Chromradar
Klassiker im Wert-Check
KAUFBERATUNG 2026

Porsche 928 Kaufberatung 2026

V8-Gran-Turismo der 80er und 90er, S4, GT und das Top-Modell 928 GTS

Porsche 928, V8-Gran-Turismo der 80er und 90er
Foto: Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle

Der Porsche 928 war Porsches ambitioniertester Gran-Turismo, ein V8-Front-Mittelmotor-Sportwagen, der den 911 ablösen sollte. Zwischen 1977 und 1995 baute Porsche 61.056 Exemplare. Transaxle-Konzept (Motor vorn, Getriebe hinten), aufwendige Aluminium-Karosserie-Teile, hochwertige Innenausstattung. Heute etablierter Sammler-Klassiker mit Wertentwicklung +18 % (S4) bis +24 % (GTS, das Top-Modell mit 5,4L V8 und 350 PS).

Inhalt dieser Kaufberatung
  1. Modell-Historie und Bauzeitraum
  2. Karosserie-Varianten im Überblick
  3. Motorisierungen im Überblick
  4. Rost-Hotspots — die kritischen Zonen
  5. Allgemeine Schwachstellen
  6. H-Kennzeichen-Voraussetzungen
  7. Kauf-Checkliste
  8. Welcher passt zu dir?
  9. Varianten im Wert-Vergleich
  10. Häufige Fragen

Modell-Historie und Bauzeitraum

Der 928 startete 1977 als Porsches Antwort auf die Mercedes SL- und BMW 6er-Coupés, und ursprünglich als geplanter Nachfolger des 911. Designer Wolfgang Möbius zeichnete eine flache, fließende Karosserie mit Klappscheinwerfern und Hochglanz-Lack-Stoßstangen.

Technisch revolutionär: V8-Motor vorne, Getriebe als Transaxle-Konstruktion hinten, perfekte 50:50-Gewichtsverteilung. Aluminium-Türen, -Hauben und -Kotflügel. Die “Weissach-Achse“ hinten, eine selbstlenkende Hinterachse, die Untersteuern unter Last reduziert. 1977 zum Auto des Jahres in Europa gekürt.

Motor-Entwicklung in vier Phasen: 928 (1977–1979, 4,5L V8 mit 240 PS), 928 S (1979–1986, 4,7L mit 300 PS, dann 5,0L mit 310 PS), 928 S4 (1987–1991, 5,0L 32V mit 320 PS, Top-Volumen-Variante), und 928 GT (1989–1991, 330 PS mit Sport-Setup).

1992 kam die GTS, das absolute Top-Modell mit aufgebohrtem 5,4L V8 und 350 PS, 500 Nm Drehmoment, charakteristischen Heck-Verbreiterungen. Nur 2.831 Stück gebaut, heute extreme Sammler-Rarität.

1995 endete die 928-Produktion ohne Nachfolger. Heute ist der 928, speziell die GTS und späte S4, etablierter Sammler-Klassiker. Das Transaxle-Konzept und die Sammler-Anerkennung wachsen jährlich.

Bauzeitraum
1977–1995
Produktionszahl
61.056 (davon nur 2.831 als 928 GTS)
Produktionsstätte
Porsche-Werk Zuffenhausen

Karosserie-Varianten

928 Coupé 1977–1995

Einzige Karosserie. 928, 928 S, 928 S4, 928 GT, 928 GTS. Transaxle-V8-Gran-Turismo.

928 GTS (Top-Sondermodell) 1991–1995

5,4L V8 mit 350 PS. Heck-Verbreiterungen, Sport-Setup. Nur 2.831 Stück. Heute Sammler-Top-Klasse.

Motorisierungen im Überblick

Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.

M28 (4,5L V8, 1977–1979)

240 PS bei 5.500 1/min. Erster Porsche-V8. K-Jetronic-Einspritzung.

M28/01 (4,7L V8, 1979–1986)

300 PS (S, dann S2). Mit K-Jetronic. Letzter klassischer V8 vor 32V.

M28/41-43 (5,0L 32V V8, S4 und GT, 1987–1991)

320 PS (S4) bzw. 330 PS (GT). Doppelnockenwelle, Motronic. Klassischer 928-Top-Motor.

M28/49 (5,4L 32V V8, GTS, 1991–1995)

350 PS bei 5.700 1/min, 500 Nm bei 4.250 1/min. Aufgebohrter 5,4L. Sammler-Liebling.

Rost-Hotspots — die kritischen Zonen

Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen — Schwere-Indikator zeigt Reparatur-Aufwand.

Bodenblech und Schweller-Innenleben

Kritisch

Trotz Aluminium-Anbauteile rostet das Stahl-Chassis. Bei vernachlässigten Exemplaren kritisch. Reparatur 3.000–6.000 € pro Seite.

Hintere Kotflügel-Falze

Kritisch

Klassischer Rost-Hotspot. Bei GTS mit Heck-Verbreiterungen zusätzlich kritisch.

Pop-Up-Klappscheinwerfer-Mechanik

Mittel

928-spezifisch. Halter brüchig, Motoren schwergängig. Reparatur 600–1.200 € pro Seite.

Tankgeber-Bereich und Heckklappen-Falz

Mittel

Wasser-Sammel-Stellen. Bei vernachlässigten Exemplaren durchgerostet.

Türen unten und Türfalz

Mittel

Aluminium-Türen oxidieren statt zu rosten, aber Kontakt-Korrosion an Stahl-Übergängen.

Allgemeine Schwachstellen

Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.

  • ! Zahnriemen + Wasserpumpe: zwingend alle 60.000 km wechseln. Kapitaler Motorschaden bei Versäumnis (Reparatur 12.000–20.000 €). Bei GTS noch kritischer.
  • ! K-Jetronic / Motronic: Steuergeräte und Mengenteiler altern. Überholung 1.500–3.000 €.
  • ! Automatik (Mercedes 4-Gang 722.3, 928 hatte Mercedes-Getriebe): bei höheren Laufleistungen Druckverlust. Überholung 2.500–4.000 €.
  • ! Transaxle-Welle (zentrale Antriebswelle Motor-Getriebe): Lager nach 200.000 km. Tausch 2.500–4.500 €.
  • ! Hinterachs-Lager (Weissach-Achse): Buchsen verschleißen. Tausch 1.500–2.500 €.
  • ! Klima-Anlage R12: Umrüstung R134a 1.500–2.500 €.
  • ! Innenausstattung (oft Leder): rissig bei UV. Aufarbeitung 4.000–8.000 €.
  • ! Hi-Fi-System (originale Becker/Blaupunkt): selten funktional. Sammler-Aufpreis bei Funktion.
  • ! Bei GTS: AMG-Spezialwerkstatt-Wartung empfehlenswert. Sport-Auspuff und Sport-Bremsen teurer.
  • ! Kühlsystem (Aluminium-Kühler): bei vernachlässigten Exemplaren undicht. Tausch 1.500–2.500 €.

H-Kennzeichen — was du wissen musst

Erste Modelle H-fähig ab
2007
Jährliche Kfz-Steuer
Pauschale Kfz-Steuer 191 €/Jahr. Klassik-Versicherung 500–900 €/Jahr (S4), 900–1.500 €/Jahr (GTS).

Frühe 928 (1977) seit 2007 H-Kennzeichen-fähig. Späteste 928 GTS (1995) ab 2025.

Voraussetzungen
  • Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurück
  • Weitgehend originaler Zustand der Karosserie und Technik
  • Originale Motorisierung dokumentiert
  • Original-Auspuff oder zeitgenössische Alternative
  • Positives H-Gutachten durch TÜV/DEKRA/GTÜ

Kauf-Checkliste

Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.

Karosserie

  • Bodenblech und Schweller-Innenleben auf Hebebühne
  • Hintere Kotflügel-Falze (bei GTS verbreitert)
  • Pop-Up-Scheinwerfer-Mechanik beide Seiten
  • Tankgeber-Bereich + Heckklappen-Falz
  • Türen unten, Aluminium-Stahl-Übergang
  • Lackdickenmessung über alle Karosserieteile

Motor & Antrieb

  • Zahnriemen-Historie: alle 60.000 km Wechsel-Nachweise, PFLICHT
  • Kompressionsmessung über alle 8 Zylinder
  • Transaxle-Welle: Geräusche bei Lastwechsel im 2./3. Gang
  • Bei Automatik: keine Ruckler, saubere Schaltungen
  • Bei GTS: AMG-Wartung dokumentiert
  • Probefahrt mit Lastwechsel-Test

AUTHENTIZITÄT bei GTS

  • Bei GTS (2.831 Stück): Porsche-Datenkarte zwingend
  • Original-Heckverbreiterungen
  • Motor-Nummer mit Datenkarte abgleichen
  • Sport-Bremsen + Original-Räder
  • GTS-spezifische Innenausstattung

Dokumentation

  • Porsche-Datenkarte vom Werk
  • Scheckheft mit Porsche- oder Spezial-Werkstatt-Stempeln
  • Lückenlose Zahnriemen-Historie
  • Bei GTS: dokumentierte Provenance
  • TÜV-Bericht aktuell

Welcher passt zu dir?

Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil — finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Use-Case.

Klassischer GT-Liebhaber mit kleinem Budget

Porsche 928 S4 (1987–1991)

320 PS V8, 32V-Technik, beste Mischung aus Volumen und Sammler-Status. Markt 36.000–55.000 €. Wertentwicklung +18 %.

Top-Sammler-Investment

Porsche 928 GTS (1991–1995)

5,4L V8 mit 350 PS, nur 2.831 Stück. Markt 95.000–140.000 €. Wertentwicklung +24 %. Top-Auktion bis 180.000 €.

Geheim-Tipp mit Sport-Setup

Porsche 928 GT (1989–1991)

330 PS mit Sport-Fahrwerk und Sportdifferenzial. Nur ca. 2.000 Stück. Markt 45.000–65.000 €.

Alle Varianten im Wert-Vergleich

Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.

Variante Motor Leistung Wert (Note 2) 3J-Trend
Porsche 928 (S4 und früher) M28 / M28/01 / M28/41 (4,5L–5,0L V8) 240–330 PS 36.000–55.000 € +18.0 %
Porsche 928 GTS (Sondermodell) M28/49 (5,4L V8) 350 PS 95.000–140.000 € +24.0 %

Häufige Fragen zur Porsche-928-Reihe

Was ist ein Porsche 928 wert? +
Ein 928 S4 in gutem Zustand (Note 2) liegt im Mai 2026 zwischen 36.000 und 55.000 €. Topzustand bis 80.000 €. Beim 928 GTS deutlich höher: 95.000–140.000 €, Top-Auktion bis 180.000 €. Restaurationsobjekte ab 8.000 €.
Was ist das Besondere am Porsche 928? +
Drei Dinge: 1) Erster Porsche-V8 als Front-Mittelmotor mit Transaxle-Konzept (Getriebe hinten). 2) Aufwendige Aluminium-Karosserie-Teile (Türen, Hauben, Kotflügel). 3) Die “Weissach-Achse“ hinten, selbstlenkende Hinterachse, technische Innovation der späten 70er. 1977 Auto des Jahres in Europa.
Warum lohnt sich gerade die 928 GTS? +
Drei Faktoren: 1) Nur 2.831 Stück gebaut, extreme Seltenheit. 2) 5,4L V8 mit 350 PS, Top-Variante der ganzen 928-Reihe. 3) Letzte 928-Generation vor Produktionsende 1995. Heute Wertentwicklung +24 % in 3 Jahren. Sammler-Stars: GTS Coupé mit Schaltgetriebe und dokumentierter Porsche-Wartung.
Welches 928-Modell ist am haltbarsten? +
Der 928 S4 (1987–1991), moderner 32V-V8, Motronic-Steuerung, robuste Konstruktion. Bei korrekter Wartung 300.000+ km möglich. Pflicht: Zahnriemen-Wechsel alle 60.000 km. Versäumnis = kapitaler Motorschaden (12.000–20.000 € Reparatur).
Ist der Porsche 928 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja, frühe 928 (1977) seit 2007 H-Kennzeichen-fähig. Späteste 928 GTS (1995) ab 2025. Voraussetzung: originaler Zustand.
Was kostet die Wartung eines 928? +
Jährlich 2.500–4.000 € (S4), 4.000–7.000 € (GTS). Größere Posten: Zahnriemen + Wasserpumpe alle 60.000 km (1.500–2.500 €), Transaxle-Welle (2.500–4.500 €), Klima-Umrüstung R134a (1.500–2.500 €), Automatik-Überholung (2.500–4.000 €). Spezial-Werkstatt empfehlenswert.

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Quellen und weiterführende Informationen
Stand: Mai 2026