MARKTWERT 2026

Ford Escort RS Turbo

1,6 l Turbo, 132 PS · Series 1 / Series 2 · 1984–1990

Ford Escort RS Turbo Series 1 in klassischem Diamantweiß
Foto: Vauxford · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Ford Escort RS Turbo war das sportliche Topmodell des Escort III (Mk3) und des Escort IV (Mk4). Wie alle Escort dieser Generationen hat er Frontantrieb. Von der ersten Serie (1984/85) entstanden im Werk Saarlouis 8.604 Exemplare, von der zweiten Serie (1986–1990) laut Auktionsangaben rund 22.000. Beide leisten 132 PS aus einem 1,6-Liter-CVH-Vierzylinder mit Garrett-T3-Turbolader und Bosch-KE-Jetronic. Spoilerpaket, Radhausverbreiterungen und ein Visco-Sperrdifferenzial unterscheiden ihn vom XR3i. Marktwerte Oktober 2026: 3.000 bis 32.000 Euro.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 27.200 – 36.800 €
Zustand 2 (Gut) 17.850 – 24.149 €
Zustand 3 (Gepflegt) 10.200 – 13.799 €
Zustand 4 (Alltag) 5.950 – 8.049 €
Zustand 5 (Restobjekt) 2.550 – 3.449 €
Bauzeitraum
1984 – 1990
Versicherung (Zustand 2)
280–588 €/Jahr
Produktionszahl
8.604 (Series 1, 1984/85), rund 22.000 laut Auktionsangaben (Series 2, 1986–1990)
H-Kennzeichen ab
2014

Über den Ford Escort RS Turbo

Der Escort RS Turbo wurde im Herbst 1984 vorgestellt und ab September 1984 im Werk Saarlouis gebaut. Entwickelt hatte ihn Fords Abteilung Special Vehicle Engineering (SVE). Er löste den Escort RS 1600i als Topmodell ab. Ford plante 5.000 Exemplare für die Homologation in der Gruppe A, wegen der hohen Nachfrage wurden aus der ersten Serie (inoffiziell Series 1 oder S1) aber 8.604 Fahrzeuge als Links- und Rechtslenker gebaut. Die S1 gab es serienmäßig nur in Diamantweiß, mit Recaro-Sitzen, lackiertem Spoilerpaket, Radhausverbreiterungen und den 7-Speichen-Rädern des RS 1600i. Als einzige Option gab es ein Zubehörpaket (in Großbritannien „Custom Pack“) mit Schiebedach, Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern und getönten Scheiben. Mindestens ein Exemplar wurde in Schwarz für Lady Diana ausgeliefert.

Der Motor ist ein 1,6-Liter-CVH (1.596 cm³) mit abgesenkter Verdichtung, Ladeluftkühler, Garrett-T3-Turbolader mit 0,5 bar Ladedruck und Bosch-KE-Jetronic. Er leistet 132 PS bei 5.750/min und 180 Nm bei 2.750/min. Die Kraft geht über ein Ford-BC-Fünfganggetriebe mit Visco-Sperrdifferenzial an die Vorderräder.

Ab Anfang 1986 folgte die zweite Serie (S2) auf Basis des Escort IV. Technik und Leistung blieben gleich, die Achsübersetzung wurde länger, die Bremsen größer, und serienmäßig gab es ein mechanisch arbeitendes Antiblockiersystem an der Vorderachse. Die S2 war in Diamantweiß, Spanischrot, Titangrau und Schwarz erhältlich, Recaro-Sitze kosteten nun Aufpreis. Der Listenpreis lag 1986 in Deutschland bei 27.425 DM. Beide Serien gab es nur als Dreitürer.

In der britischen Tourenwagenmeisterschaft (BTCC) gewann der RS Turbo 1986 und 1987 die Klasse B. Heute sind unverbastelte Exemplare selten, weil viele Autos getunt, umgebaut oder durch Rost verloren gingen.

Motorisierungen

  • → 1,6-l-CVH-Turbo (1.596 cm³, Motorcode LNA), Garrett T3, Bosch KE-Jetronic, 132 PS, 180 Nm, 1984–1985, Series 1
  • → 1,6-l-CVH-Turbo (1.596 cm³, Motorcode LNB), Garrett T3, Bosch KE-Jetronic, Klopfsensor, 132 PS, 180 Nm, 1986–1990, Series 2

Karosserie-Varianten

  • → Schräghecklimousine 3-türig (1984–1990), Series 1 und Series 2

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Turbolader: Lagerspiel und Ölverlust prüfen, verzögertes Ansprechen oder blauer Rauch deuten auf Verschleiß hin. Viele Autos haben bereits einen getauschten oder überholten Lader.
  • ! CVH-Turbo-Motor: Leistungssteigerungen per Chip oder Ladedruck belasten Kopfdichtung, Kolben und Lager. Zahnriemenwechsel nachweisen lassen.
  • ! Karosserie-Rost an Schwellern, Radläufen, Radhausverbreiterungen, Bodenblech und Heckklappe. Unter Spoilerteilen und Verbreiterungen können Schäden verborgen sein.
  • ! Getriebe und Antrieb: BC-Fünfganggetriebe mit Visco-Sperrdifferenzial auf Schaltbarkeit, Geräusche und Funktion der Sperre prüfen.
  • ! Innenraum: Recaro-Sitze (Serie bei der S1, Aufpreis bei der S2) und Stoffbezüge verschleißen, originale Bezüge sind schwer zu bekommen.
  • ! Elektronik und Einspritzung: KE-Jetronic (Mengenteiler, Drucksteller) und ESC-II-Zündrechner altern, bei der S2 zusätzlich das mechanische ABS prüfen.
  • ! Umbauten: Aus XR3i aufgebaute Nachbauten kommen vor. Fahrgestellnummer, Motorcode (LNA/LNB) und Unterlagen prüfen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Series 1 (1984/85): nur in Diamantweiß gebaut, Recaro-Sitze serienmäßig. Gefragt sind originale Exemplare, mit oder ohne Custom-Paket.
  • ✓ Series 2 (1986–1990): mit ABS, größeren Bremsen und längerer Übersetzung alltagstauglicher. Neben Weiß auch in Spanischrot, Titangrau und Schwarz.
  • ✓ Originalität entscheidet: Viele RS Turbo wurden getunt oder umgebaut, unveränderte Autos sind deutlich mehr wert.
  • ✓ Karosserie-Substanz prüfen, vor allem Schweller, Radläufe und den Bereich unter den Verbreiterungen. Rost ist der häufigste Wertvernichter.
  • ✓ Probefahrt: Turbolader muss sauber ansprechen, kein blauer Rauch, Getriebe ohne Geräusche, Sperrdifferenzial ohne Rucken.
  • ✓ Matching Numbers und lückenlose Historie heben den Wert spürbar. Am britischen Markt erzielen dokumentierte Originale klar höhere Preise.
  • ✓ H-Kennzeichen: Series 1 je nach Erstzulassung ab 2014/2015, Series 2 ab 2016 bis 2020.

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Häufige Fragen zum Ford Escort RS Turbo

Was ist ein Ford Escort RS Turbo 2026 wert? +
Ein RS Turbo der Series 2 in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 21.000 Euro, Spitzenexemplare (Note 1) bei rund 32.000 Euro. Die Series 1 wird in Großbritannien deutlich höher gehandelt: Auktionszuschläge 2025/26 lagen zwischen rund 27.000 und 52.000 Pfund. Fahrbereite Autos mit Mängeln (Note 3–4) kosten 7.000 bis 12.000 Euro, Restaurierungsobjekte ab etwa 3.000 Euro. Der Markt wird stark von britischen Käufern getragen, in Deutschland sind gute Exemplare selten.
Was ist der Unterschied zwischen Mk3 und Mk4 RS Turbo? +
Der Series-1-RS-Turbo (1984/85) basiert auf dem Escort III und war nur in Diamantweiß erhältlich, mit Recaro-Sitzen und den 7-Speichen-Rädern des RS 1600i. Die Series 2 (1986–1990) basiert auf dem Escort IV mit neuer Front und neuem Innenraum. Beide haben den 1,6-Liter-CVH-Turbo mit 132 PS. Die S2 erhielt eine längere Achsübersetzung, größere Bremsen, ein mechanisches ABS, Turbinen-Räder und weitere Farben. Beide gab es nur als Dreitürer. Sammlerisch ist die S1 die gesuchtere Serie.
Welche RS-Turbo-Sondermodelle gibt es? +
Echte Sondermodelle gab es kaum. Bei der Series 1 war das Zubehörpaket (in Großbritannien „Custom Pack“) mit Schiebedach, Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern und getönten Scheiben die einzige Wahlmöglichkeit. Bekanntestes Exemplar ist der schwarze RS Turbo von Lady Diana, der 2022 bei einer britischen Auktion für 650.000 Pfund versteigert wurde. Die Series 2 gab es in Diamantweiß, Spanischrot, Titangrau und Schwarz. Mit Einführung des XR3i EFI (ab Herbst 1989, Modelljahr 1990) erhielt auch sie die geänderte Frontschürze und den geänderten Heckspoiler.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim RS Turbo? +
Verschleiß- und Motorteile für den CVH-Motor und das BC-Getriebe sind über britische Ford-Spezialisten gut erhältlich. Schwieriger sind RS-Turbo-spezifische Teile wie Spoilerpaket, Verbreiterungen, originale Sitzbezüge und Komponenten der KE-Jetronic. Der RS Owners Club in Großbritannien ist eine zentrale Anlaufstelle für Identifikation und Teilesuche.
Welche Rost-Stellen sind beim RS Turbo besonders kritisch? +
Schweller (innen hohl), hintere Radläufe, A-Säulen-Unterkante, Bodenblech, Heckklappe und Heckabschlussblech. Unter Radhausverbreiterungen, Schwellerverkleidungen und Spoilern können Rost und Spachtel verborgen sein. Hohlraum-Inspektion mit Endoskop und eine Schichtdickenmessung sind sinnvoll.
Wie gefragt ist der RS Turbo heute? +
Wertentwicklungen lassen sich nicht vorhersagen. Fest steht: Originale, unverbastelte Exemplare mit Historie erzielen am britischen Markt deutlich höhere Preise als umgebaute Autos, und die Series 1 liegt über der Series 2. Wer kauft, sollte den RS Turbo vor allem als Fahrzeug zum Fahren und Pflegen sehen.
Welche Klassik-Versicherung empfiehlt sich für den RS Turbo? +
Wie bei allen Klassikern hängt die Prämie von Marktwert, Nutzung, Garage, Fahrerkreis und H-Kennzeichen ab. Für gute Exemplare empfiehlt sich eine Klassik-Police mit vereinbartem Wert auf Basis eines Wertgutachtens. Konkrete Beiträge lassen sich am besten über den Versicherungsvergleich ermitteln.
Welche Alternativen zum Escort RS Turbo gibt es? +
Im Segment der sportlichen Kompaktwagen der 80er Jahre: VW Golf GTI II und Golf GTI 16V, Opel Kadett E GSi, Peugeot 205 GTI, Renault 5 GT Turbo und Lancia Delta HF Turbo. Innerhalb von Ford sind der kleinere Fiesta RS Turbo und der Vorgänger Escort RS 1600i verwandte Alternativen.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.