Porsche 912
Vierzylinder-Boxer · 911-Karosserie · 912 / 912E · 1965–1976
Der Porsche 912 ist der vierzylindrige Einstiegs-Porsche, der von 1965 bis 1969 die Karosserie des frühen 911 mit dem bewährten Vierzylinder-Boxer des 356 kombinierte. Er hielt das Porsche-Programm nach dem Auslaufen des 356 erschwinglich und verkaufte sich anfangs sogar besser als der teurere 911. 1976 kehrte er kurzzeitig als 912E für den US-Markt zurück. Lange im Schatten des 911, ist der 912 heute ein gesuchter, eigenständiger Klassiker mit der reinen Frühform der 911-Silhouette und ausgewogenem Handling. Marktwerte 2026: rund 14.000 bis über 78.000 Euro.
Marktwerte nach Zustand
Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.
| Zustand | Marktwert-Range |
|---|---|
| Zustand 1 (Topzustand) | 66.300 – 89.700 € |
| Zustand 2 (Gut) | 44.200 – 59.799 € |
| Zustand 3 (Gepflegt) | 30.600 – 41.400 € |
| Zustand 4 (Alltag) | 19.550 – 26.449 € |
| Zustand 5 (Restobjekt) | 11.900 – 16.099 € |
Über den Porsche 912
Der 912 erschien 1965, um nach dem Auslaufen des 356 einen erschwinglichen Einstiegs-Porsche im Programm zu halten. Er übernahm die elegante Karosserie des frühen 911 (zunächst in der kurzen Radstand-Form, SWB), kombinierte sie aber mit dem bewährten 1.6L-Vierzylinder-Boxer aus dem 356 mit rund 90 PS. Das machte ihn leichter auf der Vorderachse als den Sechszylinder-911 und verlieh ihm ein besonders ausgewogenes, von Puristen geschätztes Handling.
In den ersten Jahren war der 912 ein großer Erfolg und verkaufte sich teils besser als der deutlich teurere 911, da er Porsche-Fahrgefühl zum erschwinglicheren Preis bot. Angeboten wurde er als Coupé und als Targa. 1969 endete die erste Ära des 912, als der 914 die Einstiegsrolle übernahm.
1976 kehrte der 912 noch einmal kurz als 912E zurück, exklusiv für den US-Markt, mit einem einspritzergespeisten VW/Porsche-Vierzylinder, um dort die Lücke bis zum 924 zu füllen. Der 912E ist eine eigene, einjährige Rarität.
Lange stand der 912 im Schatten des 911 und blieb entsprechend günstig. Inzwischen ist er als eigenständiger, puristischer Frühform-Porsche mit der reinen 911-Silhouette anerkannt und im Wert deutlich gestiegen. Gute, originale und rostfreie Exemplare, besonders die frühen SWB-Coupés, sind gesucht. Wie bei allen frühen Elfer-Karosserien ist Rost das zentrale Thema und der wichtigste Wertfaktor.
Motorisierungen
- → 1.6L Vierzylinder-Boxer (aus 356) ca. 90 PS, 1965 bis 1969, 912 (Coupé / Targa)
- → 2.0L Vierzylinder-Boxer Einspritzung ca. 90 PS, 1976, 912E (nur USA)
Karosserie-Varianten
- → Coupé 2-türig (1965 bis 1969 SWB, 912E 1976)
- → Targa (1967 bis 1969), herausnehmbares Dach
Typische Schwachstellen
Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:
- ! Karosserie-Rost ist der mit Abstand größte Wertvernichter: A-Säulen, Schweller, Kotflügel, Bodenbleche, Tankbereich, Längsträger und Federbeindome rosten häufig und sicherheitsrelevant.
- ! Vierzylinder-Boxer (356-Basis): grundsolide, aber Vergaser-Einstellung (Solex/Weber), Ventilspiel und Ölverlust erfordern regelmäßige Pflege.
- ! Originalität und Matching-Numbers sind bei den frühen Baujahren wertentscheidend, viele Motoren wurden über die Jahre getauscht.
- ! Targa-Modelle: Dichtungen und Targa-Aufnahmen prüfen, Undichtigkeiten führen zu Wasser und Folgerost.
- ! Identitäts-Risiko: 912 wurden teils zu 911-Optik umgebaut oder mit Sechszylindern bestückt, Echtheit über Fahrgestellnummer und Papiere prüfen.
- ! 912E (1976): einjährige US-Sonderserie mit eigener Technik, Teileversorgung anspruchsvoller und eigene Identität.
- ! Frühe Elektrik und Zierteile der 60er sind teuer und teils schwer zu beschaffen, Vollständigkeit wertrelevant.
Worauf beim Kauf achten
- ✓ Rost ist das alles entscheidende Kaufkriterium: A-Säulen, Schweller, Bodenbleche und Längsträger genau prüfen, eine Hebebühnen-Inspektion ist Pflicht.
- ✓ Frühe SWB-Coupés (1965 bis 1968) gelten als die puristischste und gesuchteste Form, der Targa ist die offene Alternative.
- ✓ Originalität und Matching-Numbers prüfen, da viele Motoren getauscht oder 912 zu 911-Optik umgebaut wurden.
- ✓ Vergaser-Einstellung, Ventilspiel und Motorlauf auf der Probefahrt kontrollieren, der Vierzylinder will regelmäßig gepflegt werden.
- ✓ Den 912E (1976) als eigenständige US-Rarität bewerten, nicht mit dem klassischen 912 verwechseln.
- ✓ Lückenlose Historie, originale Ausstattung und korrekte Lackcodes steigern den Wert deutlich.
- ✓ H-Kennzeichen ist für alle 912 längst möglich (ab 1995), was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.
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Häufige Fragen zum Porsche 912
Was ist ein Porsche 912 2026 wert? +
Was ist der Unterschied zwischen 912 und 911? +
Was ist der Porsche 912E? +
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Porsche 912? +
Wo rostet der Porsche 912 am stärksten? +
Ist der Porsche 912 ein gutes Investitions-Objekt? +
Welche Klassik-Versicherung passt zum Porsche 912? +
Welche Alternativen zum Porsche 912 gibt es? +
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- classic.com Porsche 912 (SWB) Market
- Hagerty Valuation Porsche 912
- The Classic Valuer Porsche 912 Coupe Price Guide