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Klassiker im Wert-Check
MARKTWERT 2026

Alfa Romeo Giulietta (116)

Berlina · Transaxle · 1.3 bis 2.0 / Turbodelta · 1977–1985

Alfa Romeo Giulietta Typ 116 Limousine
Foto: Luc106, Wikimedia Commons · Bildquelle

Die Alfa Romeo Giulietta (Typ 116) ist die zweite Generation des Giulietta-Namens und eine elegante Transaxle-Limousine der späten 70er und 80er. Von 1977 bis 1985 gebaut, kombinierte sie das ausgewogene Transaxle-Layout der Alfetta mit einer kantig-modernen Karosserie und den klassischen Alfa-Vierzylindern von 1.3 bis 2.0 Litern. Die Spitze bildete die seltene Turbodelta mit Autodelta-Turbo und rund 170 PS, von der nur 361 Exemplare entstanden. Als bezahlbarer, fahraktiver Transaxle-Alfa ist die Giulietta 116 ein unterschätzter Klassiker. Marktwerte 2026: rund 2.000 bis 18.000 Euro.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 15.300 – 20.700 €
Zustand 2 (Gut) 9.350 – 12.649 €
Zustand 3 (Gepflegt) 5.950 – 8.049 €
Zustand 4 (Alltag) 3.400 – 4.600 €
Zustand 5 (Restobjekt) 1.700 – 2.300 €
3-Jahres-Trend: +12%
Bauzeitraum
1977 – 1985
Versicherung (Zustand 2)
280–380 €/Jahr
Produktionszahl
Serie 1977 bis 1985 (mehrere Überarbeitungen), Turbodelta nur 361 Exemplare
H-Kennzeichen ab
2007

Über den Alfa Romeo Giulietta (116)

Die Giulietta des Typs 116 erschien 1977 und belebte den traditionsreichen Giulietta-Namen wieder. Anders als die Giulia der 60er war sie eine moderne, kantig gezeichnete Stufenheck-Limousine, die das Transaxle-Konzept der Alfetta übernahm: Motor vorn, Getriebe und Kupplung zusammen mit dem Differenzial an der Hinterachse, für eine ausgewogene Gewichtsverteilung und das typische, fahraktive Alfa-Handling.

Die Motorenpalette umfasste die bewährten Alfa-Doppelnockenwellen-Vierzylinder von 1.3 über 1.6 und 1.8 bis 2.0 Litern. Sie verliehen der vergleichsweise leichten Limousine spritzige Fahrleistungen und den charakteristischen Alfa-Klang. Über die Bauzeit erhielt die Giulietta zwei Überarbeitungen mit Detailänderungen an Front, Heck und Ausstattung.

Das seltene Spitzenmodell war die Giulietta Turbodelta, von Autodelta mit einem Turbolader auf rund 170 PS gebracht. Mit nur 361 gebauten Exemplaren ist sie die gesuchte Rarität der Baureihe und ein Sammlerstück mit Motorsport-Bezug.

Lange stand die Giulietta 116 im Schatten der Coupés GTV und der Giulia, was sie zu einem unterschätzten und bezahlbaren Einstieg in die Transaxle-Alfa-Welt macht. Rost und die einst geringe Wertschätzung haben den Bestand dezimiert, sodass gute, originale Exemplare selten geworden sind. Der Markt gilt als stabil bis leicht erstarkend, getragen von der wachsenden Wertschätzung für fahraktive italienische Limousinen der Epoche.

Motorisierungen

  • 1.3L Vierzylinder DOHC ca. 95 PS, 1977 bis 1985
  • 1.6L / 1.8L Vierzylinder DOHC ca. 109 bis 122 PS, 1977 bis 1985
  • 2.0L Vierzylinder DOHC ca. 130 PS, 1979 bis 1985
  • 2.0L Turbo (Turbodelta, Autodelta) ca. 170 PS, Sondermodell (361 Stück)

Karosserie-Varianten

  • Stufenheck-Limousine 4-türig (1977 bis 1985), alle Motorisierungen
  • Turbodelta (Autodelta) Limousine, seltenste und gesuchteste Variante

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Karosserie-Rost an Schwellern, Radläufen, Endspitzen, Bodenblechen, Federbeindomen und A-Säulen, der häufigste und teuerste Mangel.
  • ! Transaxle-Layout: Kupplung und Getriebe hinten, hydraulische Kupplungsbetätigung und Lager der Antriebswelle als typische Verschleißpunkte.
  • ! Alfa-DOHC-Motoren: grundsolide, aber Steuerkette/Spanner, Ölverlust und Vergaser- bzw. Einspritz-Einstellung erfordern Pflege.
  • ! Elektrik der italienischen Bauart altert, Masseprobleme, korrodierte Kontakte und ausfallende Instrumente sind verbreitet.
  • ! Turbodelta: Autodelta-spezifische Turbo- und Motorteile sind extrem rar, Wartung erfordert Spezialisten.
  • ! Innenraum: Kunststoffe und Bezüge der Epoche verschleißen, originale Giulietta-spezifische Teile zunehmend schwer zu finden.
  • ! Geringe einstige Wertschätzung: viele Exemplare wurden vernachlässigt, originale und rostfreie Autos sind selten.

Worauf beim Kauf achten

  • Rost ist das entscheidende Kaufkriterium: Schweller, Radläufe und Bodenbleche genau prüfen, eine Hebebühnen-Inspektion ist Pflicht.
  • Die 2.0-Modelle bieten die spritzigsten Fahrleistungen der Serienpalette und sind bei Enthusiasten gesucht.
  • Die Turbodelta nur mit nachgewiesener Echtheit und Historie kaufen, mit nur 361 Exemplaren ist sie die wertvolle Rarität.
  • Transaxle-Technik prüfen: Kupplung, hinteres Getriebe und Antriebswellenlager auf Verschleiß und Geräusche kontrollieren.
  • Originalität, vollständige Ausstattung und gepflegtes Interieur steigern den Wert, da viele Giulietta vernachlässigt wurden.
  • Lückenlose Historie und nachvollziehbare Pflege heben den Wert, gerade bei diesem unterschätzten Modell.
  • H-Kennzeichen ist längst möglich (ab 2007), was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.

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Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Alfa Romeo Giulietta (116)

Was ist eine Alfa Romeo Giulietta (116) 2026 wert? +
Die Giulietta 116 ist ein bezahlbarer Klassiker. Solide, fahrbereite Serienmodelle liegen 2026 bei rund 7.000 bis 11.000 Euro, ein gepflegtes, originales Exemplar in Note 2 bei etwa 11.000 Euro, herausragende Top-Autos erreichen bis zu 18.000 Euro. Restaurierungsbedürftige Fahrzeuge beginnen bei rund 2.000 bis 4.000 Euro. Die seltene Turbodelta (361 Stück) liegt als Rarität deutlich darüber. Der Markt gilt als stabil bis leicht erstarkend, getragen von wachsender Wertschätzung für fahraktive italienische Limousinen.
Was ist das Besondere am Transaxle-Konzept der Giulietta? +
Die Giulietta 116 übernahm das Transaxle-Layout der Alfetta: Der Motor sitzt vorn, Getriebe und Kupplung jedoch zusammen mit dem Differenzial an der Hinterachse. Das sorgt für eine nahezu ausgewogene Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse und damit für das fahraktive, neutrale Handling, für das diese Alfa-Generation gelobt wird. Der Nachteil: Die hinten liegende Kupplung und das Getriebe sind im Servicefall aufwändiger zugänglich, was bei Verschleiß zu höheren Werkstattkosten führen kann.
Was ist die Giulietta Turbodelta? +
Die Turbodelta war das seltene Spitzenmodell der Baureihe, von Autodelta, der Motorsportabteilung von Alfa Romeo, mit einem Turbolader auf rund 170 PS gebracht. Mit nur 361 gebauten Exemplaren ist sie die gesuchte Rarität der Giulietta-116-Familie und bietet ein außergewöhnliches Fahrerlebnis mit Motorsport-Bezug. Wegen der winzigen Stückzahl und der Autodelta-Provenienz liegt die Turbodelta wertmäßig deutlich über den Serienmodellen und sollte nur mit nachgewiesener Echtheit gekauft werden.
Wie ist die Ersatzteilversorgung bei der Giulietta 116? +
Die Alfa-DOHC-Motoren und viele Fahrwerks- und Transaxle-Komponenten werden mit Alfetta und GTV geteilt und sind über die Alfa-Klassiker-Szene überwiegend beschaffbar. Schwieriger wird es bei Giulietta-116-spezifischen Karosserieblechen, Zierteilen und Interieur sowie bei den Autodelta-Turbodelta-Spezifika, die extrem rar sind. Die aktive Alfa-Romeo-Community mit Clubs und Foren in Deutschland und Italien ist die zentrale Anlaufstelle für seltene Originalteile und das nötige Transaxle-Know-how.
Wo rostet die Giulietta 116 am stärksten? +
Typische Roststellen sind Schweller, vordere und hintere Radläufe, Endspitzen, Bodenbleche, Federbeindome und A-Säulen. Wie viele italienische Fahrzeuge der Epoche litt die Giulietta unter mäßigem Rostschutz, und die einst geringe Wertschätzung führte zu vernachlässigter Pflege. Eine gründliche Inspektion auf der Hebebühne und eine Schichtdickenmessung sind beim Kauf Pflicht, da Karosserie-Instandsetzung beim moderaten Fahrzeugwert schnell unwirtschaftlich wird. Rostfreie Originale sind die klar bessere Wahl.
Ist die Giulietta 116 ein gutes Investitions-Objekt? +
Als unterschätzter, bezahlbarer Transaxle-Alfa mit stabiler bis leicht steigender Tendenz ja, allerdings auf moderatem Niveau. Die Giulietta profitiert von der wachsenden Wertschätzung für fahraktive italienische Limousinen und der schwindenden Zahl guter Originale. Wertentscheidend sind rostfreie Substanz, Originalität und Historie. Die seltene Turbodelta ist das eigentliche Sammlerstück mit dem größten Potenzial. Für Enthusiasten ist die Giulietta vor allem ein charaktervolles Fahrerauto mit solider Wertstabilität.
Welche Klassik-Versicherung passt zur Giulietta 116? +
Die Giulietta 116 ist als bezahlbarer Klassiker unkompliziert über Klassik-Versicherer abzudecken. Für ein Exemplar mit Marktwert um 11.000 Euro, H-Kennzeichen, Garage und 4.000 km Jahresfahrleistung liegen die Jahresprämien je nach Anbieter bei rund 200 bis 360 Euro. OCC und ADAC Classic bieten häufig günstige Tarife. Bei der seltenen Turbodelta empfiehlt sich wegen des höheren Werts eine individuelle Wertvereinbarung mit aktuellem Wertgutachten zur Absicherung.
Welche Alternativen zur Alfa Romeo Giulietta 116 gibt es? +
Im Segment der fahraktiven Limousinen der späten 70er und 80er: Alfa Romeo Alfetta Berlina (die technische Schwester), Alfa 75 (Transaxle-Nachfolger), BMW E21 3er, Lancia Beta Berlina und der Fiat 131. Innerhalb der Marke sind die Coupés GTV und die Giulia die bekannteren Verwandten. Die Giulietta 116 hebt sich durch das ausgewogene Transaxle-Handling, die kantig-eigenständige Linie und die seltene Turbodelta ab und gilt als einer der unterschätztesten und bezahlbarsten klassischen Alfa-Limousinen.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.