MARKTWERT 2026

Alfa Romeo 156

Berlina, Sportwagon, Crosswagon · TS / JTS / V6 / JTD · 1997–2007

Alfa Romeo 156 Berlina mit Walter de Silva Karosserie
Foto: Calreyn88 · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Der Alfa Romeo 156 (Tipo 932) ist die Mittelklasse-Limousine, mit der Alfa Romeo 1997 den 155 ablöste. Vorgestellt auf der IAA in Frankfurt im September 1997 und im Werk Pomigliano d'Arco gebaut, prägte die Karosserie von Walter de Silva (Centro Stile Alfa Romeo) mit den in den Fensterrahmen versteckten hinteren Türgriffen und dem markanten Scudetto-Grill das Alfa-Design der Jahrtausendwende. Der 156 wurde zum Auto des Jahres 1998 gewählt. Bis 2007 entstanden rund 673.000 Exemplare (je nach Quelle bis 680.000) als Berlina, Sportwagon (ab 2000) und Crosswagon Q4. Marktwerte zwischen 500 und 9.500 Euro decken die volle Spannweite ab; die Busso-V6-Versionen (2.5 V6) und gepflegte Twin-Spark-Benziner mit Historie erzielen die höchsten Preise, der 156 GTA wird gesondert bewertet.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 8.075 – 10.925 €
Zustand 2 (Gut) 5.100 – 6.899 €
Zustand 3 (Gepflegt) 2.975 – 4.024 €
Zustand 4 (Alltag) 1.445 – 1.954 €
Zustand 5 (Restobjekt) 425 – 575 €
Bauzeitraum
1997 – 2007
Versicherung (Zustand 2)
280–380 €/Jahr
Produktionszahl
rund 673.000 (673.435 laut englischer Wikipedia, rund 680.000 laut deutscher Wikipedia; alle Karosserieformen 1997 bis 2007 inkl. GTA und Crosswagon). Belegte Aufteilung nach Berlina und Sportwagon liegt nicht vor.
H-Kennzeichen ab
2027

Über den Alfa Romeo 156

Der 156 kam 1997 als Nachfolger des 155 und stellte einen deutlichen Bruch dar: Walter de Silvas Karosserie, mit der der Centro Stile Alfa Romeo den sportlichen Charakter der Marke neu formulierte, zählt zu den prägenden Mittelklasse-Entwürfen der späten 90er. Die in den Fensterrahmen der hinteren Türen versteckten Türgriffe, der große Scudetto-Grill und die coupéhafte Seitenlinie wurden zu Markenzeichen. Gebaut wurde der 156 im Werk Pomigliano d'Arco. Im Januar 1998 wurde er in Stockholm zum Auto des Jahres 1998 gewählt (454 Punkte, 188 vor dem VW Golf).

Im Mai 2000 folgte der Sportwagon (Kombi, 5-türig). Die Limousine lief in Europa bis Ende September 2005, der Sportwagon bis 2006, der hochgelegte Crosswagon Q4 mit Allradantrieb (ab 2004) bis 2007. 2002 gab es eine Modellpflege mit dem neuen 2.0 JTS, im Sommer 2003 die von Giorgetto Giugiaro überarbeitete Front- und Heckpartie.

Motorseitig reichte das Programm vom 1.6 Twin Spark (120 PS) über 1.8 TS (144, später 140 PS) und 2.0 TS (155, später 150 PS) bis zum 2.5 V6 24V aus der Busso-Familie (190, später 192 PS); der 3.2 V6 GTA (250 PS) wird gesondert behandelt. Ab 2002 ersetzte der 2.0 JTS mit Benzin-Direkteinspritzung (165 PS) den 2.0 TS. Dazu kamen die Common-Rail-Diesel 1.9 JTD (105 bis 150 PS) und 2.4 JTD (136 bis 175 PS). Insgesamt entstanden rund 673.000 Exemplare (673.435 laut englischer Wikipedia, die deutsche Wikipedia nennt rund 680.000); eine belegte Aufteilung nach Berlina und Sportwagon liegt nicht vor.

Motorisierungen

  • → 1.6 Twin Spark 16V (156 1.6 TS) 120 PS, 1997 bis 2005/06
  • → 1.8 Twin Spark 16V (156 1.8 TS) 144 PS, ab Ende 2000 140 PS, 1997 bis 2005/06
  • → 2.0 Twin Spark 16V (156 2.0 TS) 155 PS, ab Ende 2000 150 PS, 1997 bis 2002 (Selespeed ab 1999)
  • → 2.0 JTS Benzin-Direkteinspritzung (156 2.0 JTS) 165 PS, 2002 bis 2005/06
  • → 2.5 V6 24V Busso (156 2.5 V6) 190 PS, ab Ende 2000 192 PS, 1997 bis 2005/06 (Q-System-Automatik ab 1999)
  • → 1.9 JTD Common-Rail-Diesel (156 1.9 JTD) 105 bis 115 PS, als 16V Multijet 140 bis 150 PS, 1997 bis 2007
  • → 2.4 JTD Common-Rail-Diesel, Fünfzylinder (156 2.4 JTD) 136 bis 150 PS, ab 2003 als Multijet 175 PS, 1997 bis 2006

Karosserie-Varianten

  • → Berlina 4-türig (1997 bis 2005)
  • → Sportwagon 5-türig (2000 bis 2006)
  • → Crosswagon Q4 5-türig mit Allradantrieb (2004 bis 2007)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an Böden und Schwellern: Der originale Unterbodenschutz kann reißen und Wasser einlassen, die bitumenartige Beschichtung kann massiven Rost verdecken. Unter den Teppichen prüfen, besonders in den hinteren Fußräumen.
  • ! Rost an Federbeindomen und Innenkotflügeln, vor allem an der Unterkante der Innenkotflügel hinter den Radhausschalen.
  • ! Zahnriemen: Das Wechselintervall wurde ab 2006 halbiert (in Großbritannien von 72.000 auf 36.000 Meilen). Bei den Twin-Spark-Vierzylindern den Nockenwellenversteller (Rasseln) mitwechseln, beim V6 die Wasserpumpe.
  • ! Defekter Luftmassenmesser verursacht ein Leistungsloch beim Beschleunigen, nicht immer mit Motorkontrollleuchte.
  • ! Querlenker vorn und Buchsen der hinteren Lenker sind die Hauptverschleißteile des Fahrwerks; Nachbauteile sind verfügbar.
  • ! Festgehende Bremssättel sind häufig.
  • ! Selespeed-Getriebe gilt als störanfällig, der Aktuator ist neu nicht mehr lieferbar.
  • ! Viele Servolenkungsschläuche sind nicht mehr lieferbar; Kombiinstrument mit Pixelfehlern und falsche Airbag-Warnung durch gelöste Kabel unter dem Sitz kommen vor.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Zahnriemen-Historie prüfen: Ohne nachweisbaren Wechsel Riemen, beim Vierzylinder den Nockenwellenversteller und beim V6 die Wasserpumpe sofort einplanen.
  • ✓ Der 2.5 V6 24V mit Busso-Motor (190/192 PS) erzielt im Inserate-Markt die höchsten Preise unterhalb des 156 GTA; ausgesuchte Exemplare werden bei Händlern deutlich über 10.000 Euro angeboten.
  • ✓ Der 2.0 Twin Spark (155/150 PS) ist die gängige Benziner-Wahl; der 2.0 JTS (ab 2002) ist moderner, aber in der Direkteinspritzung aufwendiger.
  • ✓ Unterboden, Schweller, hintere Fußräume (unter dem Teppich) und Innenkotflügel hinter den Radhausschalen gründlich prüfen; Karosserieteile liefert Alfa Romeo nicht mehr, es gibt nur Nachbau-Schweller und Reparaturbleche.
  • ✓ Selespeed nur mit funktionierender Hydraulik kaufen, der Aktuator ist neu nicht mehr erhältlich.
  • ✓ Kupplung prüfen: Greift sie erst ganz oben im Pedalweg, ist ein Tausch absehbar.
  • ✓ Für das H-Kennzeichen zählt das Erstzulassungsdatum plus 30 Jahre; Originalzustand und Wartungsnachweise erleichtern das Gutachten.

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Alfa Romeo 156

Was ist ein Alfa Romeo 156 2026 wert? +
Die Chromradar-Werteleiter für den Standard-156 (Stand Oktober 2026) liegt bei 9.500 Euro (Note 1), 6.000 Euro (Note 2), 3.500 Euro (Note 3), 1.700 Euro (Note 4) und 500 Euro (Note 5). Gepflegte Benziner mit Historie, vor allem der 2.5 V6, liegen am oberen Rand; ausgesuchte V6 werden bei Händlern auch über 10.000 Euro angeboten. Diesel mit hoher Laufleistung finden sich oft unter 1.000 Euro. Der 156 GTA wird gesondert bewertet.
Berlina oder Sportwagon, welche ist die bessere Wahl? +
Eine belegte Aufteilung der Stückzahl nach Berlina und Sportwagon gibt es nicht, und ein fester Preisaufschlag für den Sportwagon lässt sich im aktuellen Markt nicht nachweisen; entscheidend sind Motor, Zustand und Historie. Der Sportwagon kam erst im Mai 2000 und nutzt die gleichen Motoren. Für klassischen Limousinen-Charakter: Berlina. Der Sportwagon ist mit Heckklappe und umklappbarer Rückbank variabler beim Beladen; bei aufrechter Rückbank fasst sein Kofferraum mit rund 360 Litern aber etwas weniger als der der Berlina (rund 380 Liter).
Welche 156-Motorisierung ist die beste Wahl? +
Für Liebhaber: 2.5 V6 24V aus der Busso-Familie (190, ab Ende 2000 192 PS); ein guter V6 bewegt sich im Bereich der Leiter bis Note 1 (9.500 Euro), Spitzenexemplare werden bei Händlern höher angeboten. Für Alltagsklassiker: 2.0 TS (155 PS) als gängige Benziner-Wahl. Moderner: 2.0 JTS (165 PS, ab 2002) mit Benzin-Direkteinspritzung. Diesel-Versionen (1.9 JTD) sind sammlerisch unbedeutsam, aber alltagstauglich. 1.6 und 1.8 TS sind die günstigsten Einsteiger.
156 vs BMW E46 320i, welcher ist die bessere Wahl? +
Beide sind viertürige Mittelklasse-Limousinen aus der Zeit um die Jahrtausendwende. Laut Chromradar-Werteleitern liegt eine BMW-E46-Limousine in Note 2 bei rund 7.000 Euro, ein 156 bei rund 6.000 Euro; die Preise liegen also nah beieinander. Der E46 ist in Deutschland deutlich verbreiteter, der 156 die seltenere Wahl mit eigenständigem Design. Wer Charakter sucht, findet ihn besonders im 156 2.5 V6.
Wie zuverlässig ist der 156 im Alltag? +
Bei regelmäßiger Wartung ist der 156 alltagstauglich, einige bekannte Schwachstellen verlangen aber Aufmerksamkeit. Wichtig sind ein nachweislich gewechselter Zahnriemen (beim Vierzylinder mit Nockenwellenversteller, beim V6 mit Wasserpumpe), Rostfreiheit am Unterboden und ein funktionierendes Selespeed, falls vorhanden. Dazu kommen Verschleiß an Querlenkern und Hinterachsbuchsen sowie Elektrik-Macken. Eine Werkstatt mit Alfa-Erfahrung ist empfehlenswert.
Ist der 156 H-Kennzeichen-fähig? +
Maßgeblich ist die Erstzulassung plus 30 Jahre: Die ersten 156 (Erstzulassung ab Herbst 1997) können ab Herbst 2027 ein H-Kennzeichen bekommen, ein 156 von 2000 ab 2030, die letzten Crosswagon von 2007 ab 2037. Voraussetzungen: weitgehend originaler, gepflegter Zustand und ein positives Oldtimer-Gutachten (z. B. TÜV, DEKRA, GTÜ). Nicht zeitgenössische Umbauten können das Gutachten gefährden. Mit H-Kennzeichen beträgt die Kfz-Steuer pauschal 191,73 Euro im Jahr.
Wie hoch ist die Versicherung für einen 156? +
Die Prämie hängt von Marktwert, Jahresfahrleistung, Garage, Schadenfreiheit und Fahrzeugalter ab; viele Spezialtarife für Young- und Oldtimer setzen ein Mindestalter des Fahrzeugs und ein Alltagsfahrzeug voraus. Belastbare Zahlen liefert nur ein konkretes Angebot, am einfachsten über einen Vergleich mehrerer Klassik-Versicherer. Ein Wertgutachten hilft, den Fahrzeugwert in der Police abzusichern.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.