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Ford Capri vs Opel Manta, das Erzrivalen-Duell der deutschen Coupé-Kultur

Ford gegen Opel: Der Ford Capri III und der Opel Manta B waren die zwei bezahlbaren Heckantriebs-Coupés, die in den 70ern und 80ern auf jeder Straße, am Stammtisch und im Motorsport gegeneinander antraten. Wir vergleichen Marktwerte, Charakter und Sammler-Logik des V6-Kölners gegen den Rallye-Opel.

von Patrick Leiß · Stand: 2. November 2026 · Lesezeit ca. 15 Min
Ford Capri und Opel Manta B in der Dämmerung
Ford
Ford Capri III
Coupé mit Heckklappe · 1,3 bis 3,0 Liter · 2.8 Injection · 1978–1986
Note 2: 17.000 EUR
Opel
Opel Manta B
Coupé und CC · 1,2 bis 2,0 Liter · GT/E und GSi · 1975–1988
Note 2: 14.000 EUR

Marktwert direkt verglichen

Zustand Ford Capri III Opel Manta B Differenz
Note 1 28.000 EUR 24.000 EUR +4.000 EUR
Note 2 17.000 EUR 14.000 EUR +3.000 EUR
Note 3 10.000 EUR 8.000 EUR +2.000 EUR
Note 4 4.500 EUR 4.000 EUR +500 EUR
Note 5 2.000 EUR 1.500 EUR +500 EUR

Marktwerte aus dem Chromradar-Index, Stand 2. November 2026. Differenz = Wert Ford Capri III minus Wert Opel Manta B.

Kaum ein Duell ist so tief in der deutschen Auto-Kultur verwurzelt wie dieses: Der Ford Capri und der Opel Manta waren die zwei bezahlbaren Heckantriebs-Coupés, die in den 70ern und 80ern auf jeder Straße, an jedem Stammtisch und auf jeder Rennstrecke gegeneinander antraten. Ford gegen Opel, V6-Klang gegen Rallye-Pedigree, zwei Coupés für jedermann, die mehr Image versprachen, als der Geldbeutel eigentlich hergab. Heute sind beide gesuchte Youngtimer mit komplettem H-Status, und der Capri III notiert in allen Zustandsnoten etwas höher. Wir klären mit aktuellen Daten, welcher der beiden Erzrivalen zu welchem Käufer passt.

Kurzfazit

Der Capri III ist der klangvolle V6-Cruiser: 17.000 EUR in Note 2, mit dem Kölner Sechszylinder, der im 2.8 Injection 160 PS leistet, und einer breiten, internationalen Fan-Gemeinde. Wer ihn kauft, kauft Sound, Heckantrieb und das Image des Facharbeiter-Sportlers. Der Manta B ist der kultige Rallye-Opel: 14.000 EUR in Note 2, mit unverwüstlichen Vierzylindern, Rallye-Geschichte als Manta 400, dem praktischen Combi Coupé und den begehrten Spitzenmodellen 400 und GSi. Die Faustregel: Wer V6-Klang und souveränes Cruisen sucht, nimmt den Capri. Wer Rallye-Kult, Pop-Kultur und die tiefere Hierarchie an Sonderversionen will, nimmt den Manta. Bei den Volumenversionen liegt der Capri in allen Zustandsnoten vorn, nur GT/E und GSi erreichen in Note 1 mit rund 30.000 bis 35.000 EUR mehr als der Capri III. Bei beiden zählt eine rostfreie, originale Karosserie mehr als alles andere.

Die beiden Modelle im Profil

Ford Capri III (1978 bis 1986)

Der dritte und letzte Capri kam 1978 als behutsame Weiterentwicklung des 1974 gestarteten Vorgängers, mit tiefer heruntergezogener Motorhaube über den Doppelscheinwerfern und einem Frontspoiler, der die Aerodynamik verbesserte. Sparmotoren der 1,3-Liter-Klasse hatten laut auto motor und sport dem Capri II geschadet, in Deutschland fing der Dritte deshalb erst bei 1,6 Litern an; den 1,3-Liter gab es nur noch in Großbritannien. Die Vierzylinder (68 bis 101 PS) machten ihn solide, doch sein Herz ist der Kölner V6: vom 2,0-Liter mit 90 PS über den 2,3-Liter mit 108 bis 114 PS und den 3,0-Liter mit 138 PS bis zum 1981 eingeführten 2.8 Injection mit 160 PS und K-Jetronic. Dazu kommen die seltenen Turbos mit 188 bis 200 PS. Im Motorsport war der Capri eine große Nummer, von den Werkspiloten Heyer und Ludwig bis zu den Zakspeed-Turbos mit bis zu 600 PS. Vom Capri III entstanden laut Ford 324.045 Exemplare, alle im Kölner Werk Niehl. Die Linkslenker-Produktion endete im November 1984, danach liefen nur noch Rechtslenker für Großbritannien vom Band, der letzte Capri am 19. Dezember 1986. Über alle drei Generationen liefen rund 1,9 Millionen Capri vom Band.

Opel Manta B (1975 bis 1988)

Der Manta B beerbte 1975 den rundlichen Manta A und sprach mit längerem Radstand und kantiger Linie eine ganz andere Sprache; die Form war laut Motor1/automobile.at vom Chevrolet Monza beeinflusst. In die B-Säulen integrierte Opel einen Überrollbügel, erkennbar am schwarzen Streifen im Dachhimmel. Technische Basis war der Opel Ascona B, mit vorderen Doppelquerlenkern und hinterer Starrachse auf Schraubenfedern. Die Motorenpalette reichte vom 1,2-Liter-Basismodell mit 55 PS über die robusten CIH-Vierzylinder (1,6 bis 2,0 Liter) bis zum gesuchten GT/E, anfangs mit 1,9-l-Einspritzer und 105 PS, ab 1977/78 mit 2,0 Liter und 110 PS. Ab 1979 kamen OHC-Motoren mit 1,3 und ab 1982 mit 1,8 Litern hinzu. Ausstattungsversionen wie die plüschige Berlinetta, der sportliche SR und ab Herbst 1984 der GSi als Nachfolger des GT/E rundeten das Programm ab, dazu kam im September 1978 das praktische Combi Coupé CC mit großer Heckklappe. Die Speerspitzen sind der i200 und der rallye-homologierte Manta 400 mit 2,4-Liter-DOHC-16V und 144 PS. Gebaut wurde der Manta B zunächst in Bochum und Antwerpen, ab 1982 nur noch in Antwerpen. Opel nennt 557.940 gebaute Exemplare, andere Quellen 534.634.

AspektFord Capri IIIOpel Manta B
HerkunftKölnBochum und Antwerpen (ab 1982 nur Antwerpen)
Bauzeit1978–19861975–1988
TechnikspenderFord TaunusOpel Ascona
AntriebFrontmotor, HeckantriebFrontmotor, Heckantrieb
Topmotor2.8 Injection V6, 160 PS (Turbos bis 200)Manta 400, 2.4 DOHC-16V
Sechszylinderja (Kölner V6)nein (nur Vierzylinder)
Karosserie-ExtraCoupé mit Heckklappezusätzlich Combi Coupé CC
Spitzenmodell / Kult2.8i, Zakspeed-Motorsport400, GSi, Rallye, Pop-Kult

Innerhalb beider Baureihen lohnt der Blick auf die Varianten, die jeweils eine eigene Charakterstufe markieren:

ModellMotorLeistungEinordnung
Capri III 1.6 / 2.0Vierzylinder68–101 PSsolider, aber lahmer Einstieg
Capri III 3.0V6138 PSDrehmoment-Bulle, der klassische Capri
Capri III 2.8 InjectionV6160 PSTopmodell, am Markt am gesuchtesten
Manta B 1.6 bis 2.0CIH-Vierzylinder60–110 PSrobuste Brot-und-Butter-Basis, GT/E (1,9 E mit 105 PS, ab 1977/78 2,0 E mit 110 PS) als Spitze
Manta B GSi2,0-l-CIH-Einspritzer110 PSNachfolger des GT/E ab Herbst 1984, als GSi Exclusiv von Irmscher veredelt
Manta 4002.4 DOHC-16V144 PSrallye-homologiertes Spitzenmodell, 245 Exemplare bis 1984

Marktwerte nach Zustandsnote

Im Chromradar-Index (Stand November 2026) stehen sich der Capri III und der Manta B so gegenüber:

ZustandsnoteFord Capri IIIOpel Manta BDifferenz
Note 1 (Concours)28.000 €24.000 €Capri +17 %
Note 2 (gut)17.000 €14.000 €Capri +21 %
Note 3 (gebraucht)10.000 €8.000 €Capri +25 %
Note 4 (verbraucht)4.500 €4.000 €Capri +13 %
Note 5 (Projekt)2.000 €1.500 €Capri +33 %

Die Manta-Werte gelten für die Volumenversionen mit 1,6 bis 2,0 Litern einschließlich Berlinetta. In dieser Gegenüberstellung liegt der Capri III in allen Zustandsnoten vorn, in gutem Zustand (Note 2) mit 17.000 gegen 14.000 EUR. Ein Grund ist die breite, auch internationale Fan-Basis des Capri, der gerade in Großbritannien Kultstatus genießt. Die Manta-Sonderversionen liegen darüber: GT/E und GSi erreichen laut Chromradar-Richtwert in Note 1 rund 30.000 bis 35.000 EUR, in Note 2 rund 18.000 bis 20.000 EUR; der Hiscox Pocket Price Guide 2026 notiert den frühen GT/E (1975 bis 1977) mit 29.700 EUR in Note 1 und 18.900 EUR in Note 2. Für i200 und Manta 400 gibt es keine belastbaren Marktdaten. Die externen Quellen stützen das Bild: auto motor und sport notiert, dass gute Manta heute nur noch für fünfstellige Beträge zu bekommen sind, und beim Capri sind ordentliche Exemplare laut Kaufberatung noch günstiger als ein aktueller Kleinwagen.

Capri und Manta sind gefragt, weil die Generation, die sie als Jugendtraum erlebt hat, heute kauft. Wie tief diese Coupés im Klassikermarkt verankert sind, zeigt der Hiscox Pocket Price Guide 2026: Der Ford Capri ist dort mit eigenen Notierungen vertreten, der Capri III 3.0 S etwa mit 28.000 Euro in Note 1 und 17.000 Euro in Note 2. Bezahlbare Coupés mit Heckantrieb sind gefragt, gerade weil es sie neu kaum noch gibt.

V6-Klang gegen Rallye-Pedigree

Der wichtigste inhaltliche Unterschied ist der Antrieb. Der Capri ist der Klang-Künstler: Sein Kölner V6 reicht laut auto motor und sport von dunklem Grummeln bis zu feinem Posaunen und macht ihn schon als kleiner Sechser zu einem souveränen, drehmomentstarken Cruiser. Mit dem 2.8 Injection und 160 PS wird er zum echten Fahrerauto, das auf der Landstraße mit Heckantrieb und straffem Fahrwerk Spaß macht. Diesen Trumpf kann der Manta nicht kontern, denn Opel blieb beim Manta B durchgängig bei Vierzylindern.

Der Manta kontert auf einer anderen Ebene: mit Kult und Motorsport. Opel setzte den Manta im Rallyesport ein, zuletzt als Manta 400 in der Gruppe B, von dem 245 Straßenexemplare entstanden. Dazu kommt der Pop-Kult, der den Manta über die Auto-Szene hinaus berühmt machte. Wo der Capri mit Sound und Image als Facharbeiter-Sportler punktet, gewinnt der Manta mit Pedigree und kulturellem Kultstatus. Genau diese Differenz, V6-Genuss gegen Rallye-Aura, prägt bis heute, wer welchen kauft.

Echtheit, Schwachstellen und die Spitzenmodelle

Bei den Schwachstellen sind sich die beiden ähnlicher, als ihnen lieb ist: Rost ist bei beiden der Hauptfeind. Beim Capri III gammelt es an Schwellern, Radläufen und A-Säulen sowie an Vorderachs- und Hinterachsträgern, eine dokumentierte Hohlraumkonservierung ist ein klares Wertmerkmal. Beim Manta B blüht die braune Pest über den Scheinwerfern, an Stehblechen, Kotflügelkanten, Schwellern, Hinterachsaufnahmen und am Kofferraumboden. Bei beiden gilt: Die Technik ist vergleichsweise einfach in den Griff zu bekommen, der Capri-V6 verlangt nur etwas mehr Schraub-Reserven, und beim Manta sollte man die ab 1979 verbauten OHC-Motoren mit 1,3 und 1,8 Litern wegen möglicher Haarrisse im Zylinderkopf prüfen. Die robusten CIH- und OHV-Motoren des Manta sowie die OHC-Vierzylinder des Capri gelten als langlebig. Originalität und eine gute Karosserie schlagen bei beiden alles andere, denn viele Exemplare wurden in den wilden Jahren totgetunt.

An der Spitze trennen sich die Welten. Beim Capri sind der 2.8 Injection und die raren Turbos die gesuchten Stücke, beim Manta der 400 und der GSi. Wie sich die Coupés in die größere Familie einordnen, zeigt der Blick auf die Technikspender: Der Capri teilte seine Mechanik mit dem Ford Taunus, der Manta mit dem Opel Ascona B, beide jeweils die biedere Limousine zum schicken Coupé. Der ab 1981 gebaute Nachfolger Opel Ascona C wechselte dagegen auf Frontantrieb und war keine Technikbasis des Manta B. Eine vollständige Übersicht der Varianten und ihrer typischen Schwachstellen liefern unsere Kaufberatungen zum Capri und zum Manta B.

Markt, Verfügbarkeit und Versicherung

Die Marktlagen ähneln sich. Beide Coupés haben eine rege, hilfsbereite Fan-Szene, die bei Teilen und Problemen unterstützt, der Capri zusätzlich eine starke internationale Gemeinde. Gute, rostfreie Originale sind bei beiden gesucht, während Projekte und verbastelte Autos günstig zu haben, aber oft teure Sanierungsfälle sind. Bei beiden gilt: Vor dem Kauf gehört eine Durchsicht oder ein Wertgutachten zum Pflichtprogramm, gerade wegen des Rostrisikos. Wer die Geschichte der bezahlbaren VW-Coupés mag, findet die Parallele in unserem Vergleich Scirocco vs Corrado, denn Scirocco, Capri und Manta waren die drei großen erschwinglichen Coupés ihrer Zeit.

Versicherungsseitig sind beide als gepflegte Klassiker mit H-Kennzeichen günstig, teurer wird es nur bei den Leistungsspitzen 2.8 Injection, Turbo, GSi und 400. Ob H-Kennzeichen oder Youngtimer-Police, den genauen Status klären wir im Ratgeber Youngtimer vs Oldtimer. Unser Klassik-Versicherungs-Vergleich rechnet die Prämie für beide Modelle anbieter-spezifisch durch, die Detail-Unterschiede der Anbieter haben wir im Versicherer-Vergleich aufgeschlüsselt.

Fazit

Capri oder Manta ist eine Frage von Klang gegen Kult. Der Ford Capri III ist der V6-Cruiser: Sein Kölner Sechszylinder, gekrönt vom 2.8 Injection mit 160 PS, gibt ihm einen Sound und eine Souveränität, die der Manta nicht kontern kann, dazu eine breite internationale Fan-Basis und bei den Volumenversionen die höheren Werte in allen Zustandsnoten. Der Opel Manta B ist der Rallye-Opel mit Pop-Kult: unverwüstliche Vierzylinder, Rallye-Geschichte als Manta 400, das praktische Combi Coupé und die begehrten Sonderversionen GT/E, GSi und 400; GT/E und GSi liegen in Note 1 über dem Capri III. In gutem Zustand trennen Capri III und Manta B rund 3.000 EUR. Wer V6-Klang und entspanntes Cruisen sucht, kauft den besten Capri-Sechszylinder, den das Budget hergibt. Wer Rallye-Aura, Kultstatus und eine seltene Sonderversion sucht, kauft einen dokumentierten Manta, idealerweise GT/E, GSi oder 400. Falsch macht man mit keinem der beiden etwas, solange die Karosserie ehrlich und der Wagen original ist.

Empfehlung nach Einsatzzweck

Sechszylinder-Klang und souveränes Cruisen
Ford Capri III

Hier hat der Capri ein Argument, das der Manta B schlicht nicht kontern kann: den V6. Während Opel beim Manta durchgängig auf Vierzylinder setzte, krönte Ford den Capri mit dem Kölner Sechszylinder, der laut auto motor und sport von dunklem Grummeln bis zu feinem Posaunen reicht und schon als kleiner 2,0-Liter mit 90 PS eine Wohltat gegenüber den Vierzylindern ist. Das Topmodell 2.8 Injection mit 160 PS macht den Capri zum echten Cruiser mit Charakter, der den Innenraum mit Bariton füllt und auf der Landstraße den Heckantrieb genießen lässt. Wer den klangvollen V6 und entspanntes, drehmomentstarkes Gleiten sucht, ist beim Capri klar besser aufgehoben. Der Manta kontert mit Spritzigkeit und Leichtfüßigkeit, aber nicht mit Klang.

Kult, Rallye-Pedigree und Pop-Kultur
Opel Manta B

Der Manta B ist mehr als ein Coupé, er ist ein Stück deutscher Popkultur. Im Rallyesport trat Opel mit dem Manta 400 in der Gruppe B an, das prägt das sportliche Image bis heute. Dazu kommt der unverwüstliche Kult rund um die Manta-Witze und den Kinofilm, der dem Auto eine Bekanntheit verschafft hat, die weit über die Auto-Szene hinausreicht. An der Spitze stehen der rallye-homologierte Manta 400 mit 2,4-Liter-DOHC-Motor und der GSi, die heute begehrte Sammlerstücke sind. Der Capri hat mit Zakspeed und Hans Heyer ebenfalls Motorsport-Geschichte geschrieben, doch der Manta verbindet Rallye-Ruhm und Pop-Kult auf eine Weise, die ihn kulturell einzigartig macht.

Seltene Sonderversionen und Sammlerstücke
Opel Manta B

Bei den Volumenversionen liegt der Capri auch an der Spitze vorn: In Note 1 stehen 28.000 EUR beim Capri III gegen 24.000 EUR für einen Manta B mit 1,6 bis 2,0 Litern. Der Manta punktet mit seinen Sonderversionen. GT/E und GSi liegen laut Chromradar-Richtwert in Note 1 bei rund 30.000 bis 35.000 EUR, also über dem Capri III. Darüber stehen der i200 von Irmscher (125 PS, laut Irmscher 3.074 Exemplare) und der Manta 400 mit 2,4-Liter-Vierventil-DOHC und 144 PS, von dem laut Motor1/automobile.at bis 1984 nur 245 Exemplare entstanden. Für beide gibt es keine belastbaren Marktdaten, sie werden einzeln bewertet; den 400 sollten laut auto motor und sport nur gut betuchte Käufer und am besten beim vertrauenswürdigen Händler erwerben. Diese Sonderversionen geben dem Manta B die tiefere Sammler-Hierarchie. Der Capri kontert mit dem 2.8 Injection und den raren Turbos. Wer ein seltenes Top-Exemplar mit Rallye-Bezug sucht, ist mit einem dokumentierten Manta 400, GT/E oder GSi richtig, sofern das Budget stimmt.

Bestes Auto fürs Geld in mittleren Zuständen
Ford Capri III

Auch in den mittleren und unteren Zustandsnoten liegt der Capri vorn. In Note 3 stehen 10.000 EUR (Capri) gegen 8.000 EUR (Manta), in Note 4 sind es 4.500 gegen 4.000 EUR, und in Note 5 liegt der Capri mit 2.000 gegen 1.500 EUR rund ein Drittel höher. Der Capri profitiert von einer breiten, auch internationalen Fan-Gemeinde (in Großbritannien ist er Kult) und den robusten, einfachen Vierzylinder-OHC-Motoren, die laut auto motor und sport anspruchslos und langlebig sind. Wer ein solides, fahrbares Coupé fürs Budget sucht und nicht das absolute Spitzenexemplar jagt, bekommt im Capri III ein Coupé, das in diesen Zustandsnoten höher notiert. Bei beiden gilt: Eine gute, rostfreie Karosserie schlägt alles andere.

Haeufige Fragen zum Vergleich

Was unterscheidet Ford Capri und Opel Manta grundsätzlich? +
Beide sind bezahlbare Heckantriebs-Coupés der 70er und 80er und waren erbitterte Rivalen, der Capri aus Köln, der Manta aus den Opel-Werken Bochum und Antwerpen (ab 1982 nur Antwerpen). Technisch teilten sie ihr Grundprinzip: ein sportlich gezeichnetes Coupé auf der Basis einer biederen Limousine, der Capri vom Ford Taunus, der Manta vom Opel Ascona, jeweils etwas teurer als der Technikspender, aber genau deshalb noch erschwinglich. Der entscheidende Unterschied liegt im Antrieb: Ford krönte den Capri mit dem Kölner V6, der im 2.8 Injection 160 PS leistet und dem Coupé einen sonoren Klang verleiht, während Opel beim Manta B durchgängig auf Vierzylinder setzte. Dafür hat der Manta mit dem Gruppe-B-Rallyeauto Manta 400 eine Motorsport-Geschichte und einen Pop-Kult, der bis in Kinofilme und Witze reicht. Der Capri ist also der klangvolle V6-Cruiser, der Manta der kultige Rallye-Opel. Heute liegt der Capri III in allen Zustandsnoten etwas höher, nur die Manta-Sonderversionen GT/E und GSi erreichen in Note 1 mehr.
Welcher ist heute mehr wert, Capri oder Manta? +
Bei den Volumenversionen liegt der Capri III in allen Zustandsnoten vorn. In Note 1 stehen 28.000 EUR beim Capri gegen 24.000 EUR für einen Manta B mit 1,6 bis 2,0 Litern, in gutem Zustand (Note 2) 17.000 gegen 14.000 EUR, in Note 3 10.000 gegen 8.000 EUR und in Note 5 2.000 gegen 1.500 EUR. Anders sieht es bei den Manta-Sonderversionen aus: GT/E und GSi liegen laut Chromradar-Richtwert in Note 1 bei rund 30.000 bis 35.000 EUR und damit über dem Capri III. Für i200 und Manta 400 gibt es keine belastbaren Marktdaten, sie werden einzeln bewertet. Unterm Strich hat der Capri die höheren Werte in der Breite, der Manta die teureren Sonderversionen.
Welche Motoren sind bei Capri und Manta empfehlenswert? +
Beim Capri III führt die Empfehlung klar zum Sechszylinder. Die Vierzylinder (1.6 mit 68 bis 73 PS, 2.0 mit 101 PS) sind solide, aber lahm, erst der V6 macht den Capri zum vollwertigen Coupé: Schon der 2,0-Liter mit 90 PS ist laut auto motor und sport eine Wohltat, der 2,3-Liter leistet 108 bis 114 PS, der 3,0-Liter 138 PS, und das Topmodell ist der 2.8 Injection mit 160 PS. Wichtig: Bei frühen V6 die Stirnräder des Nockenwellenantriebs prüfen, nur die später gefertigten sind wirklich haltbar. Beim Manta B sind die robusten CIH-Motoren mit 1,6 bis 2,0 Litern die solideste Wahl. Stärkster Motor der Großserie ist der 2,0-l-Einspritzer mit 110 PS aus GT/E und GSi, die frühen GT/E hatten bis 1977 einen 1,9-l-Einspritzer mit 105 PS. Vorsicht bei den ab 1979 verbauten OHC-Motoren: 1,3 N, 1,3 S und 1,8 S neigen laut Auto Zeitung zu Haarrissen im Zylinderkopf. Für maximale Emotion sind 2.8 Injection (Capri) und GT/E, GSi oder 400 (Manta) die richtigen Adressen, bei beiden schlägt die Wartungshistorie den Kilometerstand.
Rosten Ford Capri und Opel Manta? +
Ja, und zwar beide kräftig, denn Rostschutz war in dieser Ära bei keinem der beiden eine Stärke. Beim Capri III sind die Schweller, Radläufe und A-Säulen die häufigsten Schwachstellen, dazu Vorderachs- und Hinterachsträger, eine dokumentierte Hohlraumkonservierung ist ein klares Wertmerkmal. Beim Manta B blüht die braune Pest laut auto motor und sport über den Scheinwerfern, an den Stehblechen, Kotflügelkanten, Schwellern, Hinterachsaufnahmen, am Fuß der Dachsäulen und am Kofferraumboden. Bei beiden gilt: Viele Exemplare wurden nicht mehr über den TÜV geschweißt und gingen den Weg alles Irdischen, überlebt haben vor allem die früh in kundige Hände gelangten Autos. Eine gründliche Karosserie-Untersuchung beim Markenspezialisten, am besten mit Endoskop in den Hohlräumen, ist bei beiden vor dem Kauf Pflicht. Die Technik bekommt man dagegen bei beiden vergleichsweise leicht in den Griff, der Rost ist das eigentliche Wertvernichtungs-Risiko.
Haben Capri und Manta ein H-Kennzeichen? +
Ja, beide sind längst komplett im H-Status. Der Ford Capri III lief von 1978 bis 1986, der Opel Manta B von 1975 bis 1988, beide sind also durchweg über 30 Jahre alt und damit voll H-fähig. Das H-Kennzeichen bringt eine pauschale Kfz-Steuer von 191,73 EUR nach Paragraf 23 StVZO und günstige Versicherungskonditionen, setzt aber einen weitgehend originalen, gepflegten Zustand voraus. Gerade bei diesen beiden Coupés, die in den wilden Jahren oft getunt, tiefergelegt und verbreitert wurden, lohnt sich der Blick auf die Originalität, denn umgebaute Autos brauchen vor der H-Abnahme Rückrüstaufwand. Original-Sportversionen wie ein Manta 400 oder ein Capri 2.8 Injection sind als H-Fahrzeug besonders attraktiv, weil hier niedrige laufende Kosten auf hohe Marktwerte treffen. Den genauen Unterschied zwischen Oldtimer und Youngtimer schlüsseln wir in einem eigenen Ratgeber auf.
Manta 400 oder Capri 2.8 Injection: was ist das bessere Sammlerstück? +
Beide sind die Spitzenmodelle ihrer Baureihe, aber mit unterschiedlichem Profil. Der Opel Manta 400 ist die rallye-homologierte Speerspitze mit 2,4-Liter-Vierventil-DOHC-Motor und 144 PS, laut Motor1/automobile.at nur 245-mal gebaut, ein echtes Sammlerstück mit Motorsport-Pedigree, das laut auto motor und sport nur gut betuchte Käufer und am besten vom vertrauenswürdigen Händler erwerben sollten. Seine Seltenheit und der direkte Bezug zur Rallye-Historie machen ihn zum exklusiveren Sammlerstück; belastbare Marktdaten gibt es kaum, dokumentierte Exemplare werden einzeln bewertet. Der Ford Capri 2.8 Injection mit 160 PS ist der klangvolle V6-Gegenpart, breiter verfügbar und etwas zugänglicher im Preis, dafür mit dem unschlagbaren Charme des Kölner Sechszylinders und einer großen internationalen Fan-Basis. Noch seltener und teurer sind die Capri-Turbos mit 188 bis 200 PS. Für maximale Exklusivität und Rallye-Aura ist der Manta 400 die heißere Karte, für V6-Sound und einfachere Verfügbarkeit der Capri 2.8i. Beide brauchen lückenlose Historie und eine top Karosserie.
Welcher der beiden ist die bessere Alltagswahl? +
Beide sind als robuste Großserien-Coupés erstaunlich alltagstauglich, mit kleinen Unterschieden. Der Capri III punktet mit dem laufruhigen, drehmomentstarken V6, der entspanntes Cruisen erlaubt, und einer breiten Teileversorgung dank großer Fan-Szene, gerade auch in Großbritannien. Seine Vierzylinder-OHC-Motoren gelten als besonders langlebig. Der Manta B bietet mit dem Combi Coupé CC sogar eine besonders praktische Variante mit großer Heckklappe und umklappbaren Rücksitzlehnen, dazu viel Platz auch in der zweiten Reihe. Seine CIH-Motoren sind unverwüstlich, und die Teilelage ist dank reger Szene gut. Bei beiden sind die einfachen, robusten Motorisierungen die besten Alltagsbegleiter, während die Hochleistungs- und Sportversionen eher Liebhaberstücke für die schöne Strecke sind. Wer ein praktisches, kombiartiges Coupé will, schaut beim Manta CC vorbei, wer den V6-Klang im Alltag genießen möchte, beim Capri. Beide kommen als Hecktriebler mit etwas Übung auch mit Schnee zurecht.

Quellen

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