MARKTWERT 2026

Mercedes C-Klasse W202

Nachfolger des 190 (W 201) · C 180 bis C 280, T-Modell · 1993–2001

Mercedes-Benz C-Klasse W202 Limousine
Foto: Tokumeigakarinoaoshima · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Die Mercedes C-Klasse W202 ist die erste C-Klasse und der direkte Nachfolger des Mercedes 190 (W 201). Gebaut wurde sie von 1993 bis 2000 als Limousine und von 1996 bis 2001 als T-Modell, mit solider Mercedes-Mittelklasse-Technik und guter Verarbeitung. Sammlerisch interessant sind vor allem die AMG-Modelle: der C 36 AMG (5.221 Stück, das erste gemeinsam entwickelte Modell von Mercedes-Benz und AMG) und der seltene C 43 AMG mit V8 (3.085 Limousinen und 772 T-Modelle). Während Basis-Modelle günstig bleiben, sind die AMG-Versionen gesuchte Youngtimer. Marktwerte Stand Oktober 2026: Serienmodelle rund 800 bis 12.000 Euro je nach Zustand, AMG-Modelle deutlich darüber.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 10.200 – 13.799 €
Zustand 2 (Gut) 5.950 – 8.049 €
Zustand 3 (Gepflegt) 3.400 – 4.600 €
Zustand 4 (Alltag) 1.870 – 2.530 €
Zustand 5 (Restobjekt) 680 – 919 €
Bauzeitraum
1993 – 2001
Versicherung (Zustand 2)
280–380 €/Jahr
Produktionszahl
Laut Mercedes-Benz Archiv 1.626.383 Limousinen (1993 bis 2000) und 243.871 T-Modelle (1996 bis 2001), davon C 36 AMG 5.221, C 43 AMG 3.085 Limousinen und 772 T-Modelle
H-Kennzeichen ab
2023

Über den Mercedes C-Klasse W202

Die W202 erschien 1993 als erste Baureihe unter dem Namen C-Klasse und löste den Mercedes 190 (W 201) ab. Sie war größer, moderner und komfortabler als der Vorgänger, behielt aber den soliden Mercedes-Anspruch an Verarbeitung und Langlebigkeit. Angeboten wurde sie als Limousine und ab 1996 als T-Modell, mit Ausstattungslinien wie Classic, Esprit, Elegance und Sport.

Das Motorenspektrum reichte vom C 180 über die Sechszylinder bis zu den Dieseln. Die sammlerisch spannenden Modelle kamen von AMG: Der C 36 AMG (1993 bis 1997) war laut Mercedes-Benz das erste Ergebnis der Zusammenarbeit mit AMG, mit einem auf 3,6 Liter aufgebohrten Reihensechszylinder (M 104) und 280 PS. Davon entstanden 5.221 Exemplare, ausschließlich als Limousine.

1997 folgte der C 43 AMG mit einem 4,3-Liter-V8 (M 113) und 306 PS, von dem bis 2000 laut Mercedes-Benz Archiv 3.085 Limousinen und 772 T-Modelle gebaut wurden. Darüber rangierte ab 1998 der C 55 AMG (5,4-Liter-V8, 347 PS), ein Umbau auf Basis des C 43 AMG, dessen Stückzahl Mercedes-Benz nicht separat ausweist. Der V8 und die geringere Stückzahl machen den C 43 AMG heute zur deutlich selteneren und wertvolleren der beiden AMG-Versionen.

Während einfache W202 als solide Gebrauchtwagen noch günstig zu haben sind, haben die AMG-Modelle klar Sammlerstatus erreicht. Gepflegte C 36 und vor allem C 43 AMG mit Historie erzielen ein Mehrfaches der Serienmodelle. Ein bekanntes Thema bleibt die Rostanfälligkeit der W202, bei frühen Baujahren ebenso wie bei den Baujahren 1998 und 1999.

Motorisierungen

  • → C 180 bis C 280: 1,8- bis 2,3-Liter-Vierzylinder (M 111, auch mit Kompressor) und 2,8-Liter-Reihensechszylinder (M 104), ab 1997 V6-Motoren C 240 und C 280 (M 112)
  • → Diesel: C 200 Diesel, C 220 Diesel, C 250 Diesel und C 250 Turbodiesel (OM 601, OM 604, OM 605), ab 1998 C 220 CDI und C 200 CDI (OM 611)
  • → C 36 AMG: 3,6-Liter-Reihensechszylinder (M 104), 280 PS, 1993 bis 1997 (5.221 Stück)
  • → C 43 AMG: 4,3-Liter-V8 (M 113), 306 PS, 1997 bis 2000 (3.085 Limousinen, 772 T-Modelle)
  • → C 55 AMG: 5,4-Liter-V8 (M 113), 347 PS, 1998 bis 2000, Umbau auf Basis C 43 AMG, Stückzahl nicht separat dokumentiert

Karosserie-Varianten

  • → Limousine 4-türig (1993 bis 2000), alle Motorisierungen
  • → T-Modell Kombi (1996 bis 2001)
  • → C 36 AMG nur als Limousine, C 43 AMG und C 55 AMG als Limousine und T-Modell

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an Blechkanten und Falzen: Schloss und Griffleiste des Kofferraumdeckels, Falze der Kofferraumbleche, unter den oberen Türdichtungen und Stoßleisten, am Antennenloch, an Türkanten und Radläufen, an Wagenheberaufnahmen sowie Feder- und Hinterachsaufnahmen. Auto Bild nennt vor allem frühe Baujahre als betroffen, laut Wikipedia rosteten zudem die Baujahre 1998 und 1999 wegen einer kurzzeitig verwendeten neuen Unterboden-Grundierung besonders stark.
  • ! Reihensechszylinder M 104 mit 38-poliger OBD-1-Schnittstelle (C 36 AMG, C 280 bis 1997): Die Isolierung des Motorkabelbaums wird brüchig und rissig und kann Fehler in der Motorelektronik verursachen.
  • ! C 43 AMG V8 (M 113): Die Steuerkette gilt als verschleißfreudig; dazu Zustand von Fahrwerk, Bremsen und AMG-Spezifika prüfen.
  • ! Beim C 200 und C 230 Kompressor neigen die Edelstahl-Abgaskrümmer zu Rissen.
  • ! AMG-spezifische Teile (Aerodynamik, Räder, Innenraum) sind zunehmend rar und teuer, Vollständigkeit wertentscheidend.
  • ! Elektrik der 90er altert: Zündschloss und Tankgeber fallen typischerweise aus, dazu Komfortelektrik wie Fensterheber prüfen.
  • ! Replica-Risiko bei AMG-Optik: einfache W202 werden auf C36/C43-Look umgebaut, Echtheit über Fahrgestellnummer und Datenkarte prüfen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Die AMG-Modelle (C36, vor allem C43 mit V8) sind die sammlerisch interessanten und teuersten Varianten, Basis-W202 bleiben günstig.
  • ✓ Rost ist das zentrale Thema, bei frühen Baujahren ebenso wie bei den Baujahren 1998 und 1999: Kofferraumdeckel, Türdichtungen, Türkanten, Radläufe, Wagenheber-, Feder- und Hinterachsaufnahmen genau prüfen.
  • ✓ Beim C 36 AMG und beim C 280 mit M 104 den Motorkabelbaum prüfen lassen, eine brüchige Isolierung ist ein bekannter Fehler. Beim C 43 AMG auf die Steuerkette achten.
  • ✓ AMG-Echtheit über Datenkarte und Fahrgestellnummer verifizieren, da AMG-Optik-Umbauten kursieren.
  • ✓ Vollständige, originale AMG-Ausstattung (Räder, Aerodynamik, Interieur) und lückenlose Historie steigern den Wert deutlich.
  • ✓ Der C 43 AMG ist mit V8 und 3.085 Limousinen plus 772 T-Modellen die seltenere, wertvollere AMG-Variante, der C 36 AMG die zugänglichere.
  • ✓ H-Kennzeichen ist für frühe W202 ab 2023 möglich, was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.

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Baujahr
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Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Mercedes C-Klasse W202

Was ist eine Mercedes C-Klasse W202 2026 wert? +
Die Spannweite ist groß. Serien-W202 (C 180 bis C 280, auch T-Modell) liegen Stand Oktober 2026 bei rund 800 Euro für Restaurierungsobjekte, 2.200 Euro für Alltagsfahrzeuge mit Mängeln, 4.000 Euro für ordentliche Gebrauchte und rund 7.000 Euro in gutem Zustand; außergewöhnlich gut erhaltene Exemplare mit sehr geringer Laufleistung erreichen um 12.000 Euro. Die AMG-Modelle spielen in einer anderen Liga: Für einen guten C 36 AMG nannte Auto Bild Klassik 2019 ab 12.000 Euro, für den Topzustand über 20.000 Euro; heute liegen gute Exemplare um 20.000 Euro, Spitzenexemplare werden um 30.000 bis 40.000 Euro angeboten. Ein C 43 AMG wurde im März 2025 bei Gooding & Company auf Amelia Island für 50.400 US-Dollar versteigert (Schätzung 60.000 bis 80.000 US-Dollar).
Was ist der Unterschied zwischen C36 AMG und C43 AMG? +
Der C 36 AMG (1993 bis 1997) war laut Mercedes-Benz das erste gemeinsame Modell von Mercedes-Benz und AMG, mit einem auf 3,6 Liter aufgebohrten Reihensechszylinder und 280 PS, gebaut in 5.221 Exemplaren und nur als Limousine. Der C 43 AMG (1997 bis 2000) erhielt einen 4,3-Liter-V8 mit 306 PS und entstand in 3.085 Limousinen und 772 T-Modellen. Der C43 ist wegen des V8-Motors und der geringeren Stückzahl die seltenere, kräftigere und wertvollere AMG-Variante, während der C36 als erster AMG-C historisch besonders bedeutsam ist.
Ist die W202 rostanfällig? +
Ja. Auto Bild nennt vor allem die frühen Baujahre als betroffen, laut Wikipedia rosteten zudem die Baujahre 1998 und 1999 besonders stark, weil eine 1998 neu eingeführte Unterboden-Grundierung schlechter schützte und 1999 wieder abgeschafft wurde. Typische Stellen sind Schloss und Griffleiste des Kofferraumdeckels, die Falze der Kofferraumbleche, die Bereiche unter Türdichtungen und Stoßleisten, Türkanten und Radläufe, das Antennenloch sowie Wagenheber-, Feder- und Hinterachsaufnahmen. Bei jedem W202-Kauf, auch bei den AMG-Modellen, ist eine gründliche Rostinspektion Pflicht. Gut gepflegte, garagengehaltene Exemplare sind deutlich weniger betroffen.
Welcher W202-Motor ist der beste für Sammler? +
Eindeutig die AMG-Modelle. Der C 43 AMG mit seinem 4,3-Liter-V8 und 3.085 Limousinen plus 772 T-Modellen ist die Spitze der Großserie, gefolgt vom historisch bedeutsamen C36 AMG mit dem aufgebohrten Reihensechszylinder. Unter den Serienmodellen sind die kräftigeren Sechszylinder (C280) am gefragtesten, bleiben aber wertmäßig deutlich unter den AMG. Für Sammler zählen Originalität, AMG-Echtheit und rostfreie Substanz mehr als die reine Motorisierung.
Wie ist die Ersatzteilversorgung bei der W202? +
Für Standard-Mechanik und Verschleißteile ist die Versorgung dank der hohen Stückzahl und der Mercedes-Classic-Struktur sehr gut und bezahlbar. Anspruchsvoller wird es bei AMG-spezifischen Teilen: Aerodynamik, Räder, Innenraum und bestimmte Motorkomponenten der C36 und C43 sind zunehmend rar und teuer. Die Mercedes-Benz-Classic-Organisation, AMG-Spezialisten und die aktive W202-Szene sind die zentralen Anlaufstellen für seltene Originalteile und die Echtheits-Prüfung der AMG-Modelle.
Ist die W202 ein gutes Investitions-Objekt? +
Nur in der AMG-Ausführung wirklich. Der C 36 und vor allem der C 43 AMG sind als frühe AMG-Mercedes mit kleinen Stückzahlen gesuchte Youngtimer. Wertentscheidend sind AMG-Echtheit, Originalität und rostfreie Substanz. Die Serien-W202 sind dagegen solide, günstige Klassiker, deren Preise vor allem vom Zustand abhängen. Wer beim Kauf auch auf Werterhalt achtet, sollte einen dokumentierten, rostfreien C 43 oder C 36 AMG wählen.
Welche Klassik-Versicherung passt zur W202? +
Frühe W202 erreichen ab 2023 das H-Kennzeichen und können über Klassik- oder Youngtimer-Tarife versichert werden. Für einen C 36 AMG mit Marktwert um 20.000 Euro empfiehlt sich eine Police mit Wertvereinbarung. Anbieter mit Youngtimer-Konzepten wie OCC, Helvetia oder Carisma sind einen Vergleich wert, beim wertvolleren C43 AMG ist ein aktuelles Wertgutachten sinnvoll. Einfache Serien-W202 können je nach Wert teils auch regulär versichert werden, ein Youngtimer-Tarif lohnt sich aber bei gepflegten Exemplaren.
Welche Alternativen zur Mercedes C-Klasse W202 gibt es? +
Bei den Serienmodellen: BMW 3er (E36), Audi A4 (B5) und der eigene Vorgänger 190E (W201). Bei den AMG-Modellen sind die direkten Rivalen der BMW M3 (E36) und der Audi S4/RS4, gegen die der C36 und C43 AMG als komfortbetonte, seltene Sport-Limousinen antreten. Die W202 hebt sich durch ihre solide Mercedes-Verarbeitung, ihre Rolle als erste C-Klasse und vor allem durch die frühen AMG-Modelle C36 und C43 ab, die heute die gesuchten Sammlerstücke der Baureihe sind.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.