Mercedes CLS (C219)
Erstes viertüriges Mercedes-Coupé · CLS 350 / CLS 500 / CLS 320 CDI · 2004–2010
Der Mercedes-Benz CLS der Baureihe C 219 war das erste viertürige Coupé der Marke. Mercedes-Benz stellte ihn im Frühjahr 2004 auf dem Genfer Automobilsalon vor, Vorbote war die Studie Vision CLS von der IAA 2003. Auf der Technik der E-Klasse W 211 aufbauend, verband er eine flache, coupéhafte Dachlinie und rahmenlose Seitenscheiben mit dem Platzangebot einer Limousine. Die Palette reichte vom CLS 280 und CLS 350 über den CLS 320 CDI und den CLS 500 bis zu den AMG-Modellen CLS 55 AMG (476 PS) und CLS 63 AMG (514 PS). Bis 2010 lieferte Mercedes-Benz knapp 174.000 Fahrzeuge aus. Marktwerte Stand Oktober 2026: rund 2.300 bis 22.000 Euro für die Volumenmodelle, die AMG-Versionen liegen darüber.
Marktwerte nach Zustand
Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.
| Zustand | Marktwert-Range |
|---|---|
| Zustand 1 (Topzustand) | 18.700 – 25.299 € |
| Zustand 2 (Gut) | 11.050 – 14.949 € |
| Zustand 3 (Gepflegt) | 6.800 – 9.200 € |
| Zustand 4 (Alltag) | 3.400 – 4.600 € |
| Zustand 5 (Restobjekt) | 1.955 – 2.645 € |
Über den Mercedes CLS (C219)
Der CLS der Baureihe C 219 wurde im Frühjahr 2004 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt und kam im Herbst 2004 auf den Markt; Vorbote war die Studie Vision CLS auf der IAA 2003. Mercedes-Benz beschreibt ihn als für die Marke neues, im Automobilbau nur selten realisiertes Fahrzeugkonzept, das die Eleganz eines Coupés mit dem Komfort und der Funktionalität einer Limousine verbindet. Technisch basierte er auf der E-Klasse W 211, erhielt aber eine eigenständige Karosserie mit flach gewölbtem Dach, vier Türen und rahmenlosen Seitenscheiben. Gebaut wurde er in Sindelfingen.
Zum Start gab es den CLS 350 mit 3,5-Liter-V6 (272 PS) und den CLS 500 mit 5,0-Liter-V8 (306 PS), beide mit der Siebengang-Automatik 7G-TRONIC. Anfang 2005 folgte der CLS 55 AMG mit 476 PS starkem Kompressor-V8 und Fünfgang-Automatik, im Sommer 2005 der CLS 320 CDI mit 224 PS. 2006 kamen der CLS 63 AMG mit dem bei AMG entwickelten 6,2-Liter-Saugmotor M 156 (514 PS), der CLS 350 CGI mit Piezo-Direkteinspritzung (292 PS) und der CLS 500 mit 5,5-Liter-V8 (388 PS). Mit der Modellpflege im März 2008 erhielt der CLS unter anderem LED-Rückleuchten, einen Kühlergrill mit zwei Lamellen und den Einstiegsmotor CLS 280 (231 PS); 2009 wurden CLS 280 und CLS 320 CDI in CLS 300 und CLS 350 CDI umbenannt.
Bis zum Produktionsende im Sommer 2010 lieferte Mercedes-Benz knapp 174.000 Fahrzeuge aus. Meistgebaut war der CLS 500 mit mehr als 58.000 Exemplaren, CLS 55 AMG und CLS 63 AMG kamen zusammen auf rund 11.500 Einheiten.
Heute ist der C 219 ein bezahlbarer Youngtimer. Die V8- und AMG-Modelle sind die gesuchten Varianten, CLS 350 und Diesel bilden den günstigen Einstieg. Wertentscheidend sind Pflege- und Wartungszustand, vor allem von Luftfederung, der SBC-Bremse früher Baujahre, dem Kettenrad früher M 272- und M 273-Motoren und bei den AMG-Modellen der Motorentechnik. Ein H-Kennzeichen ist frühestens ab Herbst 2034 möglich.
Motorisierungen
- → CLS 350: 3,5-Liter-V6 M 272, 200 kW/272 PS, 350 Nm, 2004–2006 (als Exportmodell bis 2010)
- → CLS 350 CGI: 3,5-Liter-V6 M 272 mit Piezo-Direkteinspritzung, 215 kW/292 PS, 365 Nm, 2006–2010
- → CLS 280 (ab 2009 CLS 300): 3,0-Liter-V6 M 272, 170 kW/231 PS, 300 Nm, 2008–2010
- → CLS 500: 5,0-Liter-V8 M 113, 225 kW/306 PS, 460 Nm, 2004–2006; danach 5,5-Liter-V8 M 273, 285 kW/388 PS, 530 Nm, 2006–2010 (in Nordamerika als CLS 550)
- → CLS 320 CDI (ab 2009 CLS 350 CDI): 3,0-Liter-V6-Diesel OM 642, 165 kW/224 PS, 510 Nm, ab Modelljahr 2007 540 Nm, 2005–2010
- → CLS 55 AMG: 5,5-Liter-V8 mit Kompressor M 113, 350 kW/476 PS, 700 Nm, Fünfgang-Automatik, 2005–2006
- → CLS 63 AMG: 6,2-Liter-V8-Saugmotor M 156, 378 kW/514 PS, 630 Nm, AMG SPEEDSHIFT 7G-TRONIC, 2006–2010
Karosserie-Varianten
- → Viertüriges Coupé (2004 bis 2010), alle Motorisierungen
Typische Schwachstellen
Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:
- ! Rost ist beim C 219 kein dokumentierter Hauptschwachpunkt; Auto Bild fand im Gebrauchtwagen-Test Kantenrost an der Kühlertraverse. Karosserie und Unterboden beim Kauf trotzdem gründlich prüfen.
- ! Luftfederung AIRMATIC DC (beim CLS 500 und den AMG-Modellen serienmäßig, beim V6 Sonderausstattung): Defekte an Federbeinen, Kompressor oder Ventilen führen laut Auto Bild schnell zu hohen vierstelligen Reparaturkosten.
- ! Elektrohydraulische Bremse SBC (Sensotronic Brake Control) bei frühen Baujahren: serienmäßig bis 2006, 2004 und 2005 Gegenstand großer Mercedes-Rückrufe, die 2005 auch den CLS betrafen. Erledigte Rückrufe und Fehlerspeicher prüfen lassen.
- ! Motoren: Bei M 272-V6 (CLS 350) und M 273-V8 (CLS 500 mit 5,5 Litern), deren Motor bis etwa September 2006 gebaut wurde, nutzt sich ein Kettenrad im Steuertrieb vorzeitig ab (M 272 an der Ausgleichswelle bis Motornummer 468993, M 273 am Umlenkrad bis 088611). Warnzeichen sind Motorkontrollleuchte und Fehlercodes 1200 oder 1208, im schlimmsten Fall droht ein Motorschaden. Beim M 156 des CLS 63 AMG sind brechende Zylinderkopfschrauben, eingelaufene Einlassnockenwellen und klappernde Hydrostößel bekannte Schwachstellen; Nachweise über erledigte Reparaturen verlangen.
- ! Automatikgetriebe: Die 7G-TRONIC (alle Modelle außer CLS 55 AMG mit Fünfgang-Automatik) ruckt laut Auto Bild mitunter und schaltet träge, ein Steuergeräte-Update kann helfen. Getriebeölservice nachweisen lassen.
- ! Elektrik: Das Comand-System neigt zu Abstürzen und Ausfällen, Fensterheber fallen meist zuerst an der Fahrertür aus, und das Steuergerät des Kühlerlüfters kann Feuchtigkeit ziehen, sodass der Lüfter weiterläuft und die Batterie leert.
- ! Fahrwerk und Antrieb: Hydrobuchsen der Zugstreben und obere Querlenker sind häufige Mängel bei der Hauptuntersuchung, am Differenzial kommt es teils zu Ölverlust. Bei den AMG-Modellen sind Bremsen und Fahrwerk im Unterhalt deutlich teurer.
Worauf beim Kauf achten
- ✓ Die V8-Modelle (CLS 500) und vor allem die AMG-Versionen (CLS 55 AMG, CLS 63 AMG) sind die gesuchten Varianten, CLS 350 und Diesel der günstige Einstieg.
- ✓ Airmatic-Luftfederung und (bei frühen Baujahren) das SBC-Bremssystem auf Funktion und Historie prüfen, beides sind teure Kostenpunkte. Bei CLS 350 (M 272) und CLS 500 mit 5,5-Liter-V8 (M 273), deren Motor bis etwa September 2006 gebaut wurde, zusätzlich Motornummer, Fehlerspeicher (Codes 1200/1208) und den Nachweis einer Kettenrad-Reparatur prüfen.
- ✓ Karosserie auf Rost prüfen, unter anderem die Kühlertraverse, an der Auto Bild Kantenrost fand.
- ✓ Lückenlose Wartungshistorie ist wichtig, gerade bei den AMG- und V8-Modellen mit ihrer teuren Technik.
- ✓ Beim CLS 63 AMG den M 156-V8 auf bekannte Schwachstellen (Zylinderkopfschrauben, Einlassnockenwellen, Hydrostößel) prüfen lassen.
- ✓ Originalität, gepflegtes Interieur und vollständige Ausstattung steigern den Wert, AMG-Echtheit verifizieren.
- ✓ H-Kennzeichen ist erst ab 2034 möglich, der Wert hängt heute vor allem von Design, Motorisierung und Zustand ab.
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Häufige Fragen zum Mercedes CLS (C219)
Was ist ein Mercedes CLS (C219) 2026 wert? +
Warum ist der CLS C219 historisch bedeutsam? +
Welcher CLS C219 ist der gesuchteste? +
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim CLS C219? +
Rostet der Mercedes CLS C219? +
Ist der CLS C219 ein gutes Investitions-Objekt? +
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- Mercedes-Benz Classic Archiv: CLS Coupés der Baureihe 219, 2008–2010
- Wikipedia Mercedes-Benz C 219
- Auto Bild: Mercedes CLS (C219) Gebrauchtwagen-Test
- classic.com Mercedes-Benz CLS C219
- classic.com Mercedes-Benz CLS 55 AMG C219