MARKTWERT 2026

Opel Kadett E GSi 16V

Schrägheck · 2,0-l-16V · 150 PS · 1988–1991

Opel Kadett E GSi 16V, Rotes Top C20XE Motor
Foto: Ruben de Rijcke · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Der Opel Kadett E GSi 16V ist die stärkste Serienversion des Kadett E. Er kam im März 1988 auf den deutschen Markt und war das erste Opel-Großserienmodell mit vier Ventilen pro Zylinder. Der 2,0-l-Vierzylinder C20XE mit geregeltem Katalysator leistet 150 PS, ohne Katalysator (20XE, für Exportmärkte) 156 PS. Mit Opel-Werksangaben von 7,9 Sekunden auf 100 km/h und 217 km/h Spitze gehörte der GSi 16V zu den schnellsten Kompaktsportlern seiner Zeit; gut erhaltene, originale Exemplare sind heute selten.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 21.250 – 28.749 €
Zustand 2 (Gut) 12.750 – 17.250 €
Zustand 3 (Gepflegt) 7.650 – 10.350 €
Zustand 4 (Alltag) 3.400 – 4.600 €
Zustand 5 (Restobjekt) 1.700 – 2.300 €
Bauzeitraum
1988 – 1991
Versicherung (Zustand 2)
280–420 €/Jahr
Produktionszahl
46.031 (Kadett E GSi 16V, 1988–1991, laut Opel Classic); KBA-Bestand am 1. Januar 2024: 412 Fahrzeuge in Deutschland
H-Kennzeichen ab
2018

Über den Opel Kadett E GSi 16V

Der Kadett E GSi kam 1984 mit dem 1,8-Liter-Einspritzer 18E (115 PS) auf den Markt, öffentlich vorgestellt auf dem Pariser Autosalon. Ab 1986 gab es ihn auch als Fünftürer und zusätzlich mit dem Katalysatormotor C18NE (100 PS), ab Modelljahr 1987 mit 2,0-Liter-Motoren: dem 20SEH mit 130 PS ohne Katalysator und dem C20NE mit 115 PS und geregeltem Katalysator. Im März 1988 folgte der GSi 16V mit dem C20XE (2,0 Liter, 150 PS bei 6.000/min, 196 Nm bei 4.800/min, Motronic). Den Vierventil-Zylinderkopf hat Opel zusammen mit Cosworth entwickelt, die Nockenwellen treibt ein Zahnriemen an. Ohne Katalysator leistete der Motor als 20XE 156 PS; in Großbritannien hieß das Schwestermodell Vauxhall Astra GTE 16V.

Den GSi 16V gab es als Drei- und Fünftürer; der Fünftürer ist deutlich seltener. Typisch für den GSi sind Recaro-Vordersitze, die Digitalinstrumente („Mäusekino“) und der cw-Wert von 0,30. Beim 16V kamen Scheibenbremsen hinten, ein zusätzlicher Stabilisator hinten, ABS serienmäßig, das Fünfganggetriebe F20 und die rechteckigen Doppel-Endrohre hinzu. Ab April 1990 gab es das Sondermodell GSi Champion.

Die Fließheck-Produktion des Kadett E endete 1991 mit dem Start des Astra F. Laut Opel Classic entstanden von 1988 bis 1991 genau 46.031 GSi 16V (Kadett E insgesamt 3.779.286 Stück, 1984–1993). Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren am 1. Januar 2024 in Deutschland noch 412 Kadett E GSi 16V zugelassen.

Motorisierungen

  • → 1,8 l 18E, 115 PS, ohne Kat, 1984–1986 (erster GSi-Motor)
  • → 1,8 l C18NE, 100 PS, geregelter Kat, im GSi 1985/1986 (zum Modelljahr 1987 durch die 2,0-Liter-Motoren ersetzt)
  • → 2,0 l 20SEH, 130 PS, ohne Kat, September 1986 bis Juli 1989
  • → 2,0 l C20NE, 115 PS, geregelter Kat, September 1986 bis 1991
  • → 2,0 l 16V C20XE, 150 PS, 196 Nm, geregelter Kat, 1988–1991 (GSi 16V)
  • → 2,0 l 16V 20XE, 156 PS, ohne Kat (Exportmärkte)

Karosserie-Varianten

  • → Fließheck 3-türig (1988–1991)
  • → Fließheck 5-türig (1988–1991, deutlich seltener)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an den hinteren Radläufen (besonders an der gebördelten Kante), an inneren und äußeren Schwellern samt Wagenheberaufnahmen, an den Endspitzen und Längsträgern hinten, an Batteriefach und Querlenkeraufnahmen sowie im Fußraum.
  • ! Fehlende Gummiabdeckungen unter den Scheinwerfern lassen Wasser in die Längsträger laufen.
  • ! Zylinderkopf C20XE: Köpfe im Coscast-Verfahren können bei Überhitzung zwischen den Zündkerzenbohrungen reißen, Kolbenschmidt-Köpfe neigen zu Gussporosität. Öl im Kühlmittel-Ausgleichsbehälter ist ein Warnsignal.
  • ! Zahnriemen: Ein Riss führt beim C20XE meist zu schwerem Motorschaden; über 7.200/min kann der Riemen flattern.
  • ! Ölverlust kann von einer falschen Dichtung am Öldruckschalter kommen.
  • ! Rückwärtsgang hakt oder ist laut: meist Hauptwellenlager oder Schaltseil.
  • ! Knarzende Servolenkung deutet auf einen teuren Schaden hin; eine hängende Fahrertür liegt oft an den schwachen Stiften der Türscharniere.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Für den GSi 16V den C20XE mit 150 PS prüfen; 8V-GSi mit C20NE liegen laut Kaufberatung von hh-autos bei guten Exemplaren bei rund 8.000 bis 12.000 €, also deutlich unter dem 16V.
  • ✓ Lückenlosen Nachweis des Zahnriemenwechsels verlangen, ein Riemenriss zerstört den C20XE meist.
  • ✓ Kühlmittel-Ausgleichsbehälter auf Ölspuren prüfen und Zylinderkopf-Ausführung (Coscast-Logo oder Kolbenschmidt) feststellen.
  • ✓ Karosserie gründlich auf Rost an Radläufen, Schwellern, Längsträgern, Batteriefach und Fußraum prüfen; die gebördelte Kante der hinteren Radläufe ist ein typischer Rostherd.
  • ✓ Originalität zählt: Stoßfänger, blaugraue Stoßleisten, Scheinwerfer und Blechteile sind laut Auto Bild schwer zu bekommen.
  • ✓ Rückwärtsgang, Servolenkung und Digitalinstrumente bei der Probefahrt testen.
  • ✓ H-Kennzeichen: GSi 16V sind je nach Erstzulassung seit 2018 bis 2021 H-fähig.

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Baujahr
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Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Opel Kadett E GSi 16V

Was ist ein Opel Kadett E GSi 16V 2026 wert? +
Stand November 2026 liegt ein Kadett E GSi 16V im Zustand 2 bei rund 15.000 €, Spitzenfahrzeuge im Zustand 1 bei rund 25.000 €. Gebrauchte Fahrzeuge im Zustand 3 kosten rund 9.000 €, Zustand 4 rund 4.000 €, Restaurierungsobjekte rund 2.000 €. Sehr originale Exemplare mit geringer Laufleistung werden auch deutlich höher angeboten (AutoScout24 November 2026: 42.290 € für einen Wagen mit 8.002 km).
Was ist der C20XE-Motor? +
Der C20XE ist ein 2,0-l-Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen und 16 Ventilen, die ein Zahnriemen antreibt. Mit geregeltem Katalysator leistet er 150 PS bei 6.000/min und 196 Nm, ohne Katalysator (20XE) 156 PS. Den Zylinderkopf hat Opel zusammen mit Cosworth entwickelt; die frühen Köpfe wurden im Coscast-Verfahren gegossen, später kamen Köpfe von Kolbenschmidt hinzu. Der englische Spitzname „Red Top“ stammt von der roten Zündkerzenabdeckung. Nach dem Kadett E GSi 16V wurde der Motor auch im Vectra A, Calibra und Astra F eingesetzt.
Wie schnell ist der Kadett E GSi 16V? +
Opel gab 7,9 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h und 217 km/h Höchstgeschwindigkeit an. Auto Bild ermittelte beim Test eines Exemplars von 1989 ein Gewicht von 1.055 kg und lobte den kräftigen Durchzug schon ab etwa 1.500/min sowie die Drehfreude über 3.000/min. Kritikpunkte waren die schwergängige Kupplung, lange Schaltwege und die indirekte Lenkung.
GSi 8V oder 16V, was soll ich kaufen? +
Der 16V mit C20XE (150 PS) ist die gesuchtere und teurere Version. Die Achtventiler mit 1,8 Liter (18E, 115 PS) oder 2,0 Liter (20SEH mit 130 PS ohne Kat, C20NE mit 115 PS und Kat) sind günstiger: Gute C20NE-Exemplare liegen laut hh-autos bei rund 8.000 bis 12.000 €. Der C20NE gilt als Freiläufer, bei dem ein Zahnriemenriss meist keinen schweren Motorschaden verursacht, beim C20XE ist das anders.
Wie häufig ist der Kadett E GSi 16V? +
Laut Opel Classic wurden von 1988 bis 1991 genau 46.031 Kadett E GSi 16V gebaut; Auto Bild schätzt, dass davon nur noch 4.000 bis 6.000 übrig sind. Vom Kadett E entstanden insgesamt 3.779.286 Fahrzeuge (1984–1993). Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren am 1. Januar 2024 in Deutschland noch 412 Kadett E GSi 16V zugelassen, originalgetreue Exemplare sind entsprechend selten im Angebot.
Worauf kommt es beim Wert eines Kadett E GSi 16V an? +
Entscheidend sind Rostfreiheit, Originalität und Nachweise: Fahrzeuge ohne Umbauten, mit dokumentiertem Zahnriemenwechsel und gesundem Zylinderkopf erzielen die höchsten Preise. Viele GSi wurden getunt oder umgebaut; nicht originale Teile wie Auspuff, Fahrwerk oder Räder drücken den Wert. Schwer erhältliche Karosserieteile machen fehlende Originalteile teuer.
Welche Alternativen zum Kadett E GSi gibt es? +
Aus derselben Zeit kommen der VW Golf II GTI 16V (139 PS ohne, 129 PS mit Katalysator), der Peugeot 205 GTI 1.9 und der Ford Escort RS Turbo (132 PS, Frontantrieb). Der Kadett GSi 16V galt bei seinem Erscheinen als leistungsstärkstes Auto seiner Klasse, ist aber rostanfällig. Der Astra F GSi 16V mit demselben C20XE ist der direkte Nachfolger.
Wie hoch sind die laufenden Kosten eines Kadett E GSi? +
Mit H-Kennzeichen kostet die Kfz-Steuer pauschal 191,73 € im Jahr. Der GSi 16V mit Katalysator ist in der Haftpflicht in Typklasse 11 eingestuft; eine Oldtimer-Versicherung kostet laut hh-autos einige hundert Euro im Jahr. Wichtigster Wartungsposten ist der regelmäßige Zahnriemenwechsel, dazu kommen Rostvorsorge und gegebenenfalls Karosseriearbeiten.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand November 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.