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MARKTWERT 2026

Ford Capri II

Coupé · 1.6 / 2.0 / 2.3 / 3.0 · 1974–1977

Ford Capri II Coupé mit Heckklappe
Foto: Wikimedia Commons · Bildquelle

Der Ford Capri II ist die mittlere Generation der Capri-Familie und gilt als die Übergangs-Generation zwischen dem reinen 70er-Jahre-Stil des Mk1 und dem 80er-Jahre-Facelift des Mk3. Zwischen 1974 und 1977 entstanden in Köln und Halewood rund 403.000 Mk2, das war der kommerziell stärkste Capri überhaupt. Die runden Doppel-Frontscheinwerfer, die neu eingeführte Heckklappe (statt fester Kofferraum-Klappe des Mk1) und die bewährte Cologne-V6-Mechanik machen den Capri II zu einem authentischen 70er-Jahre-Coupé. Marktwerte liegen 2026 zwischen 1.000 und 22.000 Euro.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 18.700 – 25.299 €
Zustand 2 (Gut) 11.900 – 16.099 €
Zustand 3 (Gepflegt) 6.375 – 8.625 €
Zustand 4 (Alltag) 2.975 – 4.024 €
Zustand 5 (Restobjekt) 850 – 1.150 €
3-Jahres-Trend: +14%
Bauzeitraum
1974 – 1977
Versicherung (Zustand 2)
280–392 €/Jahr
Produktionszahl
ca. 403.000 (Mk2, 1974 bis 1977)
H-Kennzeichen ab
2004

Über den Ford Capri II

Der Capri II (interner Code Project Diana) löste 1974 den Mk1 ab und brachte die wichtigste konstruktive Änderung in der Capri-Geschichte: eine große Heckklappe statt der bisherigen festen Kofferraum-Klappe. Damit wurde der Capri vom reinen Coupé zum praktischen Sportkombi-Coupé. Das Design unter Uwe Bahnsen behielt die klassische Capri-Silhouette mit der charakteristischen Hüftkurve, modernisierte aber die Front mit runden Doppelscheinwerfern und eine glattere Heckpartie.

Motorseitig bot der Mk2 das volle Spektrum vom 1.3L OHV (50-57 PS) über das 1.6L und 2.0L OHC Pinto bis zum 3.0L Essex V6 (138 PS) im Capri 3000 GT/Ghia. Letzterer war besonders in der britischen Variante ein Sammler-Highlight. In Deutschland war die 2.3L V6 die populärste Sportvariante mit 108 PS.

Der Capri II war kommerziell der erfolgreichste Capri und hat heute einen festen Platz in der DACH-Youngtimer-Szene. Die Mk2-Sondermodelle wie der JPS (John Player Special) in Schwarz-Gold sind heute begehrte Sammlerstücke. Der Mk2 markiert den Übergang von der Hochzeit des reinen Sport-Coupés zum praktischeren Alltags-Coupé der späten 70er und frühen 80er Jahre.

Motorisierungen

  • 1.3L OHV 50 bis 57 PS, 1974 bis 1977, Einsteigsvariante
  • 1.6L OHC Pinto 72 PS, 1974 bis 1977, Standardmotor
  • 2.0L OHC Pinto 90 PS, 1974 bis 1977, Volumenmodell
  • 2.3L Cologne V6 108 PS, 1974 bis 1977, DACH-Sportvariante
  • 3.0L Essex V6 138 PS, 1974 bis 1977, UK-Topmotor

Karosserie-Varianten

  • Coupé 2-türig mit Heckklappe (1974 bis 1977), erstes Capri-Modell mit Heckklappe

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Rost an Schwellern, Radläufen und A-Säulen wie beim Mk3, vor allem die ersten Mk2 (1974-75) zeigen oft erhebliche Korrosion.
  • ! Heckklappe-Mechanik: Gasdruckdämpfer verschleißen, Scharniere reißen aus, Dichtungen werden porös und führen zu Wassereintritt.
  • ! Pinto-OHC-Motoren: Zahnriemen muss alle 60.000 km gewechselt werden, Versäumnis führt zum Motorschaden mit Ventilkontakt.
  • ! Cologne-V6-Vergaser (Solex 32/35 DIDTA): Einstellung sensibel, Membranen reißen, Spezialwerkstatt für Reparatur erforderlich.
  • ! Essex-V6 beim 3.0L: Hauptlagerschalen und Pleuellager verschleißen ab 150.000 km, Öldruck-Check bei Probefahrt zwingend.
  • ! Innenraum: Armaturenbrett-Risse durch UV-Einwirkung, Sitzbezüge brüchig und teuer in der Wiederbeschaffung.
  • ! Elektrik: Sicherungskasten und Schalter alterungsbedingt korrosionsanfällig, ungewollte Verbraucher entladen die Batterie.

Worauf beim Kauf achten

  • Cologne-V6-Modelle (2.3L) priorisieren als DACH-Sammlerwert, Essex-3.0L für UK-Importe mit höherer Sammlerprämie.
  • Karosserie-Substanz ist das absolute Kaufkriterium: Restaurations-Kandidaten kosten bei umfangreichem Rost mehr als ein guter Mk3.
  • JPS-Sondermodelle (Schwarz-Gold) sind heute deutlich wertvoller als Standardvarianten, Originalität durch UK-Records oder Capri Club-Bestätigung verifizieren.
  • Zahnriemen-Service nachweislich, bei Pinto-Motoren alle 60.000 km Pflicht, fehlende Dokumentation ist Verhandlungs-Hebel.
  • Originalität von Sitzen, Lenkrad und Armaturenbrett dokumentieren, viele Mk2 sind im Laufe der Jahre verbastelt worden.
  • Matching-Numbers heben den Wert bei V6-Modellen um 20 bis 30 Prozent, vor allem beim Essex-3.0L für UK-Käufer wichtig.
  • H-Kennzeichen-Check: alle Mk2 ab Baujahr 1995 oder älter sind H-fähig, der allerletzte Mk2 von 1977 ist seit 2007 H-tauglich.

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Ford Capri II

Was ist ein Ford Capri II 2.3 V6 2026 wert? +
Ein Ford Capri II 2.3 V6 in gutem Zustand (Note 2) liegt im Mai 2026 bei rund 14.000 Euro. Concours-Exemplare mit Matching-Numbers und Original-Lack erreichen 22.000 Euro und mehr. Der gesuchte JPS-Sondermodell-Capri (Schwarz-Gold) liegt nochmals deutlich höher, gute Exemplare ab 25.000 Euro. Die 4-Zylinder-Varianten (1.6L, 2.0L) liegen in Note 2 bei 7.000 bis 10.000 Euro. Wertentwicklung +14 Prozent in drei Jahren.
Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Capri Mk1 und Mk2? +
Die zentrale konstruktive Änderung ist die große Heckklappe beim Mk2, statt der festen Kofferraum-Klappe des Mk1. Das macht den Mk2 deutlich praktischer als Alltagsklassiker. Optisch wirkt der Mk2 weicher und runder mit Doppelscheinwerfern, während der Mk1 mit Einzelscheinwerfern und kantigeren Linien sportlicher wirkt. Motormäßig sind beide ähnlich, aber der Mk2 bekam moderne OHC-Pinto-Motoren in der Mittelklasse. Wertmäßig liegt der Mk1 heute meist über dem Mk2, weil er als der reinere Klassiker gilt und seltener ist.
Welche Capri-II-Sondermodelle gibt es? +
Der JPS (John Player Special) von 1975 in Schwarz-Gold ist das berühmteste Mk2-Sondermodell und heute hoch begehrt. Der Capri S (Special) mit Sport-Stoßstangen und sportlichem Innenraum, der Capri Ghia als Luxus-Variante mit Velour-Ausstattung und Vinyl-Dach, und der Capri 3000 GT (UK) mit dem Essex-V6 als Top-Sportvariante. Die Sondermodelle sind heute klar wertvoller als Standardvarianten, ein JPS in gutem Zustand bringt 25.000 bis 35.000 Euro.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Capri II? +
Sehr gut für Mechanik (Pinto-Motoren, Cologne-V6, Type-9-Getriebe), gut für Standard-Karosserieteile, schwieriger für Mk2-Spezifika wie Original-Sitzbezüge, Armaturenbrett-Teile und seltene Sondermodell-Komponenten. UK-Spezialisten (Burton Power, Aldridge Trimming) sind die Hauptquellen für Innenausstattung. Cologne-V6-Vergaser-Komponenten sind über Bosch-Klassik beschaffbar. Schwieriger wird es bei Original-Lacken in den 70er-Jahre-Farbtönen, hier sind Original-Farb-Tabellen aus dem Capri Club essentiell.
Welche Rost-Stellen sind beim Capri II besonders kritisch? +
Schweller (innen hohl, rosten von innen), hintere Radläufe und Radhausvorderkanten, A-Säulen-Unterkante mit Übergang zu Türscharnieren, Bodenblech unter dem Tank, Heckklappen-Unterkante und Übergang Heckklappe zum Dach. Die ersten Mk2-Modelle von 1974/75 zeigen oft erhebliche Korrosion durch nicht ausreichende Hohlraumkonservierung. Endoskop-Inspektion und Schichtdickenmessung sind Pflicht. Bei der Heckklappe ist das Übergangsgummi zum Dach eine spezifische Mk2-Schwachstelle, hier dringt Wasser ins Heckabteil.
Ist der Capri II ein gutes Investitions-Objekt? +
Mittelfristig ja, aber nicht so dynamisch wie der Mk3. Der Mk2 ist als praktischer Übergangs-Capri mit Heckklappe ein attraktiver Alltagsklassiker, aber sammlerisch hinter dem reineren Mk1 und dem ikonischen Mk3 zurück. Wertsteigerungen von +14 Prozent in drei Jahren sind solide, aber Sondermodelle wie der JPS oder Capri 3000 GT (UK) zeigen deutlich höhere Steigerungsraten. Für eine Wertanlage empfiehlt sich der JPS oder ein V6-Exemplar mit Matching-Numbers.
Wie ist die Klassik-Versicherung beim Capri II? +
Der Capri II wird von allen Klassik-Versicherern als Coupé-Klassiker eingestuft, Prämien liegen zwischen 250 und 420 Euro Jahresprämie für Note-2-Exemplare. Ein 2.3 V6 mit Marktwert 14.000 Euro, H-Kennzeichen, Garage und 6.000 km Jahresfahrleistung kostet bei OCC und ADAC ClassicCar rund 270 bis 340 Euro. Für JPS-Sondermodelle ab 25.000 Euro Wert sind Hiscox und Helvetia mit individueller Wertvereinbarung empfehlenswert.
Welche Alternativen zum Capri II gibt es? +
Im Coupé-Youngtimer-Segment der 70er Jahre: Opel Manta A oder B (direkter deutscher Konkurrent, ähnlicher Charakter), Ford Granada Mk2 Coupé (größer, luxuriöser, V6-Power), BMW E9 (deutlich höherwertig und teurer), Datsun 240Z (japanischer Klassiker, sportlicher), Chevrolet Camaro (US-Coupé, größer und stärker). Der Capri II bietet die beste Kombination aus Coupé-Optik, Praktikabilität durch Heckklappe und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu deutschen oder britischen Konkurrenten.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.