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Klassiker im Wert-Check
MARKTWERT 2026

Porsche 914

Mittelmotor-Targa · 914/4 1.7–2.0 / 914/6 · 1969–1976

Porsche 914 Mittelmotor-Targa
Foto: Mr.choppers, Wikimedia Commons · Bildquelle

Der Porsche 914 ist der Mittelmotor-Targa-Roadster, den Porsche und Volkswagen gemeinsam von 1969 bis 1976 bauten. Mit herausnehmbarem Targadach, ausgewogenem Mittelmotor-Layout und Klappscheinwerfern war er ein eigenständiger, leichter Sportwagen. Der 914/4 nutzte VW-Vierzylinder-Boxermotoren, der seltene und begehrte 914/6 den Sechszylinder aus dem 911. Lange als VW-Porsche belächelt, ist der 914 heute ein anerkannter, im Wert steigender Klassiker mit echtem Sammler-Standing, gekrönt vom raren 914/6. Marktwerte 2026: rund 5.000 bis über 42.000 Euro, 914/6 deutlich darüber.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 35.700 – 48.299 €
Zustand 2 (Gut) 22.950 – 31.049 €
Zustand 3 (Gepflegt) 14.450 – 19.550 €
Zustand 4 (Alltag) 8.500 – 11.500 €
Zustand 5 (Restobjekt) 4.250 – 5.750 €
3-Jahres-Trend: +10%
Bauzeitraum
1969 – 1976
Versicherung (Zustand 2)
324–756 €/Jahr
Produktionszahl
über 115.000 Porsche 914 gesamt (1969 bis 1976), davon nur 3.351 914/6 (Sechszylinder, bis 1972)
H-Kennzeichen ab
1999

Über den Porsche 914

Der 914 entstand aus einer Kooperation von Porsche und Volkswagen und wurde von 1969 bis 1976 gebaut. Sein Konzept war für die Zeit fortschrittlich: ein Mittelmotor-Layout für ausgewogenes Handling, ein herausnehmbares Targadach, das im vorderen Kofferraum verstaut werden konnte, und Klappscheinwerfer. Die Linienführung war kantig und eigenständig, weit entfernt vom 911.

Der volumenstarke 914/4 nutzte luftgekühlte VW-Vierzylinder-Boxermotoren von 1.7 über 1.8 bis 2.0 Litern. Die begehrte Spitze bildete der 914/6 mit dem 2.0L-Sechszylinder-Boxer aus dem 911 (Typ 901) und rund 110 PS, von dem nur 3.351 Exemplare entstanden, bevor die Variante 1972 eingestellt wurde. Die extrem seltenen 914/6 GT-Rennversionen spielen heute in einer eigenen, sechsstelligen Sammlerliga.

In den USA, dem Hauptmarkt, lief der 914 als Porsche, in Teilen Europas als VW-Porsche, was lange zu einem zwiespältigen Image führte. Genau dieses VW-Porsche-Stigma hielt die Werte über Jahrzehnte niedrig.

Inzwischen hat sich das Bild deutlich gewandelt: Der 914 wird als eigenständiger, fahraktiver Mittelmotor-Klassiker und als bezahlbarer Einstieg in die klassische Porsche-Welt geschätzt, die Werte steigen seit Jahren. Gute 914/4 2.0 mit gesunder Substanz sind gesucht, der 914/6 ist als seltene Sechszylinder-Variante ein echtes Sammlerstück. Rost ist beim 914 das zentrale Thema und der wichtigste Wertfaktor.

Motorisierungen

  • 1.7L VW-Vierzylinder-Boxer ca. 80 PS, 1969 bis 1973, 914/4
  • 1.8L / 2.0L VW-Vierzylinder-Boxer ca. 85 bis 100 PS, 1973 bis 1976, 914/4
  • 2.0L Sechszylinder-Boxer (901, aus 911) ca. 110 PS, 1969 bis 1972, 914/6 (3.351 Stück)

Karosserie-Varianten

  • Mittelmotor-Targa-Roadster 2-sitzig (1969 bis 1976), herausnehmbares Targadach
  • 914/6 Sechszylinder-Variante, seltenes Sammlerstück

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Karosserie-Rost ist der mit Abstand größte Wertvernichter: Längsträger, Schweller, Batteriekasten, Hell hole (Bereich hinter dem Tank), Targa-Aufnahmen und Bodenbleche rosten häufig und sicherheitsrelevant.
  • ! VW-Vierzylinder-Boxer: grundsolide und gut versorgt, aber auf Gemischaufbereitung (D-Jetronic bei einigen), Ölverlust und Hitze achten.
  • ! 914/6-Sechszylinder (901): wie der 911-Motor wartungsintensiv, Originalität und Matching-Numbers wertentscheidend.
  • ! D-Jetronic-Einspritzung (frühe Modelle): alternde Sensoren und Steuergeräte, Einstellung erfordert Spezialwissen.
  • ! Targa-Dach und Dichtungen: Undichtigkeiten führen zu Wasser im Innenraum und Folgerost, Zustand prüfen.
  • ! Schaltgestänge (langer Weg zum hinteren Getriebe): ausgeschlagene Lager führen zu schwammiger Schaltung, häufiger Mangel.
  • ! Identitäts-Risiko beim 914/6: 914/4 werden zu 914/6-Optik oder -Technik umgebaut, Echtheit über Fahrgestellnummer prüfen.

Worauf beim Kauf achten

  • Rost ist das alles entscheidende Kaufkriterium: Längsträger, Schweller, Batteriekasten und das berüchtigte Hell hole hinter dem Tank genau prüfen, eine Hebebühnen-Inspektion ist Pflicht.
  • Der 914/4 2.0 ist die gesuchteste und kräftigste Vierzylinder-Variante, der seltene 914/6 das Sammler-Highlight.
  • 914/6 nur mit nachgewiesener Echtheit kaufen, da Umbauten und Replicas kursieren, Fahrgestellnummer und Matching-Numbers prüfen.
  • Targa-Dach, Dichtungen und Innenraum auf Wasserspuren und Folgerost kontrollieren.
  • Schaltgestänge und Lager prüfen, eine schwammige Schaltung deutet auf Verschleiß hin.
  • Originalität, Matching-Numbers und lückenlose Historie steigern den Wert deutlich, gerade beim 914/6.
  • H-Kennzeichen ist für alle 914 möglich (ab 1999), was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.

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Häufige Fragen zum Porsche 914

Was ist ein Porsche 914 2026 wert? +
Die Spannweite ist groß. Ein guter, rostfreier 914/4 (vor allem als 2.0) liegt 2026 in Note 2 bei rund 27.000 Euro, herausragende Exemplare erreichen über 42.000 Euro, einfachere oder restaurierungsbedürftige Vierzylinder beginnen bei rund 5.000 bis 12.000 Euro. Der seltene 914/6 mit Sechszylinder liegt deutlich darüber, mit einem Marktbenchmark um 85.000 US-Dollar, die extrem raren 914/6 GT-Rennversionen erreichen sechsstellige Summen. Der internationale 914-Schnitt liegt um 40.000 US-Dollar.
Was ist der Unterschied zwischen 914/4 und 914/6? +
Der 914/4 ist die volumenstarke Variante mit luftgekühlten VW-Vierzylinder-Boxermotoren von 1.7 bis 2.0 Litern. Der 914/6 erhielt den 2.0L-Sechszylinder-Boxer aus dem 911 (Typ 901) mit rund 110 PS und ist mit nur 3.351 gebauten Exemplaren die deutlich seltenere, kräftigere und wertvollere Variante. Der 914/6 wurde bereits 1972 eingestellt. Für Sammler ist der 914/6 das Highlight, während der 914/4 2.0 der gesuchteste und beste der Vierzylinder ist und den bezahlbaren Einstieg bildet.
Warum war der 914 lange unterschätzt? +
Der 914 entstand als Gemeinschaftsprojekt von Porsche und VW und wurde in Teilen Europas als VW-Porsche vermarktet. Dieses VW-Porsche-Image und die Tatsache, dass die Vierzylinder VW-Motoren nutzten, führten dazu, dass der 914 lange nicht als vollwertiger Porsche wahrgenommen wurde und seine Werte über Jahrzehnte niedrig blieben. Inzwischen hat sich diese Sicht gewandelt: Der 914 wird heute als eigenständiger, fahraktiver Mittelmotor-Klassiker anerkannt, und die Werte steigen entsprechend deutlich.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Porsche 914? +
Bei den Vierzylinder-Modellen ist die Versorgung dank der VW-Boxer-Technik und der starken 914-Szene überwiegend gut, viele mechanische Teile sind verfügbar. Karosserie-Reparaturbleche werden nachgefertigt, was angesichts der Rostproblematik wichtig ist. Anspruchsvoller und teurer wird es beim 914/6-Sechszylinder und bei spezifischen Zier- und Innenraumteilen. Die internationale 914-Community mit eigenen Clubs und Registern sowie Porsche-Classic sind die zentralen Anlaufstellen für Teile und Echtheits-Prüfung des 914/6.
Wo rostet der Porsche 914 am stärksten? +
Der 914 ist stark rostgefährdet, und Rost ist sein wichtigster Wertfaktor. Kritische Stellen sind die Längsträger, Schweller, der Batteriekasten, das berüchtigte Hell hole (der schlecht belüftete Bereich hinter dem Tank und den Federbeindomen), die Targa-Dach-Aufnahmen und die Bodenbleche. Viele dieser Stellen sind sicherheitsrelevant. Eine gründliche Inspektion auf der Hebebühne mit Endoskop ist beim Kauf unverzichtbar, da eine fachgerechte Rostsanierung sehr teuer ist und versteckte Durchrostung häufig vorkommt.
Ist der Porsche 914 ein gutes Investitions-Objekt? +
Ja, mit klarer Aufwärtstendenz. Nachdem das VW-Porsche-Stigma überwunden ist, wird der 914 als eigenständiger Mittelmotor-Klassiker zunehmend geschätzt und steigt seit Jahren im Wert. Der seltene 914/6 ist als Sechszylinder das wertstabilste Sammlerstück, gute rostfreie 914/4 2.0 bieten solides Potenzial bei noch bezahlbarem Einstieg. Wertentscheidend sind rostfreie Substanz, Originalität und beim 914/6 die nachgewiesene Echtheit. Rostige Projekte bergen trotz niedrigem Kaufpreis hohe Restaurierungsrisiken.
Welche Klassik-Versicherung passt zum Porsche 914? +
Der 914 ist als anerkannter Porsche-Klassiker gut über Klassik-Versicherer abzudecken. Für einen 914/4 mit Marktwert um 27.000 Euro, H-Kennzeichen, Garage und 4.000 km Jahresfahrleistung liegen die Jahresprämien je nach Anbieter bei rund 250 bis 450 Euro. OCC und ADAC Classic bieten häufig günstige Tarife, Hiscox und Helvetia empfehlen sich für den wertvollen 914/6 mit individueller Wertvereinbarung und aktuellem Wertgutachten, das bei diesem seltenen Modell ohnehin ratsam ist.
Welche Alternativen zum Porsche 914 gibt es? +
Im Segment der Mittelmotor- und kompakten Sportwagen der frühen 70er: Fiat X1/9 (konzeptionell ähnlicher Mittelmotor-Targa), Lancia Beta Montecarlo, Triumph TR-Modelle, MG B und innerhalb der Marke der 912 und der spätere 924 als alternative Einstiegs-Porsche. Der 914 hebt sich durch sein echtes Mittelmotor-Layout, das herausnehmbare Targadach, die Porsche-Verbindung und mit dem 914/6 durch eine seltene Sechszylinder-Variante ab und gilt als zunehmend geschätzter, eigenständiger Klassiker.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.