MARKTWERT 2026

Ford Capri III

Coupé mit Heckklappe · 1,3 bis 3,0 Liter · 2.8 Injection · 1978–1986

Ford Capri III Coupé in klassischer Aufnahme
Foto: OSX · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Der Ford Capri III (offiziell „Capri '78“, UK: Mk3) ist die letzte Ausbaustufe des Kölner Sportcoupés. Zwischen März 1978 und Dezember 1986 entstanden 324.045 Exemplare, alle im Kölner Werk Niehl; die englische Capri-Fertigung in Halewood war bereits im Oktober 1976 eingestellt worden. Nach dem Ende der Linkslenker-Produktion im November 1984 liefen nur noch Rechtslenker für Großbritannien vom Band. Das Doppelscheinwerfer-Gesicht, der ab 1981 angebotene Capri 2.8 Injection mit 160 PS und die einfache Technik mit Hinterradantrieb und Starrachse machen ihn zu einem gefragten Youngtimer-Coupé. Die Marktwerte liegen im Oktober 2026 je nach Zustand zwischen rund 2.000 und 28.000 Euro, der 2.8 Injection liegt am oberen Rand, Sonderserien wie der 280 Brooklands auch darüber.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 23.800 – 32.199 €
Zustand 2 (Gut) 14.450 – 19.550 €
Zustand 3 (Gepflegt) 8.500 – 11.500 €
Zustand 4 (Alltag) 3.825 – 5.175 €
Zustand 5 (Restobjekt) 1.700 – 2.300 €
Bauzeitraum
1978 – 1986
Versicherung (Zustand 2)
280–476 €/Jahr
Produktionszahl
324.045 (Capri III, 1978 bis 1986)
H-Kennzeichen ab
2008

Über den Ford Capri III

Der Capri III, intern „Projekt Carla“, war kein neues Modell, sondern eine umfangreiche Überarbeitung des Capri II. Ford stellte ihn im März 1978 als „Capri '78“ vor; Vorbild für die neue Front mit Doppelscheinwerfern war die Aerodynamik-Studie „Modular Aerodynamic“. Zum Modelljahr 1979 kamen Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz hinzu.

In Deutschland reichte das Motorenangebot zum Start von zwei 1,6-Liter-Vierzylindern über V6-Motoren mit 2,0, 2,3 und 3,0 Litern (68 bis 138 PS); ab Oktober 1979 kam der 2,0-Liter-Vierzylinder mit 101 PS hinzu. Den 1,3-Liter gab es nur noch in Großbritannien. 1981 ersetzte der Capri 2.8 Injection den Dreiliter: ein 2,8-Liter-V6 mit Bosch-K-Jetronic, 160 PS und 210 km/h Spitze, entwickelt von Fords Abteilung „Special Vehicle Engineering“. Ab Dezember 1982 hatte er serienmäßig ein Fünfganggetriebe. Im Juni 1984 löste in Deutschland der „Super Injection“ den 2.8 Injection ab; in Großbritannien gab es ab Oktober 1984 den 2.8 Injection Special mit Sperrdifferenzial, Recaro-Sitzen in Halbleder und Siebenspeichen-Felgen im RS-Stil.

Eine aktive Szene mit Clubs wie dem Capri Club Deutschland und dem britischen Capri Club International sowie spezialisierte Händler in Großbritannien halten den Capri III am Leben, wobei Blech- und Innenausstattungsteile laut Fachpresse knapp sind.

Motorisierungen

  • → 1,3-Liter-Vierzylinder (OHV) rund 57–60 PS, 1978 bis 1982, nur Großbritannien
  • → 1,6-Liter-Vierzylinder (OHC) 68 bzw. 73 PS, 1978 bis 1986
  • → 2,0-Liter-Vierzylinder (OHC) 101 PS, in Deutschland ab Oktober 1979 bis 1986
  • → 2,0-Liter-V6 90 PS, 1978 bis 1981
  • → 2,3-Liter-V6 108 PS, ab Mai 1979 114 PS, 1978 bis 1984
  • → 3,0-Liter-V6 138 PS, 1978 bis 1981
  • → 2,8-Liter-V6 mit Bosch-K-Jetronic (2.8 Injection) 160 PS, 1981 bis 1986
  • → 2,8-Liter-V6 mit Turbolader (Capri Turbo, 200 Exemplare) 188 PS, 1981 bis 1982

Karosserie-Varianten

  • → Coupé 2-türig mit Heckklappe (1978 bis 1986), einzige Karosserievariante

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost ist die größte Schwäche: Federbeindome, vordere Längsträger, Falz am Frontspoiler, Bodenblech, Schweller, A-Säulen und Radläufe prüfen, hinten Knotenblech der Stabilisatoraufnahme, Blattfederaufnahmen und die Reserveradmulde (Wasser über eine undichte Heckklappendichtung).
  • ! 2.8 Injection: Die mechanische K-Jetronic braucht eine fachkundige Einstellung; laut Classic & Sports Car liegt die Ursache von Einspritzproblemen oft an den Gebern.
  • ! Motoren: Beim OHC-Vierzylinder deutet Klappern bei warmem Motor auf eingelaufene Nockenwelle und Kipphebel hin (oft durch ein zugesetztes Ölspritzrohr oder seltene Ölwechsel). Bei den V6 werden die Stirnräder des Nockenwellenantriebs aus Kunststoff spröde und können brechen, ein vorsorglicher Tausch gegen Metallräder ist üblich.
  • ! Fahrwerk: Hinten arbeitet eine Starrachse an Blattfedern (keine Pendelachse). Ausgeschlagene Querlenkerbuchsen, müde Stoßdämpfer und verschlissene Federbeinstützlager prüfen; das Differenzial braucht regelmäßige Ölwechsel, Sperrdifferenziale ein spezielles Öl.
  • ! Getriebe und Antrieb: Synchronringe und Lagergeräusche prüfen, ebenso ob ein Gang im Schiebebetrieb herausspringt; Vibrationen deuten auf ein verschlissenes Mittellager der Kardanwelle. Die Dreigang-Automatik ist teuer in der Überholung.
  • ! Innenraum: Armaturenbrett-Oberseite auf Schäden prüfen, Sitzwangen besonders bei Recaro-Sitzen oft durchgescheuert; originale Bezugsstoffe sind schwer zu bekommen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Besonders gefragt ist der 2.8 Injection (in Deutschland ab Juni 1984 als Super Injection, in Großbritannien ab Oktober 1984 als 2.8 Injection Special); gute Exemplare liegen am oberen Rand der Werteleiter.
  • ✓ Vollständige Karosserie-Untersuchung beim Capri-Spezialisten oder via Endoskop in allen Hohlräumen, Rost ist das größte Risiko für den Wert.
  • ✓ Beim 2.8 Injection prüfen, ob Motor und Ausstattung zur Fahrgestellnummer passen; ein originaler Antrieb ist bei Sammlern ein Plus.
  • ✓ Motorgeräusche ernst nehmen: Klappern beim warmen OHC-Vierzylinder deutet auf Nockenwellenverschleiß, beim V6 nach getauschten Stirnrädern des Nockenwellenantriebs fragen.
  • ✓ K-Jetronic beim 2.8i auf Funktion prüfen: Kaltlauf, Warmlauf-Verhalten, Leerlaufstabilität. Probleme sind teuer in der Diagnose.
  • ✓ Originalität von Lack und Innenraum dokumentieren: Beim britischen 2.8 Injection Special gehören Recaro-Halbleder, Sperrdifferenzial und Siebenspeichen-Felgen zur Serienausstattung, fehlende Teile sind schwer zu ersetzen.
  • ✓ H-Kennzeichen-Check: Alle Capri III haben das Mindestalter von 30 Jahren erreicht, die frühesten seit 2008, ein Ende 1986 gebauter Wagen je nach Erstzulassung seit 2016 oder 2017. Voraussetzung bleibt ein weitgehend originaler, gepflegter Zustand.

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Häufige Fragen zum Ford Capri III

Was ist ein Ford Capri III 2.8 Injection 2026 wert? +
Ein Ford Capri III 2.8 Injection in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 17.000 Euro, ein Spitzenexemplar (Note 1) bei rund 28.000 Euro. In Deutschland werden zugelassene 2.8 Injection derzeit für rund 18.000 bis 20.000 Euro angeboten, in Großbritannien erzielten gute Exemplare 2026 bei Auktionen bis 24.000 Pfund. Die britischen Sonderserien liegen teils höher: Ein 280 Brooklands wurde im März 2025 für 30.375 Pfund versteigert.
Welche Capri-III-Variante ist die richtige Wahl? +
Für Sammler ist der 2.8 Injection (160 PS, 1981–1986) die naheliegende Wahl, in Großbritannien idealerweise als 2.8 Injection Special mit Sperrdifferenzial, in Deutschland als Super Injection. Für Alltagsfahrer ist der 2.0 OHC mit 101 PS ein günstigerer und einfacherer Kompromiss. Der 2.3 V6 (108 PS, ab 1979 114 PS) ist ein laufruhiger Mittelweg, aber weniger gesucht als der 2.8 Injection. Der 1.6er als Einstiegsmodell hat sammlerisch wenig Reiz, ist aber als Wochenendwagen mit kleinem Budget noch leistbar.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Capri III? +
Bei der Technik ordentlich, bei Blech und Innenausstattung eng. Ford selbst unterstützt die alten Modelle kaum; der Capri Club International und einige Spezialisten, vor allem in Großbritannien, haben viele Teile nachfertigen lassen, Engpässe gibt es aber weiterhin. Besonders schwierig sind originale Bezugsstoffe, Recaro-Sitzbezüge und Teile der Sonderserien; oft hilft nur die Suche in Foren und über die Clubs.
Welche Rost-Stellen muss man beim Capri III prüfen? +
Federbeindome, vordere Längsträger, der Blechfalz am Frontspoiler, Bodenblech, Schweller, A-Säulen und Radläufe. Hinten gelten das Knotenblech der Stabilisatoraufnahme und die Blattfederaufnahmen als neuralgische Stellen, außerdem die Reserveradmulde, in die bei undichter Heckklappendichtung Wasser läuft. Auch die Halterung der Kraftstoffpumpe rostet häufig. Eine Endoskop-Inspektion der Hohlräume und eine Schichtdickenmessung ergänzen die Sichtprüfung.
Ist der Capri III ein guter Alltagsklassiker? +
Ja, mit Einschränkungen. Mechanisch ist der Capri III einfach aufgebaut und gut zu warten; die Technikteile sind ordentlich verfügbar, Blech und Innenausstattung dagegen knapp. Für längere Autobahnetappen sind der 2.0 und der 2.8 ausreichend motorisiert. Schwächen im Alltag sind die Trommelbremsen hinten, der höhere Verbrauch der V6 und die Rostanfälligkeit bei Streusalz. Als Sommerklassiker mit Saisonkennzeichen ist er ideal.
Welche Capri-Sondermodelle sollte man kennen? +
In Deutschland vor allem der Capri Turbo von 1981 (2,8-Liter-V6 mit Turbolader, 188 PS, laut Ford 200 Exemplare) sowie ab 1984 die Ausstattungen Super GT und Super Injection. In Großbritannien gab es Anfang der 80er die Sonderserien Calypso (Basis 1600 LS, Zweifarblackierung) und Cabaret (1,6 oder 2,0 Liter, Schiebedach, Leichtmetallfelgen), ab November 1984 die Laser-Modelle, den von Tickford umgebauten Capri 2.8 Turbo mit 205 PS (nur rund 80 bis 85 Exemplare) und als Abschluss den Capri 280 „Brooklands“ (1.038 Stück, Brooklands-Grün, schwarzes Leder mit roten Kedern, 15-Zoll-Felgen). Ein 280 Brooklands erzielte im März 2025 bei einer britischen Auktion 30.375 Pfund.
Wie ist die Versicherung beim Capri III? +
Für den Capri III bieten die gängigen Oldtimer-Versicherer Tarife mit vereinbartem Wert auf Basis eines Wertgutachtens an. Die Prämie hängt vor allem vom Fahrzeugwert, der Jahresfahrleistung, der Unterbringung und dem Alter des Fahrers ab; bei einem 2.8 Injection oder einer Sonderserie lohnt ein aktuelles Gutachten, damit die Versicherungssumme zum Marktwert passt. Konkrete Beiträge liefert der Versicherungsvergleich.
Welche Alternativen zum Capri III gibt es? +
Im Coupé-Youngtimer-Segment der späten 70er und 80er Jahre: Opel Manta B (direkter deutscher Zeitgenosse, ähnliche Mechanik aber kantiger), Opel Monza (größeres Oberklasse-Coupé), BMW E24 6er (höherwertig, deutlich teurer), Mazda 626 Coupé (japanische Alternative, günstig). Der Capri hat gegenüber dem Manta B den V6-Charme und die starke UK-Szene, gegenüber dem E24 ist er deutlich günstiger und einfacher in der Mechanik.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.