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Klassiker im Wert-Check
MARKTWERT 2026

Ford Capri III

Coupé · 2.0 S / 2.8 Injection · 1978–1986

Ford Capri III Coupé in klassischer Aufnahme
Foto: Wikimedia Commons · Bildquelle

Der Ford Capri III ist das ikonische europäische Coupé der Ford-Werke Köln und gilt als der DACH-Liebling der gesamten Capri-Familie. Zwischen 1978 und 1986 entstanden in Köln und Halewood rund 324.000 Mk3-Exemplare, davon die letzten 1986 nur noch für den britischen Markt. Das markante Doppelscheinwerfer-Gesicht, die kraftvolle 2.8 Injection mit 160 PS und die robuste Hinterradantrieb-Technik machen den Capri III zu einem der gesuchtesten Youngtimer-Coupés der späten 70er und 80er Jahre. Marktwerte liegen 2026 zwischen 1.500 und 28.000 Euro, mit klarer Aufwärts-Tendenz für 2.8i-Exemplare und Special-Sondermodelle.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 23.800 – 32.199 €
Zustand 2 (Gut) 14.450 – 19.550 €
Zustand 3 (Gepflegt) 7.650 – 10.350 €
Zustand 4 (Alltag) 3.825 – 5.175 €
Zustand 5 (Restobjekt) 1.275 – 1.724 €
3-Jahres-Trend: +16%
Bauzeitraum
1978 – 1986
Versicherung (Zustand 2)
280–476 €/Jahr
Produktionszahl
ca. 324.000 (Mk3, 1978 bis 1986)
H-Kennzeichen ab
2008

Über den Ford Capri III

Der Capri III, intern Project Carla, war kein vollständig neues Modell sondern ein umfangreiches Facelift des Mk2. Uwe Bahnsen verpasste dem Coupé das markante Doppelscheinwerfer-Gesicht, eine aerodynamischere Front mit integrierter Stoßstange und schwarze Spoiler-Anbauteile. Das Innenraum-Layout blieb weitgehend Mk2-Style, bekam aber moderne Recaro-Sportsitze als Option und ein neues Armaturenbrett.

Motorseitig spannte Ford den Capri III vom genügsamen 1.3L (60 PS) über das 2.0 OHC Pinto (101 PS) bis zum legendären 2.8 Injection (160 PS) Cologne V6 mit Bosch K-Jetronic. Der 2.8i kam 1981 als Antwort auf die schwächelnden Verkaufszahlen und rettete den Capri kommerziell. Mit dem 2.8 Special (1984-86) gab es zusätzlich limitierte Sondermodelle mit Sperrdifferenzial, RS-Felgen und Halbleder-Ausstattung.

Kulturell ist der Capri III untrennbar mit dem deutschen 80er-Jahre-Lebensgefühl verbunden und tauchte in zahlreichen Filmen und TV-Serien auf. Die starke Youngtimer-Szene mit aktiven Clubs (Capri Club Deutschland, Capri Driver Club) und ein gut funktionierender Ersatzteile-Markt aus UK halten den Capri III auch für Daily-Driver lebendig.

Motorisierungen

  • 1.3L OHV 60 PS, 1978 bis 1982, Einsteigsvariante
  • 1.6L OHC Pinto 73 PS, 1978 bis 1986, Standardmotor
  • 2.0L OHC Pinto 101 PS, 1978 bis 1986, Volumenmodell
  • 2.3L Cologne V6 108 PS, 1978 bis 1981, V6-Einstieg
  • 2.8 Injection Cologne V6 160 PS, 1981 bis 1986, Topmotor mit Bosch K-Jetronic
  • 2.8 Special 160 PS, 1984 bis 1986, Sondermodell mit Sperrdifferenzial

Karosserie-Varianten

  • Coupé 2-türig mit Heckklappe (1978 bis 1986), einzige Karosserievariante

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an Schwellern, Radläufen und A-Säulen ist die häufigste Capri-Schwäche, Wagen mit dokumentierter Hohlraumkonservierung sind klare Wertträger.
  • ! 2.8 Injection K-Jetronic-Probleme: Mengenteiler, Warmlaufregler und Drucksteller verschleißen, Spezialwerkstatt für Einstellung nötig.
  • ! Pinto-OHC-Motoren: Zahnriemen muss alle 60.000 km gewechselt werden, Versäumnis führt zum Motorschaden mit Ventilkontakt.
  • ! Hinterachse: Pendelachse mit Schraubenfedern, Lagerbuchsen verschleißen und führen zu schwammigem Fahrverhalten.
  • ! Getriebe Type-9-Vierganggetriebe: Synchronringe 2. Gang verschleißen häufig, Klacken beim Schalten als Symptom.
  • ! Elektrik: alterungsbedingte Kabel-Korrosion vor allem an Heckklappe und Hecktür, Beleuchtungs-Ausfälle typisch.
  • ! Innenraum: Armaturenbrett-Risse durch UV-Einwirkung, Original-Recaro-Sitze werden knapper und teurer.

Worauf beim Kauf achten

  • 2.8 Injection priorisieren: Topmotor, Top-Wertentwicklung. 2.8 Special mit Sperrdifferenzial nochmals 20 bis 30 Prozent über 2.8i.
  • Vollständige Karosserie-Untersuchung beim Capri-Spezialisten oder via Endoskop in allen Hohlräumen, Rost ist das primäre Wertvernichtungs-Risiko.
  • Matching-Numbers (Motor-, Getriebe- und Hinterachs-Nummern zur Fahrzeug-ID) heben Wert bei 2.8i-Exemplaren um 25 bis 35 Prozent.
  • Zahnriemen-Service nachweislich: bei Pinto-Motoren alle 60.000 km Pflicht, fehlende Dokumentation ist Verhandlungs-Hebel.
  • K-Jetronic beim 2.8i auf Funktion prüfen: Kaltlauf, Warmlauf-Verhalten, Leerlaufstabilität. Probleme sind teuer in der Diagnose.
  • Originalität von Lack und Innenraum dokumentieren: Capri Special mit Original-Halbleder ist deutlich wertvoller als Nachrüst-Versionen.
  • H-Kennzeichen-Check: alle Capri III ab Baujahr 1996 oder älter sind H-fähig, der allerletzte Mk3 von 1986 ist seit 2016 H-tauglich.

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Ford Capri III

Was ist ein Ford Capri III 2.8 Injection 2026 wert? +
Ein Ford Capri III 2.8 Injection in gutem Zustand (Note 2) liegt im Mai 2026 bei rund 17.000 Euro, ein Concours-Exemplar mit Matching-Numbers erreicht 28.000 Euro und mehr. Der besonders gesuchte 2.8 Special (1984-86) mit Sperrdifferenzial liegt nochmals 20 bis 30 Prozent darüber, also bei 20.000 bis 36.000 Euro Note 2. Die Wertentwicklung ist mit +16 Prozent in drei Jahren stabil aufwärtsgerichtet, getrieben durch die robuste deutsche Capri-Szene und steigendes UK-Importinteresse.
Welche Capri-III-Variante ist die richtige Wahl? +
Für Sammler und Wertanlage ist der 2.8 Injection (160 PS, 1981-86) die klare Empfehlung, idealerweise als 2.8 Special mit Sperrdifferenzial. Für Alltagsfahrer ist der 2.0 OHC mit 101 PS ein günstigerer und einfacherer Kompromiss. Der 2.3 V6 mit 108 PS ist als V6-Einstieg interessant aber motormäßig weniger sammlerisch. Der 1.6er als Einstiegsmodell hat sammlerisch wenig Reiz, ist aber als Wochenendwagen mit kleinem Budget noch leistbar.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Capri III? +
Ausgezeichnet, vor allem durch den starken UK-Markt. Burton Power, Aldridge Trimming, Capri Club International und mehrere deutsche Capri-Spezialisten (Capri Garage, Köln Klassiker) liefern Verschleißteile, Karosserieteile und Innenausstattung. Cologne-V6-Spezifika wie K-Jetronic-Ersatzteile sind über Bosch-Klassik und Spezialisten verfügbar. Schwieriger wird es bei Original-Sondermodell-Komponenten (Capri Special Sitze, Tickford-Umbauten) und Original-Lacken in seltenen Farben.
Welche Rost-Stellen muss man beim Capri III prüfen? +
Schweller (innen hohl, rosten von innen nach außen), hintere Radläufe, A-Säulen-Unterkante, Bodenblech unter dem Tank, Federbeindome vorne und Verbindung Heckklappe zum Dach. Bei Mk3 sind besonders die Türunterkanten und der Übergang von Kotflügel zu A-Säule kritisch. Eine Endoskop-Inspektion ist Pflicht, Schichtdickenmessung über die gesamte Karosserie ergänzt das Bild. Spachtelstellen sind ein klares Verhandlungs-Argument und können bei umfangreicher Restauration den Wert halbieren.
Ist der Capri III ein guter Alltagsklassiker? +
Ja, mit Einschränkungen. Mechanisch ist der Capri III simpel und gut zu warten, die Cologne-V6-Motoren sind robust und Pinto-OHCs erprobt. Die Ersatzteilversorgung ist top, gute Werkstätten gibt es im gesamten DACH-Raum. Für längere Autobahn-Etappen ist der 2.0 oder 2.8 ausreichend dimensioniert. Schwächen im Alltag sind die nicht mehr zeitgemäße Verzögerung (Trommelbremse hinten), die durstige V6-Mechanik (10-13 L/100km beim 2.8i) und die Karosserie-Empfindlichkeit gegen Streusalz. Als Sommerklassiker mit Saisonkennzeichen ist er ideal.
Welche Capri-Sondermodelle sollte man kennen? +
Capri Cabaret (1983-84) mit Sonderlackierung und Innenausstattung, Capri Calypso (1984) als sportliches Mk3-Sondermodell, Capri Laser (1984) mit luxuriöser Ausstattung, der Capri Tickford (1983-87) als handgefertigter Turbo-Umbau mit 205 PS, und vor allem der Capri 280 Brooklands (1986) als Final-Sondermodell für UK in Brooklands-Grün mit Halbleder. Die Sondermodelle sind heute deutlich wertvoller als Standardvarianten, ein guter Tickford liegt bei 30.000 bis 50.000 Euro, ein Brooklands bei 25.000 bis 40.000 Euro.
Wie ist die Versicherung beim Capri III? +
Die Klassik-Versicherer behandeln den Capri III als Coupé-Klassiker und kalkulieren Prämien zwischen 280 und 480 Euro Jahresprämie für Note-2-Exemplare. Ein 2.8 Injection mit Marktwert 17.000 Euro, H-Kennzeichen, Garage und 6.000 km Jahresfahrleistung liegt bei OCC und ADAC ClassicCar im Bereich 300 bis 380 Euro. Wertvolle 2.8 Special oder Tickford-Exemplare ab 25.000 Euro Wert verlangen Hiscox oder Helvetia, die höhere Wertvereinbarungen ohne Aufschlag akzeptieren.
Welche Alternativen zum Capri III gibt es? +
Im Coupé-Youngtimer-Segment der späten 70er und 80er Jahre: Opel Manta B (direkter deutscher Zeitgenosse, ähnliche Mechanik aber kantiger), Ford Granada Mk2 Coupé (luxuriöser, größer, V6-Power), BMW E24 6er (höherwertig, deutlich teurer), Mazda 626 Coupé (japanischer Underdog, günstig). Der Capri hat gegenüber dem Manta B den V6-Charme und die starke UK-Szene, gegenüber dem E24 ist er deutlich günstiger und einfacher in der Mechanik.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.