungen.
  • ! Hauptölwannen-Dichtung: bei höheren Laufleistungen undicht. Tausch 1.500–2.500 €.
  • ! Heizungs-Tausche (Klima R12): R134a-Umrüstung 1.500–2.500 €.
  • ! Original-Pasha-Innenausstattung (Carrera 3.2 Sondermodell): rissig bei UV. Aufarbeitung 4.500–8.000 €.
  • ! Bei 930 Turbo: Wartung im Bereich 3.000–5.000 € pro Jahr (Spezial-Werkstatt Pflicht).

H-Kennzeichen — was du wissen musst

Erste Modelle H-fähig ab
2003
Jährliche Kfz-Steuer
Pauschale Kfz-Steuer von 191 €/Jahr. Klassik-Versicherung 500–900 €/Jahr (Standard), 900–1.800 €/Jahr (930 Turbo).

Alle 911 G-Modell sind H-Kennzeichen-fähig. Frühe G-Modell (1973) seit 2003 H-fähig, späteste (1989) seit 2019.

Voraussetzungen
  • Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurück
  • Weitgehend originaler Zustand der Karosserie und Technik
  • Originale Motorisierung dokumentiert
  • Original-Auspuff oder zeitgenössische Alternative
  • Positives H-Gutachten durch TÜV/DEKRA/GTÜ
  • Bei US-Importen: Euro-Konformität für H-Status empfehlenswert

Kauf-Checkliste

Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.

Karosserie, Rost ist DAS Thema

  • Auf Hebebühne: Längsträger, Bodenwannen, Schweller-Innenleben
  • A-Säulen-Fuß und Schweller-Übergang
  • Hintere Radläufe / Kotflügel-Falze innen
  • Vordere Kofferraum-Mulde + Reservereifen-Bereich
  • Bei Targa: Targa-Bügel-Aufnahmen
  • Bei Cabrio: Verdeck-Kasten + Karosserie-Verwindung
  • Lackdickenmessung über alle Karosserieteile, Original-Lack +30 %

Motor & Antrieb

  • Bei 2.7-Modellen (1974–1977): Stehbolzen-Status dokumentiert?
  • Kompressionsmessung über alle 6 Zylinder
  • Ölverbrauchs-Historie erfragen
  • K-Jetronic / KE-Jetronic Funktion (Standgas, Beschleunigung)
  • Bei 930 Turbo: Lader-Druck-Test, Wellenspiel-Test
  • Probefahrt: keine Aussetzer, sauber durchziehen bis 6.500 1/min
  • Hauptölwannen-Dichtheit

AUTHENTIZITÄT bei Sondermodellen

  • Bei 930 Turbo (ca. 21.000 Stück): Porsche Datenkarte zwingend
  • Bei Speedster (2.103 Stück): kompromisslose Provenance-Recherche
  • Bei Carrera 3.2: Motor-Nummer mit Datenkarte abgleichen
  • Original-Lack-Code? Innenausstattungs-Code?

Dokumentation

  • Porsche-Datenkarte vom Werk (Porsche Classic, kostenpflichtig)
  • Scheckheft mit Porsche-Stempeln oder Spezial-Werkstatt-Belegen
  • Lückenlose Wartungs-Historie (besonders K-Jetronic, Steuerketten, IMS-Lager)
  • Bei 930 Turbo: Lader-Wartung dokumentiert
  • TÜV-Bericht aktuell

Welcher passt zu dir?

Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil — finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Use-Case.

Klassischer 911-Einsteiger mit kleinem Budget

Porsche 911 SC (3.0L, 1978–1983)

Aluminium-Block (kein 2.7-Stehbolzen-Problem), 180–204 PS, beste Teilversorgung. Markt 40.000–55.000 € für gute Exemplare. Wertentwicklung +14 %.

Klassischer 911-Volumen-Sammler

Porsche 911 Carrera 3.2 (1984–1989)

231 PS, KE-Jetronic, klassischer 911-Sound. Markt 60.000–85.000 €. Wertentwicklung +15 %. Sammler-Stars: G50-Getriebe (ab 1987).

Cabrio-Liebhaber mit 80er-Stil

Porsche 911 Carrera 3.2 Cabriolet

Erstes 911-Cabrio (ab 1983). Markt 75.000–105.000 €. Wertentwicklung +18 %.

Top-Sammler mit Turbo-Anspruch

Porsche 911 Turbo 3.3 (930, 1978–1989)

300 PS, KKK-Lader, „Whale Tail“-Spoiler. Klassiker-Ikone. Markt 150.000–220.000 €. Wertentwicklung +20 %. Top-Auktion bis 350.000 €.

Alle Varianten im Wert-Vergleich

Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.

Variante Motor Leistung Wert (Note 2) 3J-Trend
911 G-Modell (SC / Carrera 3.2) M27 / M30 / M64 (2.7L–3.2L Sechszylinder-Boxer) 150–231 PS 60.000–88.000 € +15.0 %
911 Turbo (930, Sondermodell) M30/60 / M30/69 Turbo (3.0L / 3.3L) 260–300 PS 150.000–220.000 € +20.0 %

Häufige Fragen zur Porsche-911-G-MODELL-Reihe

Was ist ein Porsche 911 G-Modell wert? +
Ein 911 G-Modell in gutem Zustand (Note 2) liegt im Mai 2026 zwischen 60.000 und 88.000 € (SC und Carrera 3.2). Topzustand bis 125.000 €. Restaurationsobjekte ab 14.000 €. Beim 930 Turbo deutlich höher: 150.000–220.000 €, Top-Auktion bei Bonhams oder RM Sotheby's bis 350.000 €.
Was ist der Unterschied zwischen 911 SC und Carrera 3.2? +
Der SC (1978–1983) hat den 3.0L Aluminium-Block mit K-Jetronic und 180–204 PS. Der Carrera 3.2 (1984–1989) hat 3.2L mit KE-Jetronic (ab 1987 Motronic) und 231 PS. Carrera 3.2 ist moderner und gesuchter, SC ist günstiger und ein guter Einstieg.
Welches G-Modell ist am haltbarsten? +
Der 911 SC (3.0L), Aluminium-Block, einfache K-Jetronic, robuste Konstruktion. 300.000+ km bei guter Wartung möglich. Bei Carrera 3.2: IMS-Lager beachten (Zwischenwellen-Lager, Defekt nach hohen Laufleistungen). Vermeiden: 2.7-Modelle (1974–1977) ohne dokumentierten Stehbolzen-Tausch.
Wie viele 911 G-Modelle wurden gebaut? +
Insgesamt ca. 198.000 G-Modelle zwischen 1973 und 1989. Davon ca. 21.000 als 930 Turbo. Carrera 3.2 ca. 80.000 Stück, SC ca. 60.000 Stück, 2.7-Modelle ca. 35.000 Stück. Der Speedster (1989) extrem selten mit 2.103 Stück.
Ist der 911 G-Modell H-Kennzeichen-fähig? +
Ja, alle G-Modelle. Frühe G-Modelle (1973) seit 2003 H-fähig, späteste (1989) seit 2019. Voraussetzung: originaler Zustand. Bei Tieferlegungen oder Sport-Auspuff-Modifikationen ist das H-Kennzeichen gefährdet.
Lohnt sich der 911 G-Modell als Investment? +
Ja. Mit +15 % (Standard) bis +20 % (930 Turbo) etablierter Top-Sammler-Klassiker. Sammler-Faktoren: Original-Lack (+30 %), dokumentierte Porsche-Service-Historie, Erstbesitzer-Provenance. Top-Investments: 930 Turbo, Speedster, Carrera 3.2 mit G50-Getriebe.
Was kostet die Wartung eines 911 G-Modell? +
Jährlich 2.000–3.500 € (Standard), 3.000–5.000 € (930 Turbo). Größere Posten: Stehbolzen-Tausch bei 2.7 (3.500–6.000 €), Zwischenwellen-Lager bei Carrera 3.2 (2.500–4.000 €), KKK-Lader-Überholung bei 930 (3.000–5.000 €), Getriebe-Überholung (3.500–6.500 €). Spezial-Werkstatt Pflicht.

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Quellen und weiterführende Informationen
Stand: Mai 2026